Posts by hppruefer

    Hallo Jens,


    normalerweise erspare ich mir bestätigende Antworten. Die werden eher zur Selbstbeweihräucherung. Aber damit hast du jetzt bei mir etwas "zum Klingen gebracht", was ich nicht unbedingt so erwartet hatte. Immer wenn ich von den Silbereosinplatten schwärme, komme ich mir schrecklich alt vor, ein ewig Gestriger, der die Fortschritte nicht verstehen mag und sich in ein nostalgisches Schneckenhaus zurückzieht.


    Deshalb ein ganz großes Dankeschön dafür, dass du mich nicht allein lässt! Und ja, ich glaube schon, dass es für manche Produkte aus früherer Zeit keinen adäquaten Ersatz gibt. Ich gebe aber gerne zu, dass die Silbereosinplatten besonders gut mit meiner fotografischen Auffassung harmonierten. Das muss nun wirklich keinesfalls jedermanns/-fraus Sache sein ...


    Weiter frohes Bildermachen,
    adventliche Grüße von hp

    Oha! Ja, ich habe vor sehr vielen Jahren die Perutz Silbereosin Platten benutzt, und ich weine ihnen immer noch nach (habe ich hier im Forum auch schon mal erwähnt). Etwas so einfach zu verarbeitendes und mich (!!!) vom Ergebnis so beglückendes habe ich nicht mehr gefunden. Die tollen Orthoemulsionen, die man gelegentlich findet, haben einfach eine andere Charakteristik/Anmutung.


    Zurück zum Thema. Ich meine, den Prozess hier schon einmal beschrieben zu haben; ich versuchs nochmal. Welchen Entwickler ich genommen habe, weiß ich nicht mehr (das war immerhin in den späten 60ern des letzten Jahrhunderts). Vermutlich tuts jeder Entwickler. Trotz Sensibilisierung sind die Silbereosine keine Sensibelchen. Jedenfalls kann man die Dinger ganz problemlos bei Rotlicht, das im Übrigen ausgesprochen hell wirkt, auf Sicht entwickeln. Dazu nimmt man sie über Eck in eine Haltezange, Schicht nach unten, und bewegt sie solange dezent in der Schale mit dem Entwickler, bis auf der Rückseite, also "oben", das Bild durch die milchige Schicht sichtbar wird. Dann ist es gut. Der Rest ist Standard.


    Ich meine, mich erinnern zu können, dass ich Rodinal genommen habe ... sprich, Erinnerung, sprich! HC-110 war es ganz sicher nicht. Der dürfte aber auch problemlos gehen.


    Die Bilder von Heidersberger gefallen mir auch gut. Außerdem ist er 100 geworden und hat bis zuletzt fotografiert. Das ist doch ein Vorbild!


    Der Rest bleibt Experimentieren.


    Viel Spaß dabei wünscht hp

    Ich habe jetzt endlich ein Lesezeichen gesetzt. Anmelden tue ich mich noch nicht, weil ich im Moment nicht dazu komme, (wesentliche) Beiträge zu leisten - da ist die Weihnachtsbäckerei priorisiert. Wenn wir da durch sind, werde ich mal ganz dezent meine Plaubeleien durchforsten. Ich müsste da Einiges an Prospekten, Preislisten und Bildern aus eigenem Bestand haben. Altes gedrucktes Linhof- und Sinar-Material sollte auch rumfliegen. Ich weiß aber nicht mehr wo (Eichhörnchentechnik).


    Sagen wir mal: Bis später!
    [soll aber keine Dauerprokrastination werden]

    Zum Thema Tiefenschärfe: Von vorne bis hinten scharf wird es mit Diggis.

    Das ist richtig, aber falsch. Es gilt nur dann, wenn man unter "Diggis" Mini(Mikro?)sensoren versteht, bei denen die Brennweite entsprechend kurz ist. Das war aber auch schon beim guten(?) alten(!) 8mm-Film so ... Digitale Kleinbildkameras haben exakt das gleiche Schärfeverhalten wie analoge Kleinbildkameras.


    Anekdote am Rande: Einer meiner früheren Kollegen - aus dem MINT-Bereich - war fasziniert, dass mit seiner Digitalknipse immer alles scharf wurde. Fand er toll, viel besser als mit den seinerzeit noch existierenden KB-Kameras.


    Was Filmformate betrifft, sollte man auch daraus kein Dogma machen. Man nimmt das, womit man die gewünschten Ergebnisse am "angenehmsten"* erreichen kann.


    Fröhlichen ersten Advent!


    *) nach Belieben zu ersetzen durch "schnellsten", "preisgünstigsten", "transportfähigsten", "spektakulärsten" ... Ende offen.

    Es läuft doch immer wieder auf die leidige Frage des "Warum" hinaus. Da muss nun wirklich jede/r eine eigene Begründung finden, die persönlich konsistent sein sollte. Andere zu fragen, kann bei der Entscheidungsfindung helfen, aber genauso auch verwirren ...


    Ich packe meine (!!!) Gedanken zusammen und erzähle (m)eine Geschichte. Als ich angefangen habe, mich für GF zu interessieren - das war noch während meiner Schulzeit - war ich primär von den technischen Möglichkeiten fasziniert. Mittels der Verstellbarkeit sind eben Aufnahmen möglich, die anders nicht oder nur mühsam zu machen wären. Dank des in der Stadtbücherei Leverkusen vorhandenen Linhof-Buchs "großbild in der praxis" war ich zunächst auf die 13x18er Kardan Color "fixiert", natürlich völlig unerschwinglich. Als ich dann wirklich angefangen habe, war es mit 9x12/4x5. Inzwischen ist mir klar geworden, dass es nicht die Größe des Films ist, die mich reizt, sondern die zu Anfang angesprochenen fotografischen Möglichkeiten. Ich bin vor etlichen Jahren sogar soweit gegangen, eine Reduktion auf 6x7 in Betracht zu ziehen. Auch da gibt es immer noch schöne Kameramodelle. Das habe ich jedoch wieder verworfen, weil ich auf der für mich zu kleinen Mattscheibe die Kontrolle nicht so hatte, wie ich es mir wünsche. Von der Qualität des Aufnahmematerials (es gibt zudem viel mehr Auswahl bei 120er als bei Planfilm) und der Optiken hätte 6x7 locker gereicht. Mehr Format brauche ich für meine Intentionen nicht. Das wäre aber sicher anders, wenn ich unikatartige Bilder machen wollte, z.B. Direktpositivverfahren, oder Kontaktabzüge. Die müssen groß genug sein.


    Nur - sind meine Bemerkungen jetzt hilfreich?


    Lange Rede, kurzer Sinn: Es wird keine ultimative Antwort geben können. Allenfalls die persönliche individuelle Bewertung der gesammelten Antworten aller Anderen.

    Ich finde die Supra fantastisch!

    Ich auch! Und deshalb hat sie bei mir einen Ehrenplatz. Die wird trotz ihrer Weitwinkeluntüchtigkeit auf gar keinem Fall verbastelt, weil sie den roten Lederbalgen und die ebenso hübschen roten Lederapplikationen hat. Mit dem Apo Lanthar, dem Imagon und evtl dem Tele-Arton ist sie ein schöne Kamera für langbrennweitige Aktionen. Und handlicher als die Profia ist sie auch ...


    Fast würde ich schwören, daß sich die Rückstandarte der Universal ( 13x18 hoffentlich?) an die Supra friemeln ließe; der Feinvortrieb ist meines Erachtens identisch

    Würde mich wundern, wenn das anders wäre. Götz Schrader hat konstruktive Elemente immer gerne recycelt. Balgentechnisch ist das eher eklig. Am einfachsten sind meiner Meinung nach die Sinarbalgen anzupassen; die sind etwas kleiner (aber immer noch groß genug) und wesentlich flexibler als die Plaubelbalgen. Außerdem sind die Balgenrähmchen bei Sinar recht einfach. Da könnte man sich mit 3D-Druck behelfen, oder evtl mit schmalen Holzstäbchen fürs Dichtungslabyrinth. Müsste ich mal analysieren; ich habe schließlich nicht nur eine Supra UND einen Sinar-Weitwinkelbalgen. Bliebe dann nur noch ein passender Verriegelungsmechanismus. Der müsste allerdings auch einfach machbar sein, weil ein "Sinarbalgen-Adapter" in der Standarte etwas aufträgt.


    Es grüßt hp [im Konstruktionsmodus]

    Ich sehe mich schon wieder auf dem Meckertrip. Der Epsonscan sieht arg weich aus. Demgegenüber hat der Trommelscan erheblich mehr Kontrast, und er sieht sehr körnig aus. So einen Effekt hatte ich mit meinem uralten Agfa Arcus, als ich die Voreinstellung für die Schärfung noch nicht auf Null gesetzt hatte. Geschärft und ungeschärft (innerhalb der Scannersoftware!) sahen danach nebeneinander fast genauso aus wie die Beispiele hier. Ich bin mir hinsichtlich der Unterschiede nicht sicher, was ich da wirklich erkennen kann. Ketzerische Idee: Den Epsonscan derbe nachschärfen. Ist weder anständig noch seriös, könnte aber zum Erkenntnisgewinn beitragen. Ein Versuch mit Silverfast ist eine gute Idee (obwohl ich kein Fan von SF bin).


    Aus dem Nebel der Unklarheit,
    hp

    Irgendwo habe ich mal mitbekommen, dass die Mechanismen (Zahnsegmente?) in den Gelenkblöcken der Sinar P eine durchaus begrenzte Lebensdauer haben, weil aus Kunststoff und deshalb Versprödung ... sicher bin ich da nicht, und große Lust auf eine Steinigung durch die Sinar-Fraktion verspüre ich auch nicht. Die F-Standarten haben im Übrigen im Grunde die gute alte Basisschwenkung. Hatte schon die Norma, wenn ich mich nicht sehr irre, und natürlich die Prä-Profia-Plaubels. Nix wirklich Wildes. Partielle Torkelfreiheit. Aeschokee.

    Moin Andreas,


    als glücklicher Profia-Eigner (NT, 4x5) mit etwas Erfahrung in der Firmen- und Produktgeschichte kann ich vielleicht ein wenig helfen.


    ad 1: Ich sehe natürlich keine Nachteile *grins* Aber das Gewicht ist schon "recht interessant" (einige sprechen vom Panzer, ich nenne es schon mal Schwermaschinenbau). Den Basisschwenk braucht man nicht unbedingt (die Torkelexperten sind vermutlich anderer Meinung). Er macht die Kamera etwas sperriger, aber schaden tut er nicht.


    ad 2: Als ich meine NT erwerben wollte, hatte mir die nette Frau Kühnel (unter Plaubelianern wohlbekannt) auch eine Z-Variante anbieten wollen. Als ich ihr erklärte, dass ich mit dem Ding nach draußen wollte (wg Fotografieren von Bauwerken), war sie der Ansicht, dass N reicht. Man kann die Verstellungen vielleicht nicht so feinfühlig vornehmen wie mit einem Zahntrieb, aber ich schätze die Robustheit der einfachen Schiebe-/Drehmechanismen sehr. Für mich ist es präzise genug ...


    ad 3: Definitiv mit dem Erscheinen der Profia-Reihe.


    ad 4: Die neuen Platinen passen an die alten Kameras (jedenfalls für 4x5 bzw 9x12/10x15), sofern die entsprechenden Standartenrahmen "schmal" sind. Umgekehrt geht es nicht. Das ist gnadenlos undicht.


    Soweit erstmal. Weitere Details ggf auf Nachfrage.


    Historisierende Grüße von hp

    Überhaupt eine nette Grundsatzfrage: Welche "Manipulationen" sind erlaubt und warum? Die alten Dunkelkammertricks mit Nachbelichten/Abwedeln? Die Kontrastanpassung? Vielleicht das bei GF etwas einfacher durchzuführende Entzerren (=Beseitigung stürzender Linien)? In allen diesen Fällen liegt zwischen Negativ und sichtbarem/gezeigtem mindestens ein Bearbeitungsschritt.


    Natürlich kann man über das Einkopieren "anderer" Inhalte diskutieren. Aber was ist dann das beliebte Stitching? Photos sind eine Abbildung einer Wirklichkeit, gesehen mit der Wahrnehmung des Potographen ... und seinen Wünschen gemäß gestaltet.


    Nein, ich möchte hier keinen kunsthistorischen Diskurs vom Zaun brechen. Das wird - wie wir schon erleben durften - uferlos. Immerhin steht bei dem inkriminierten Photo definitiv die Nutzung von EBV in der Beschreibung. So what?


    Wir können gerne zum beinahe unbearbeitbaren Unikat à la Daguerrotypie, Ambrotypie etc zurückkehren. Es sollte aber niemand auf die Idee verfallen, es gäbe so etwas wie "objektive Photographie" (dokumentarisch ...). Das ist ein totaler Fehlschluss.


    Im Übrigen gehört das Bild selbstverständlich in die Kategorie "Bilder mit GF-Kamera erstellt". Ist es ja schließlich. Dass weitere Werkzeuge dazukommen, ändert nichts daran. Wenn wir aber apodiktisch fordern sollten "Bilder ausschließlich mit GF-Kamera erstellt", wäre es das Ende der Rubrik, weil das Bild ja schließlich irgendwie ins Netz kommen muss.


    Sorry für langen Sermon, der mich im Übrigen auch nicht restlos beglückt.


    Nachdenkliche Grüße von hp

    Gerade gemessen: Die Rohrdurchmesser dürften in der Tat gleich sein, in beiden Fällen 39mm (wobei die Messung am Plaubelgrundrohr wegen der vier Nuten etwas problematisch ist).


    Tja. Hatte ich auch noch nie so bedacht. Die Schrauben braucht man übrigens nicht zu lösen. Die halten nur die leicht federnde Platte, die den oberen Teil der Rohrschelle (etwas) sichert. Die wird mit einer der typischen Knebelschrauben verschraubt. Wenn man das Basisteil als Bankhalter verwendet, ist natürlich die Federplatte unnötig.


    Versuch macht kluch. Typisches Plaubelbaukastensystem. Ich kann da ohne weiteres ein Grundrohr drin halten. Interessant. Bild mach ich aber nicht.

    Ich finde den Fomapan nicht so grottenschlecht. Mechanische Empfindlichkeit ist mir bisher auch nicht aufgefallen, war auch einfach zu verarbeiten. Er hat mir nur etwas zuwenig "Dynamik" - ich empfinde ihn irgendwie (??) als etwas langweilig, quasi scheintot. Das muss aber jede/r mit sich selbst ausmachen. Für die ersten Gehversuche reicht er jedenfalls allemal. Ist diese Tast-/Testphase überwunden, sollte die Auswahl eines "besser" passenden Filmmaterials nicht mehr so schwierig sein.


    Im Übrigen ist jede Filmempfehlung gnadenlos subjektiv.


    Abendgrüße, hp