Posts by Berthold Seidl

    Wenn bei 12 ASA Blende 128 angezeigt wird, dann ist das bei 0,35 ASA Blende 22(ich hoffe ich hab keinen Denkfehler), also 5 Bendenstufen. Das sollte so funktionieren.

    Ich komme in der Mittagssonne bei Blende 5,6 auf 3 bis 5 sec. - das entspricht ziemlich genau der Lichtmessung, wobei ich mit 3 ASA messe und dann rechne.

    Zu andrehh: du hast vollkommen recht. Kollodium reift zuerst, dann altert es. Insofern stimmt das mit der Erfahrung natürlich. Aber man sollte sich davon nicht abhalten lassen.

    ach ja "Belichtungsmesser": eine Kollodiumplatte hat je nach Lichtbedingungen(nur blauempfindlich!!!) etwa 0,25 bis 0,5 ASA. In der Mittagssonne geht die Belichtungsmessung recht gut. Und nachdem man die Platte sofort entwickelt, kann man nach rund 10 min. sagen, wo man liegt und die Aufnahme eventuell wiederholen.

    Im Studio muss man wohl eine Belichtungsreihe machen (Kassettenschieber stufenweise herausziehen) und kommt so zu "seiner" Empfindlichkeit.

    Also ich hab bis jetzt ganz einfaches (dünnes) Glas verwendet (2mm) und nach Aufnahme und Entwicklung mit schwarzem Acryllack geschwärzt. Funktioniert einwandfrei. Die Sache mit Kathedralglas, Asphaltlack etc. kommt daher, dass ein Autor vom anderen abschreibt. Ein Beispiel: Ich habe meinen Schwiegervater (Bäckermeister) einmal gefragt, wie man ein Dampfel = Vorteig für einen Hefeteig ansetzt - wird ja in beinahe allen Rezepten beschrieben, aber immer etwas anders. Hat er gesagt: So etwas habe ich die letzten 50 Jahre nicht gemacht. Also zurück zu Wetplate: einfach probieren, am besten das erste Mal mit einem Kit (Franalog?). Aber Vorsicht: lebenslange Abhängigkeit ist möglich!

    Bei der Rotation bin ich übligens folgendermaßen vorgegangen:

    1 min. "Spülen"

    1 min. "Wässern"

    2 min. "Wässern"

    4 min. "Wässern"

    1 min. Netzmittel, nicht mehr rotiert(wegen der Schaumentwicklung), sondern in der offenen Dose manchmal bewegt

    Rollfilme in der 15xx Dose, Planfilme in einer 25xx

    Ich hab nachgesehen: Meine ersten Filme, die ich nach der Ilford-Methode gewässert habe, sind inzwischen 36 Jahre alt. Visuell lässt sich nichts bemängeln, sehen aus wie neu. Die Filme(FP4 und HP5) sind in Pergaminhüllen und wurden bei Raumtemperatur trocken gelagert.

    Hi!

    Sinar ist dafür bekannt, dass alles mögliche kombiniert werden kann.

    Aber: der Hinterlinsenverschluss wird zwischen Frontstandarte und Balgen (also hinter der Frontstandarte) montiert. Die Kupplung (Druckblende) greift durch die Frontstandarte ins Objektiv. Meines Erachtens macht die ganze Sache wirklich nur mit Sinar Kameras und im Studio Sinn. Ein einzelnes 300mm Objektiv (DB) plus Hili-Verschluss ist kaum billiger als ein Objektiv mit eingebautem Verschluss, und dann kommt die ganze Adaptiererei dazu. Wir wollen fotografieren, nicht basteln. Eine schöne Optik für 8x10 kostet zwischen 500 und 1000€, dafür hast du sie ein Leben lang. Ung wertstabil ist sie auch, die Preise steigen ganz leicht, aber stetig. LG Bert

    Gratuliere ebenfalls zur Tachihara - eine wunderbare Kamera!
    Bitte beachte, dass sie zwar Planfilmkassetten im "Internationalen" Format schluckt, aber (meines Wissens) kein Graflok-Rückteil hat. Rollfilmkassetten gehen nur als "Einschub" (Cambo, Sinar). Also beim Zubehörkauf achtgeben.
    Ich hab über 20 Jahre mit meiner Holzkamera fotografiert und verwende sie heute noch gerne (Landschaft, Portrait, Experimente,...)

    Ich habe auf den Laborator 1000 eine "Intrepid Enlarger LED light source" adaptiert. Für mich passt es sehr gut! Die Gradationssteuerung läuft über Filter unter dem Objektiv - damit kann ich leben.
    Die ganze Sache hat 180 Pfund / 200 € , 3 Monate Wartezeit und 2 Stunden Bastelzeit (Adapter aus Birkensperrholz) gekostet. Der Umbau ist reversibel, ich kann den Kondenserkopf in ca. 10 Min.wieder aufsetzen - werde ich wahrscheinlich nie wieder tun.

    Eine neue Chamonix kostet 1500€. Sagen wir, sie kostet um 700€ mehr als eine andere Gebrauchte. Wenn man sie 20 Jahre hat, sind das Mehrkosten von 9 Cent pro Tag. Ist das die Freude wert?
    Zur Intrepid: Sicher kann und wird man mit ihr gute Fotos machen. Ob man mit dem "Charme des Einfachen" leben kann, muss man selbst abschätzen. Wenn man sie kauft, weil sie billiger ist, rufe ich einen Ausspruch meiner Großmutter in Erinnerung: "Wer billig kauft, kauft zweimal!" (Kann ich für mich bestätigen: Im Kleinbild: Yashica Electro, Canonet GIII, Voigtländer Bessa R, R2, Leica M6. Im MF: Yashica Mat 124, Bronica SQ, Hasselblad 501 CM. Im Großformat: Eigenbau, Shen Hao G 45, Sinar F2)

    So etwas gab es schon einmal (ca. 1860). Die Kamera war mit Porzellan ausgekleidet und diente als Entwicklerschale. Mittels eines Gummiballons wurden nach der Belichtung die Chemikalien eingefüllt und wieder abgesaugt und so das Bild nach der Aufnahme entwickelt. Ich glaube, dass es sich um Ferrotypien gehandelt hat, bin mir aber nicht mehr sicher.