Posts by Karsten

    Nennen wir das eher ambrotype-ähnlich.

    Ob das aber dann ewig hält (Ambrotypie kommt von dem griechischen Wort ambrotos „unsterblich“) ist fraglich, so elastisch wie der Planfilm ist der Lack dann doch nicht.

    Aber das Prinzip ist damit schon erfüllt: Man nehme ein unterbelichtetes Negativ und setze es vor einen schwarzen Hintergrund.

    Hallo liebe Großformatler,


    ich möchte euch einladen zu einem kostenlosen Webinar, in dem ich das Wetplate-Verfahren vorstelle.


    Ich fotografiere im Wetplate-Verfahren, das 1851 erfunden wurde. Dazu nutze ich Glasplatten, die ich in einem Silberbad sensibilisiere. Mit ISO 0,5 braucht es extreme Blitze im Studio. Oder mehrere Sekunden, wenn ich draußen fotografiere, selbst blei voller Blendenöffnung. Das Wetplate-Verfahren heißt so, weil die Platte nicht antrocknen darf, deshalb ist das Labor immer gleich nebenan, auch draußen. In diesem Webinar fotografiere ich voraussichtlich ein Porträt in 8x10 mit meiner Sinar P2.


    Das Programm am 02.10.2021:

    Ab 10 Uhr demonstriere ich das Verfahren in der Praxis und belichte zwei oder drei Platten. Wie ich das alles so mache, was für Kameras und sonstiges Zubehör dafür nötig ist, das erfährst du in der ersten Stunde. Fragen sind willkommen und werden - im Rahmen der Möglichkeit während des Shootings - direkt beantwortet.

    Ab 11 Uhr zeige ich ausführlich eine Auswahl meiner bisherigen Arbeiten und beantworte alle sonstigen Fragen, die dir in den Sinn kommen.


    Der Zugang zum Zoom-Meeting gelingt mit diesem Link. Ich würde mich freuen, wenn du deine Webcam startest und du Fragen per Mikrofon stellst (alternativ gibt es natürlich einen Chat). So haben wir alle noch mehr den Eindruck, als hätten wir uns live getroffen.


    Ich würde mich freuen, wenn du dabei bist. Nur der Vollständigkeit halber der Hinweis, dass auch Gäste dabeisein werden, die nicht hier im Forum sind und kein GF fotografieren.


    der Karsten



    Modelle in den folgenden Fotos:

    @eusepia und Ulrich Herrmann

    Hier kommen die Ergebnisse:


    • Alle Fotos bei voller Blendenöffnung gemacht.
    • In den Longaren waren Verlängerungsfaktoren angegeben:
      • Longar 1,5 = 2
      • Longar 2.0 = 2,5
      • Longar 2,5 = 3,5
      • Longar 3.0 = 4
      • Die Sonne wurde zum Mittag hin immer stärker, deshalb kann ich es nicht zu 100% bestätigen, aber vom Gefühl her sollten diese Verlängerungsfaktoren wohl passen.
    • Die Auszüge verlängern sich, aber nicht so, wie man es von der Brennweite her erwarten würde:
      • Das Objektiv selbst: 210 mm
      • Longar 1,5 = 270 mm
      • Longar 2.0 = 310 mm
      • Longar 2,5 = 350 mm
      • Longar 3.0 = 390 mm
      • Erstaunlich, dass sich die Auszüge immer um 40 mm erweitern.
      • Ich finde diese Tatsache sehr nützlich: Für Porträt und Akt draußen im Wald erhalte ich damit Möglichkeiten, die mit "echten" so langen Brennweiten nur schwer umzusetzen wären. Ich habe mit meinem Wetplate-Geraffel genug zu tun. :)
    • Was fotografiert man statt einer Zeitung, um die Schärfe über die gesamte Fläche zu zeigen? Ich wollte nicht in den Nahbereich, denn ich wollte es mir einfach machen und nicht noch die Kamera umbauen. Da kam mir das Haus gegenüber gut genug vor. Ich habe die Fenster zum Schutze der Privatsphäre der Nachbarn unscharf gemacht. An den Klinkerfugen, auf die ich neben dem mittleren Balkon scharfgestellt habe, sieht man die Schärfe ganz gut.
    • In Silverfast gescannt, keine Scharfzeichnung.
    • Alle Fotos wurden im Wetplate-Verfahren im Format 8x10 gemacht.
    • Ich füge zwei Abbildungen bei. Auf der ersten siehst du die Mitte der Platten im Vergleich, auf der zweiten die rechte untere Ecke. Die weiteren Ecken habe ich mir gespart, da die Ergebnisse ähnlich der rechten unteren Ecke sind.
    • Alle Dateien in hoher Auflösung als Tiff sind hier zum Download bereitgestellt (98 MB).

    Wahrscheinlich werden viele recht enttäuscht sein, hochkorrigierte Objektive sind halt doch sehr viel schärfer.


    norma hatte je gewarnt, die Extreme zu vermeiden, aber 630 mm ist ja auch nicht ganz ohne. Ob das jemals so oft zum Einsatz kommt??


    Aber für Porträt und Akt kann ich mir den Einsatz von Longaren gut vorstellen. Vor allem, weil ich dann den Hinterlinsenverschluss zu Hause lassen kann und mit minimalem Gewicht 5 Brennweiten dabeihabe - was will ich mehr? Ich werde es sehen. :)


    Ich habe morgen ein Shooting, werde diese Kombination mal testen. Ich berichte.

    Und ja, dann werde ich auch mal etwas weiter abblenden. Und ich werde auch mal sehen, was passiert, wenn man so ein Longar vorne anbringt.


    Nochn ne Frage: Gibt es eigentlich noch andere Xenare mit 57,2 mm Durchmesser des Hintergliedes?

    Schöne Ergebnisse!

    Hattest du da auch eine Auszugskorrektur genutzt? So weit das bei den Abständen und KB überhaupt messbar wäre.

    Und wie hast du überhaupt scharfgestellt?

    Und zeig doch bitte mal her das Ding! :)

    Hier ein paar Erfahrungswerte:


    Ich kann dir nach weit über 500 Platten gekaufte Halter nur wärmstens ans Herz legen. Der von Stenopeika ist sehr robust, aber schwer. Und er macht sehr saubere Platten ohne Oysters.

    Der von Chamonix ist unsagbar leicht, macht mehr Oysters und wird vermutlich nicht so lange halten wie der Stenopeika.


    Mach nen Workshop, du arbeitest mit supergiftigem Material. Machst du keinen Workshop, zahlst du die Kosten des Workshops doppelt für Material und gibst nach kurzer Zeit frustriert auf.

    Das hat alles nichts mit all dem zu tun, was du bisher im Labor gemacht hast!


    Und freunde dich mit einem Apotheker an, du wirst auch dann bei fast jedem Einkauf deinen Ausweis vorzeigen müssen. :)


    Ich habe fast 2 Jahre lang ausschließlich aus alten Fensterscheiben von 4 mm meine Platten geschnitten. Sehr robust und wertig. Ich denke, Kathedralglas ist nur Voodoo und keinesfalls unbedingt nötig. Du kannst Ambrotypien auf fast allem machen, was in eine Kassette eingelegt werden kann und die Chemie verträgt.


    Gut, dass du reichlich Blitzleistung hast. Für einen Standardschuss sind in meinem Studio bei f8 effektiv immer 15500 WS fällig. Davon bekommt das Modell 3500 Ws aus 65 cm aus einem Beautydish auf das Gesicht. Gemessen wird nicht, statt dessen kennt man irgendwann seine Lichtsituationen, die funktionieren.

    Vorher hatte ich eine 35000 Lumen helle LED-Leuchte aus 1 m Abstand aus dem Normalreflektor für 15 - 20 sec eingesetzt - das beißt ganz schön in den Augen und die Modelle fangen das wackeln an.

    Hallo,


    in meiner Zeit als Pressefotograf hatte ich vor langer Zeit einen weisungsbefugten Kollegen, dem meine übliche Entwicklung - weil zu aufwändig/schüttelintensiv - ein Dorn im Auge war.


    Er empfahl mir eine HC-110-Verdünnung, kurzes Vorwässern und dann nach ein oder zwei Minuten Bewegung die Dose einfach stehenzulassen. So weit ich mich erinnern kann, unabhängig von der genauen Anzahl an Filmen. Außerdem - so seine Aussage - sei es völlig egal, wie lange die Dose dann stehenbleibt nach dem Motto "wenn ich dann als vielbeschäftigter Pressefotograf mal wieder Zeit habe, mache ich den Rest".


    Klang damals für mich unerhört, kann mich aber erinnern, dass das wirklich gut geklappt hat. :)


    Den Kollegen kenne ich nicht mehr, die Verdünnung und genaue Arbeitsweise kann ich auch nicht mehr richtig erinnern. Also meine Frage an euch: Kann wer mich auf die richtige Fährte führen? Ode rhat wer Erfahrungswerte?


    Ich printe nicht, sondern scanne ausschließlich. Und ich möchte es mir etwas einfacher machen, auch wenn ich später beim Scannen etwas mehr drehen muss.


    der Karsten

    interessanter effekt bei mir:


    je mehr du dich mit deinen tests einem technisch besserem ergebnis hinsichtlich korrekterem fokus und blende annäherst, um so weiter entfernt sich die abbildung des fotografierten (wie gesagt: für meinen geschmack!) von ihrer visuellen ausdruckskraft. man müsste für dieses glas vielleicht nur geeignete sujets finden, um die ihm wesensimmanenten eigenschaften "artgerecht" zur erzeugung von bildaussagen nutzen zu können.

    Da bin ich voll bei dir! :)


    Ich mache ausschließlich Porträts und Akt und brauche da ich meist keine scharfen Abbildungen, eher Objektive mit Charakter. Auf der Suche danach bin ich nun auch mit diesen beiden Einzellinsen einen Weg gegangen, der mich zu neuen Erkenntnissen führt und mir zusätzliche gestalterische Möglichkeiten eröffnet hat.


    Für mich die wichtigste Erkenntnis: Die Auszugskorrektur ist eine feine Sache. Denn so unscharf, wie bei dem ursprünglich geposteten Meniskus-Porträts muss es nun auch wieder nicht sein. Außerdem irritiert mich sehr der schärfere Busch vor dem Modell. So will ich das nicht.


    Für weitere Porträts und Akt, die diese starke Weichzeichnung haben sollen, aber trotzdem korrekt scharfgestellt sind, werde ich den Meniskus mit Auszugkorrektur aber sicherlich verwenden können.

    Und auch der Achromat wird sicherlich wieder zum Einsatz kommen bzw. ist er ja schon. Vor allem voll geöffnet mit einer scharfen Bildmitte leistet er etwas, was ich mit "normalen" Objektiven bisher nicht hinbekommen habe.


    Alles in allem ein sehr lehrreicher Test, vielen Dank an alle, die mit Infos weitergeholfen haben!

    Hier nun das Ergebnis mit Blende und Auszugkorrektur. Da es mittlerweile deutlich aufgeklart ist, habe ich nur 35 sec Belichtungszeit benötigt.


    Ich habe mir ein Foto ohne Auszugkorrektur gespart, ich denke, das ist wenig aussagekräftig. Ich kann aber bestätigen, dass das Mattscheibenbild deutlich schärfer aussieht, als alles, was ich bisher vom Meniskus gesehen habe. Nach dem Einstellen der Auszugskorrektur wird es aber deutlich unschärfer!


    Das folgende Foto ist mit einer Blende von 24 mm Durchmesser gemacht. Nach meinen Berechnungen macht das etwa Blende 13 bei 8x10.

    Die Blende wurde aus einem dünnen schwarzen Karton mit einem Cutter so kreisrund herausgeschnitten, wie es mir möglich war. Der Karton wurde dann mit einer Hilfsstandarte in 10 cm Entfernung vor dem Meniskus angebracht. Ich weiß, eigentlich sollten es nur 4 - 5 cm sein, aber die Frontstandarte der Sinar P ließ mich mit der Hilfsstandarte nicht näher heran.


    Außerdem habe ich die o. g. Auszugkorrektur errechnet. Danach wären -8,8 mm richtig gewesen. Nach meinem oben ermittelten Erfahrungswert habe ich auf -11,5 korrigiert.


    Die Datei gibt es hier als TIFF.


    Also ich finde das Ergebnis durchaus nicht so schlimm, wie eine solch einfache Linse klingt. :)


    So, die Ergebnisse meines Tests zum richtigen Scharfstellen beim Meniskus sind fertig.


    Diesmal war der Meniskus richtig herum montiert, also mit der Wölbung nach innen. Ich habe den weitest-entfernten Punkt, den ich aus dem Studio heraus fotografieren konnte, fotografiert. Die rechte obere Gebäudeecke ist etwa 180 - 200 m entfernt. Ich habe sie gewählt, weil sie recht farbneutral grau ist und damit ich nicht in den Nahbereich muss. Alle Aufnahmen mit voll geöffnetem Meniskus bei 10 sec. Leider ist es sehr regnerisch hier, aber genau das gibt mir die Zeit, diesen Test überhaupt zu machen.


    Die folgenden Aufnahmen unterscheiden sich wie folgt:

    1. Auf die Hausecke per Mattscheibe mit 6-fach Lupe scharfgestellt.
    2. Auszug um 9 mm verkürzt (Auszug war 410 mm, also rechnete ich (410 zum Quadrat) : (50 x 400) = 8,4 mm, die ich auf 9 mm gerundet habe. Gehe ich richtig in der Annahme, dass Shen Hao fälschlicherweise die Klammer um 50x400 vergessen hatte? Denn ohne macht das Ergebnis keinen an einer Kamera einstellbaren Sinn ...)
    3. Um zu checken, ob die Formel auch bei Wetplate Sinn ergibt, da sie ja offensichtlich für frühes Panmaterial ermittelt wurde, habe ich den Auszug um den aus 2. ermittelten Wert nochmal 2 mm in die eine und in die andere Richtung verstellt. Also hier wurde, ausgehen von der Scharfstellung aus 1. um 11 mm der Auszug verkürzt und ...
    4. ... hier um 7 mm.

    Auch hier stehen höher aufgelöste Tiff-Dateien zum Download zur Verfügung.



    In dieser Übersicht habe ich die Hausecke mal in der 100%-Ansicht von Photoshop zusammengefügt.


    Trotz des diesigen Wetters sieht man ganz deutlich, dass die Auszugskorrektur ihre Arbeit schon ganz gut macht.


    Allerdings war eine zusätzliche Korrektur um weitere 2 mm -zumindest bei meinen Wetplates - nochmal schärfer. Man erkennt das am besten am Sockel des Hauses im unteren Bereich des Screenshots, der ja auf jeden Fall mit innerhalb der Schärfentiefe liegt. Denn ich habe einen Schärfentiefenrechner bemüht und die Schärfentiefe soll bei etwa 87 m starten, der Baum ist schon etwa 100 m entfernt. Auch er ist bei - 11 mm Auszug schärfer, als bei nur - 9 mm.


    Wer mir die o.g. Formel auf Wetplate umrechnen kann, ist mein Held. :)


    Da ich nun einen good-enough-Wert für weitere Versuche habe, beschichte ich dem lieben norma noch eine Platte mit Blende und melde mich gleich nochmal.

    Shen Hao : Ich danke dir sehr, dass wir jetzt auch deine Meinung hier vertreten haben. Warum die immer so schnodderig vorgetragen werden muss ... na egal, jeder spielt so seine Rolle ...

    • Mich würde interessieren, was genau es bei der Arbeit mit Menisken zu beachten gibt. Bitte umfassend und vollständig antworten, du scheinst da ja die entsprechende Lektüre schon inhaliert zu haben und mich interessiert es wahnsinnig, welche der angesprochenen "Dinge" es zu beachten gibt.
    • Wie weit muss die Blende vom Meniskus entfernt angebracht werden? Nahe dran, weiter weg, wie?
    • Die Formel für die Auszugskorrektur kannte ich nicht, danke dafür. Bin schon im Studio, um das gleich zu testen. Bin gespannt, wie das wird.:-)
    • Warum sollte der Balgen knarzen? Das passiert nach meiner Erfahrung nur bei einer Verlängerung. Hier muss aber verkürzt werden, oder denke ich falsch?
    • Wetplate ist für mich das günstigste Medium, Film wäre sehr viel umständlicher und teurer.
    • Das UV-Licht beim Wetplate trägt zur Belichtung bei. Das unberücksichtigt zu lassen, würde zu Überbelichtungen führen - ein Supergau für das endgültige Bild. Ansonsten hat es keine "Bedeutung" (i.S.v. kein Wetplater will das UV-Licht haben, aber es ist nunmal da und wird belichtungswirksam), sondern eine Wirkung: ich fotografiere viel Porträt bis AKt, daher kann ich die Wirkung auf Haut am besten beschreiben. Haut altert und diese Alterung wird durch UV gut herausgearbeitet. Willst du "schöne" Porträts von jüngeren Menschen ab 35 machen, sehen die mitunter viel älter aus, als sie es sind. Bei Älteren relativiert sich das sehr und schnell steht - für mich persönlich auch bei Jüngeren - das Adjektiv authentisch im Raum.
    • Woraus schließt du, dass ich einen Weichzeichner testen will? Mir ging es hier ausschließlich darum, beide Linsen gegeneinander antreten zu lassen. Einfach weil ich es kann und Bock hatte zu sehen, was dabei rauskommt. Dass ich jetzt den Ball auffange und versuche, die von dir beschriebene Magie zu finden, ist meiner Neugier geschuldet. Gibt es eigentlich irgendwo die von dir genannten Ergebnisse zu sehen? Würde mich interessieren.

    bonnescape.de Vielen Dank für das Lob. :) Könnte es daran liegen, dass deine Bakelitkameras sehr viel kleinere Formte nutzen? Ich arbeite hier auf 8x10.


    Ich geh dann jetzt mal ins Labor, bis später.

    Ahh, hier wird es so gezeigt, wie du es sagst.

    Das heißt, die Blende muss vor den Meniskus? In welchem Abstand?


    Und bevor ich mich vertu:

    Die Normalbrennweite bei 8x10 ist nach dem Satz des Pythagoras 325 mm. Blende 16 hätte demnach einen Durchmesser von 20,3 mm. Richtig gerechnet?

    Ich danke, norma. :)


    Ich habe bei meinen Porträts bei f8 schon immer 15000 WS im Einsatz, aber ich könnte das mal testen. Zur Not nehme ich noch die restlichen 12000 WS dazu. :)

    Meinst du Blende 16 effektiv (also unter Berücksichtigung des Auszugs) oder die Nennblende? Denn mein Schärfentiefenrechner gibt Blende 32 als optimale an.


    Woher hast du eigentlich die Info, dass der Meniskus nach außen gewölbt eingesetzt werden muss? Denn in dieser immer wieder verwendeten Abbildung scheint doch der Meniskus nach außen eingesetzt worden zu sein?!!

    Ok, da liegt der Fehler: Ich habe die gewölbte Seite nach außen gerichtet. Machte für mich aber eigentlich keinen Unterschied beim Mattscheibenbild.


    Aber du hast recht: Der Busch ist tatsächlich schärfer - es liegt also nicht an meiner Scharfstellung. :)


    Abblenden? Ich mach Porträts und liebe die geringe Schärfentiefe. Kann sein, dass es schärfer geht, aber das war nicht mein primäres Ziel. Außerdem ... ISO 0,5! ;)


    Ich finde dieses "nach außen laufen" der Strukturen bei Bild 3 noch ganz schick, ganz anders zum Swirl, den Petzval-Objektive machen.


    Was ich noch generell dazu sagen muss: Beide Linsen sind unglaublich leicht. Der Meniskus bringt 105 g auf die Waage, der Achromat 250 g. Und das jeweils mit einem Lensboard aus starker Pappe in Sinar-Größe zzgl. dem Heißkleber, der die Linse im Board hält.

    Ein Objektiv mit Blende 4 bei 400 mm wäre da um einiges schwerer.

    Weil ich mit meinem Wetplate-Geraffel mit etwa 60 kg auf einem Fahrradanhänger unterwegs bin, ist Gewicht nicht unwichtig. Und dieser Test sollte Klarheit bringen, ob es nicht auch leichter geht.

    Moinsen,


    angeregt durch norma habe ich mich mir einen Meniskus und einen Achromaten gekauft, um auszuprobieren, was damit geht.


    Ich habe hier im Forum schon immer mal wieder gelesen, dass man damit fotografieren kann. Aber einen Vergleich hatte ich nicht gesehen (oder übersehen?). Also habe ich mich mal da rangemacht und möchte die Ergebnisse mit euch teilen. Vielleicht mag der Eine oder Andere ja davon in seiner praktischen Arbeit profitieren?!

    • Beide Linsen haben Brennweiten von 400 mm angegeben, sind von Carl Zeiss produziert und mit einer Antireflexbeschichtung versehen.
    • Der Durchmesser beträgt beim Meniskus 76 mm, beim Achromaten 77 mm, bei meinen Versuchen auf 8x10 sollte das etwa Blende 4 ergeben. Der volle Durchmesser wurde auch verwendet.
    • Belichtungszeiten auf Wetplate bei ISO 0,5 waren in einem schattigen Garten bei blauem Morgenhimmel jeweils 6 Sekunden.
    • Scharfgestellt habe ich jeweils bei allen Aufnahmen mit einer 6-fach Lupe auf das Gesicht des Modells.
    • Verglichen habe ich diese Aufnahmen mit einem Klimsch Apo Ronar 480 mm, ich hatte keine passendere Brennweite. Hier lag die Belichtungszeit bei voller Öffnung (f9) bei 30 sec. Dadurch ist der Kopf des Modells etwas verwackelt. Die Seriennummer ist 9175000 (finde gerade keine Angabe, von wann das sein könnte). Wenn ich mich recht erinnere, hat es noch eine einfachere Vergütung, als die letzten Modelle. Das ist deshalb wichtig, weil der Wetplate-Prozess durchaus empfindlich auf sehr hochwertige Vergütungen reagiert.
    • Gut erkennbar ist aber, dass das "richtige" Objektiv über die gesamte Bildfläche scharf abbildet, während bei Achromat und Meniskus nur die Mitte einigermaßen scharf ist und es zu den Rändern immer unschärfer wird.
    • Für alle, die sich weniger mit Wetplate auskennen: Hier wird nur das blaue und UV-Licht für die Belichtung genutzt. Und es finden sich Artefakte auf den Platten, die vom Gießen des Kollodiums, von der Sensibilisierung mit Silber, von der Entwicklung, vom Putzen der Platte und 1000 anderen Möglichkeiten stammen könne. Ich bitte dies bei der Beurteilung vor allem der Scans zu berücksichtigen. Ich habe auch nichts ausgefleckt, scharfgezeichnet oder sonst wie in die Qualität des Scans eingegriffen, außer Helligkeit und Kontrast einzustellen.
    • Wenn ich richtig recherchiert habe, wurde beim Meniskus die sphärische Aberration lediglich reduziert. Trotzdem beachtlich, was davon noch übrig ist! Beim Achromaten wurde die chromatische Aberration korrigiert. Bis zu modernen Objektiven mussten dann "nur noch" Astigmatismus, Bildfeldwölbung, Coma und Verzeichnung beseitigt werden.

    Ich habe meine Rückschlüsse gezogen und mit dem Achromaten schon ein Shooting gemacht. Sehr schick, wenn man das Motiv in der Mitte halten kann.


    Höher aufgelöste TIFF-Dateien gibt es hier zum Download als ZIP-Datei (26 MB).


    Aber ich möchte nun eure Meinung hören! Hattet ihr gedacht, dass man mit so rudimentären Mitteln was anstellen kann?


    der Karsten


    Modell: die wunderbare Julia Józefina Michalak

    Das oben angesprochene Set aus Xenar und 4 Longaren ist nun meins. :) Vielen Dank an Peter Volkmar für den Hinweis hier - sowas hatte ich gesucht.


    Nach einem ersten Test kann ich bestätigen, dass die Brennweiten tatsächlich durch die auf den Longaren angegeben Faktoren verlängert werden.

    Das Objektiv hat selbst 210 mm, mit

    Longar 1,5 = 360 mm

    Longar 2.0 = 420 mm

    Longar 2,5 = 525 mm und

    Lonar 3.0 = 630 mm.


    Fein, das! :)


    In den nächsten ein ... zwei Wochen werde ich das mal ausgiebig auf 8x10 Wetplate testen und dann hier berichten.

    Ich habe mein 480er Ronar mit Heißkleber in eine Sinar-Platine, deren Öffnung ich weitergefeilt habe, eingeklebt. Von vorne das Objektiv rein, von hinten den Heißkleber drauf, fertig. Hält Bombe. Jetzt kann ich es auch mit dem Sinar HiLi-Verschluss nutzen. Mit Flansch geht das nämlich nicht.

    Viel Wichtiger ist es das mit den Zusatzlinsen die Brennweiten verkürzt oder verlängert werden können.

    Ok, Norma, dann lass uns das doch bitte mal generalisieren. Du hattest mich an anderer Stelle schon auf Vorsatzlinsen gebracht ...


    Was ich in der Zwischenzeit herausgefunden habe:

    Wenn man eine Einzellinse kauft, werden oft Dioptrien dazugeschrieben. Man rechnet dann 1000 : Dioptrien = Brennweite.

    Diese können dann auch so verwendet werden. Wenn man bereit ist, die dann natürliche vorhandenen Abbildungsfehler in Kauf zu nehmen.

    Ich hatte mir auf diese Erkenntnis hin einen Meniskus und einen Achromaten gekauft und in ein Lensboard geklebt - funktioniert. Auch, wenn man dann keine optischen Eigenschaften erwarten kann, wie sie bei vollständigen Objektiven vorhanden sind. Für Porträts sicherlich gut brauchbar, wenn man nicht auf porenscharfe Fotos steht.


    Aber die Zusammenhänge, wie Einzellinsen Objektive beeinflussen können, konnte ich daraus bisher nicht erkennen. Aber ich fand nochmal ein Beispiel von dir, gefunden in diesem Beitrag.

    Quote

    Ein 480mm Objektiv hat 2,1 Dioptr. das müsstest Du in etwa mit einer negativen Linse mit -0,9 Dioptr. kombinieren, dann hast Du 1,2 Dioptrien, also 830mm bei etwa f/16

    Alternativ kannst Du auch das 360mm nehmen und eine -1,5 Dioptrien Linse nehmen, dann kommst auf 780mm allerdings dann bereits bei f/19,5

    Also muss man einfach nur die entsprechende Negativlinse in der passenden Größe finden und kann dann ganz einfach die Dioptrien abziehen und kann dann nach obiger Formel die Brennweite der Kombi Objektiv+Vorsatzlinse ermitteln. Soweit, so klar.


    Doch wie ermittelst du dann die Blende?


    Und was meinst du damit?

    Quote


    Auf jeden Fall ist es wichtig die Extreme zu vermeiden.

    Bin gespannt. :)