Posts by aksak_maboul

    Hallo, das käme darauf an, was Du machen willst. Ich sähe da spontan verschiedene Wege.


    1. Das Technische. Klar kannst Du den Verschluss checken. Halte das Objektiv neben Deinen Compi, mach mit audacity eine Tonaufnahme vom Klicken des Verschlusses. Die kannst Du dann ausmessen und grob schauen, ob was zu lange oder zu kurz läuft. Du kannst auch schauen, ob alles lichtdicht ist, indem Du bei geschlossenem Verschluss eine Kassette in die Kamera einlegst, den Schieber rausnimmst und das Ganze eine halbe Stunde in die Sonne stellst. Usw. Du hast eine Technika: passt die Entfernungsmesserkurve, passt die Entfernungsmessung an sich? Ist die Mattscheibe noch intakt, läuft alles butterweich und geschmeidig, oder muss noch ein wenig gereinigt und mit Vaseline zart geschmiert werden? Vgl. http://www.laflexcamera.com/linhof-technika-buyers-guide Man könnte das Objektiv auf Pilze oder Schleier untersuchen.


    2. Das Systematische. Vielleicht willst Du SW machen, vielleicht sogar Zonensystem. Besorge Dir eine Anleitung, wie man das ohne Densitometer kalibriert, Tip: Peter-Fischer-Piel: Das Zonensystem in der Schwarzweiss- und Farbfotografie, gibst in guten Bibliotheken oder antiquarisch. Wenn Du sowas machst, checkst Du das aktuelle Material in Verbindung mit den tatsächlichen Eigenschaften Deines Werkzeugs. Geht es um Farbe, würde ich eher mit Digitalaufnahmen vergleichen, indem ich Testkarten abfotografiere und den Film standardisiert entwickele. Aber auch die Belichtungsmesser wären zu checken, ob sie gut anzeigen, ob sie akkurat messen, wie sie in bestimmten Situationen messen usw.


    3. Das Geraffel an sich. Meist ergeben sich bei einem solchen Check ganz konkrete Aspekte, die man bisher ignorierte. Dann steht man da ohne Wasserwaage, Metermaß, Balgenfaktortabelle, Filterfaktortabelle, geeignete Lupe, Ersatzdrahtauslöser, brauchbaren Drahtauslöser, Spotbelichtungsmesser, Ersatzbatterie, Brillenputztuch, Elvira Tradition gelb, Stativschraube, Stativwechselplatte, Dunkeltuch und Dunkeltuchklammer, Kompendium-Sonnenblende, Filter, Regenschirm und Regenschirm-Stativklemme, eine Tragetasche.


    4. Das Konzept. Was will ich mit der Technika fotografieren, was nicht ohne die Technika zu fotografieren wäre, wieviele Filme brauche ich dafür, welche Variationen fallen mir ein, wie erweitere ich das Thema und bringe es stärker auf den Punkt. Man kann auch durchchecken, ob man planvoll mit der Kamera arbeitet, wie hoch der Filmbedarf pro Sitzung ist, wieviel Zeit man braucht, im Unterschied zu anderen Apparaten. Loszulaufen und zu warten, das einem was GF-würdiges vor die Linse kommt, ist unendlich mühsam, mühsamer als die Freuden eines trägen Verschlusses.


    5. Das Handwerk. Sind mir alle Verstellungen geläufig und in ihren Extremen bekannt? Bei der Technika kann man das Objektiv ja über das Gehäuse hinaus hochziehen ... Oder die Kamera drehen, oder das Rückteil verstellen usw. Verstehe ich die Wirkungen dieser Verstellungen? Habe ich ein wenig Literatur dazu? Falls es um Portraits oder Straßenfotos geht: habe ich einen planvollen Workflow, der mir das schnelle Fotografieren ermöglicht? Passt z.B. der Blitz? Hast Du alle Materialien zur Weiterverarbeitung der Negative? Ist die Dunkelkammer staubfrei, lichtdicht, ausreichend dimensioniert, stimmt das Wasser und die Entsorgung? Hast Du die richtigen Chemikalien gekauft? Hast Du was, wo Du die Negative in Ruhe trocknen lassen kannst?


    Aber allzu lange würde ich mich mit diesen Dingen gar nicht aufhalten. Zuviele Pirouetten vor dem Auftritt verderben die Performance.


    PS. Du bist sowieso länger dabei als ich, sehe ich gerade. Insofern trage ich gerade Eulen nach Athen. Super! Ich hätte vor dem Quatschen das Hirn einschalten müssen.

    Von daher will ich es euch und mir nicht weiter antun, hier Fotos zu zeigen.

    Also, ich bin jetzt angefixt und möchte Farbe machen, egal, wie ich das Dia dann später geprintet kriege. Heut morgen war ich in den Bergen, der erste Schnee oben auf den Gipfeln, davor und darunter lodernde Bergahornbäume im Gegenlicht, dahinter ein tiefblauer Himmel mit der richtigen Menge Schleierwölkchen drin, und ich Idiot hatte nur HP5+ dabei ...

    Auf dem fotografischen Niveau hier kann ich nicht mithalten. Von daher machts gut und noch viel Spass.

    Hast Du irgendein Wahrnehmungsproblem, oder kokettierst Du jetzt gerade, oder sind das die Missverständnisse der interkulturellen Kommunikation D-CH, die es tatsächlich gibt, weil Schweizer und Deutsche an denselben Aussagen bisweilen das genaue Gegenteil verstehen? - Die Zahl der Likes in dieser kurzen Zeitspanne zeigt Dir doch ziemlich eindrücklich, dass viele auf ein Bild wie dieses nur gewartet haben, oder? Wenn die Leuten nur noch technische Aspekte der digitalen Reproduktion thematisieren, dann ist doch der ganze Rest Deiner Arbeit mühelos durchgekommen, oder?

    An welchen Stellen hast du das Licht gemessen in dem Engadin Bild?

    Er hat mit Sicherheit an den richtigen Stellen gemessen. Die Farben sind einfach nur wundervoll. Wen man links auf die Nadeln in den Wurzeln schaut, ist das schon ein Einzelbild, ebenso die Felsen mit dem immer heller werdenden Wasser usw.


    Gerade in Farbbildern mag ich es, wenn es auch mal Schwarz gibt, zeichnungsloses, totales Schwarz, das ein formales Eigenleben entwickelt. Die Farbe fängt erst neben Schwarz an zu leuchten. Jan van Eyck, die flämischen Meister, später die barocke Malerei, alle nutzen Schwarz, um auf die Bunwerte der Farbe und deren Eigenleuchten hinzuarbeiten.


    Ich erinnere mich an die Automatenbilder aus dem Labor, da war das Schwarz wegen der Belichtungsmessung immer grau, und der dämliche Verkaufsidiot hinter der Theke, der sich groß im Fotobusiness wähnte, meinte: "Unterbelichtet!" Und ich erinnere mich an den hellen Gleichklang der 2000er Jahre in den vornehmlich topografischen Bildern der "Photonews" ... Natürlich kann man sich überlegen, ob die hellen oder dunklen Partien im Bild noch Zeichnung haben, die man herausarbeiten kann. Aber was die Buntwerte der Farben im Bild angeht, so sind die formidabel. Das ist ein Farbbild, kein Schwarzweissprint.

    Wer ernsthaft fotografiert, stellt sich andere Fragen.

    "Teurer" heißt ja auch "mehr Gewinnspanne" ... Ich meine, wozu schleppe ich morgen die GF-Kamera in die Berge, wenn nicht, um jegliche Aufwände zu maximieren?


    Hervorragende Bilder sieht man mittlerweile an jeder Ecke. Die Leute drucken sich ihre eigenen hochwertigen Fotobücher. Von den heutigen Qualitäten hätte man vor 50 Jahren nur geträumt.


    Die Frage ist, wie man das Produkt wirklich einzigartig hinkriegt und dadurch den Grundstein für eine (sammelwürdige) "Aura" legt, im Unterschied zum technisch massenhaft verfügbaren Foto (Benjamin). Das nicht mehr von Kodak angebotene Dye-Transfer-Verfahren wäre so etwas. Da kostet ein erster Print dann mindstens 1000 Währungseinheiten, die nachfolgenden kosten etwa die Hälfte, die Edition ist beschränkt, im eigenen Interesse. Man muss sogar die Farben selber herstellen. Und über Platz und viel Zeit verfügen.

    Es ist eine wahre Not. Dia, Farbe generell, ist so teuer geworden, besonders im Großformat! - Klar, kann man das selber machen, aber beim Vergrößern taucht das Problem ja wieder auf.


    Also digital weiterverarbeiten. Aber dann lieber direkt digital aufnehmen. Dann stimmt die Produktionskette und man spart sich etliche Probleme.


    Solche Bilder wie das obige: das sind mittlerweile echte Raritäten. Wenn man sowas sieht, könnte man sich gleich auch überlegen, ältere Verfahren wiederzubeleben, wie das Dye-Transfer-Verfahren, das Eliot Porter benutzte, https://duckduckgo.com/?q=Elio…ages&iax=images&ia=images - die Frage wäre, was mittlerweile teurer ist, wenn man farblich komplett analog, also handwerklich, nicht elektronisch, unterwegs sein möchte.

    Falls man dumme Fragen stellen darf, hätte ich da schon direkt eine. Und zwar, warum Du das vorhandene Lampengehäuse zersägst, statt es für gutes Geld zu verkaufen. Man kann doch an auf die Oberseite des Fokussierteils ein großes Brett mit einem viereckigen Loch (13x18) schrauben. Da kann man alles nach eigenem Gusto aufbauen, mit völlig freien Maßen.

    In der Geschichte des Menschen ist dieses Bild mit Sicherheit schon XXXXX-mal gemacht worden

    Ja, und?


    Die Menschen machen noch viel mehr jeden Tag, milliardenfach. Ziel ist ja nicht allein das Produkt, sondern auch der Weg dorthin und der Umgang der andern mit der Sache. Sollen wir nun niemals wieder ins Theater gehen, nur weil wir ein für alle Mal die "Carmen" auf arte gesehen haben?


    Zum Blatt: das ist natürlich superscharf, weil Du es eingeklemmt und planparallel fotografiert hast. Diese Schärfe verstört einen fast. Die kleinsten Gefäße flimmern in höchster Auflösung. Das sieht das nicht alle Tage. Das muss ich mir merken, obgleich ich immer Probleme damit habe, Glasflächen staubfrei zu halten.

    Ein Leica-Ingenieur erzählte mir mal, dass CMOS-Zellen mit ihren Mikrolinsen und Farbfilterschichten ungleich tiefer seien als Filmschichten. Generell müsse bei CMOS das Licht steiler auf den Sensor fallen. Weswegen man eigentlich Objektive neu rechnen müsse, die Bildkreise kleiner ausfielen und man sich mit Verstellungen von Filmobjektiven vor Digitalsensoren keinen großen Gefallen tue, weil gerade an den Rändern das Licht von der Seite einfiele. Bei Leica mache man die Mikrolinsen noch dicker als bei anderen CMOS, um das Licht an den Rändern besser in die Sensorzelle hineinzuleiten, was die erfolgreiche Verwendung der älteren Objektive ermögliche.

    Bei uns war vor einigen Jahren eine Hopper-Ausstellung. Ich fragte mich immer, ob es diese Orte wirklich gibt. Anscheinend gibt es sie. Es ist interessant, was das Aufnahmematerial mit den Formen macht. Die Objekte werden präsent, glimmen aus sich heraus, der helle Mantel, das Auto, aber auch der dunkel gekleidete Mann rechts der Frau mit dem Mantel. - Eben, wie bei Hopper, der das mit dem Pinsel realisierte. Wegen des Materials spielen auch übergreifende Schatten, die die Objekte in einen bildübergreifenden Rhythmus bringen würden, eine nachrangige Rolle. Sagenhaft, die Spiegelung auf dem nassen Trottoir. Und die rückwärtige Mauer. Man vermutet normalerweise einen Horizont dort, wohin die Fugen des Trottoirs fluchten. Aber dort ist eine Mauer. Im gleichen Weiß, das aus den anderen Dingen ausstrahlt. - Das Bild verändert unsere Sehgewohnheiten.

    Du hast ja so recht, ich bin jedesmal dazu angehalten, einen ganzen Vortrag zu halten (ist aber auch nicht so, dass ich das ungern erzähle). Aber ich denke mir gleichzeitig, dass es manchmal ganz schön wäre, die Ruhe zu haben, die ich zur Arbeit brauche

    Heutzutage fotografieren die Leute gerne QR-Codes mit dem Handy ab. Ein solcher, gut sichtbar auf der Ausrüstung oder als T-Shirt oder auf dem Dunkeltuch, könnte auf Deine FAQ-Seite mit erklärenden Bildbeispielen verweisen ...

    Aber sorry, ich hatte erwartet, dass GF-Lichtbildner soviel Kenntnisse von KB haben, dass man auch mit dem besten T/S- KB-Objektiv nicht die Ergebnisse von Fachkameras erzielt und dass man mit einem Auflagemass von 21mm wenig Spielraum für T/S hat.

    Aber sorry, ich hatte erwartet, dass digital arbeitende Lichtbildner soviel Kenntnisse von Bildbearbeitung am Computer haben, dass man auch mit den besten GF-Objektiven und GF-Kameras nicht die Ergebnisse von gestackten Schärfeebenen oder gestitchten Panoramen oder von perspektivekorrigierten 61-MP-Digitalaufnahmen erzielt und das man mit einem Auszug von 135mm viel Luft auf den Sensor pumpft, den man dann dauernd reinigen darf.

    Wenn das Objektiv nur für digitales Kleinbild benutzt wird und somit der Bildkreis nebensächlich ist, sollte man sich Gedanken machen, ob nicht ein neueres, für Digitalkameras gerechnetes Objektiv mehr Sinn macht.

    Ganz genau.


    Hier, https://mietstudios-sachsen.de/technik/, kann man sich für 20 Euro / 24h ein Apo-Sironar digital 135 mm 1:5,6 ausleihen, mit Zentralverschluss. Da läuft man dann halt durch die Stadt oder gleich ins angeschlossene Mietstudio, und 2000 Bilder später sieht man dann, ob es für einen passt.


    Wenn es passt, kriegt man das dann für 625 Dollar zu kaufen, http://www.igorcamera.com/rodenstock_digital_lenses.htm

    Ich meinte, daß es kaum Optiken mit fantastischer Auflösung/Kontrastvermögen gepaart mit hervorragendem Bokeh geben wird; Beides zusammen schließt sich eher aus.


    Klar.

    Aber die Vergütung hat auch Einfluß auf die Farbwiedergabe, und wurde z.B. auch zum Schutz der weichen optischen Gläser "erfunden".

    Moin, vielleicht wäre es für Robert Auer ja sinnvoller, er besorgt sich zwei Objektive, die unterschiedlichen Zwecken genügen?

    Mir bleibt die Forderung "das Beste" arg unverständlich. Das Beste wofür? Zu welchem Kriterium? Für alles?

    Das verstehe ich. Aristoteles kritisierte Platon wegen seiner Ideenlehre, weil die so absolut daher kam. Er meinte, etwas ist unter bestimmten Umständen gut für bestimmte Leute und in bestimmten Hinsichten.


    Bezogen auf die Frage nach dem Objektiv erwähnte ich die Filterpraxis sowie die Vergütung und die Verwendung in ungünstiger Witterung. geo erwähnte Kosten, Abbildung und Bildkreis. Jockel123 ging auf den Bildwinkel ein und relativierte den Preis (Prestige wäre auch eine Objektivleistung), Hei Sluft machte richtigerweise darauf aufmerksam, dass die Menge an Objektiven mit bestimmtem Bokeh eingeschränkt ist, während Diesch hinsichtlich der Eigenschaft "Fachobjektiv" auf die objektiv messbaren Werte verwies, die das Objektiv weniger in Erscheinung treten lassen. "Gute Werte" heißt ja eigentlich, dass das Objektiv durch Abwesenheit der Abbildungsfehler glänzt, dass man es also gar nicht wahrnimmt ... Ja, und Guadarmar verweist noch auf die sinnvolle Frage des Aufnahmematerials.


    Das wissen wir aber alles. Das weiß jeder, der keine Kompaktkamera benutzt und sich ein Wechselobjektiv kauft. Objektivtests, in denen die Objektivleistung als Kompromiss aus verschiedenen Aspekten besprochen wird, erscheinen ja bereits in der Computerbild. Es gibt ja noch Webseiten mit "lens tests", auf denen tabellarisch Werte aufgeführt werden. https://web.hevanet.com/cperez/testing.html


    Aber.das ist arg abstrakt. Ich habe ein schönes Symmar-S 210, für meinen Begriff sehr gut, mein Lieblingsobjektiv. Aber ich nehme es nie mit, denn es ist zu schwer, hat eine Riesenfiltergröße, passt nicht beim Transport in die geschlossene Kamera. Das G-Claron 210 schon. Also, that's the way aha aha I like it.


    PS. Robert Auer Was hat die Vergütung mit der Farbfotografie zu tun? Ich dachte, Vergütung wurde erfunden, um interne Reflexionen aufgrund einer erhöhten Anzahl an Oberflächen in Systemen mit vielen Linsen zu reduzieren, bei Gegenlicht? Man kann ja auch mit unvergüteten Objektiven Farbfotografie machen, oder?

    Der Preis ist nicht das wichtigste Kriterium für ein gutes Objektiv.


    Wenn ich irgendwann noch eine 135 Linse brauchen werde, dann wird es mit absoluter Sicherheit ein Fujinon 135/5,6 in einem Seiko, den das kleine Teil ist rattenscharf und deckt sogar das 13x18 Format.

    Kann ich klar auch empfehlen. Das ist das Objektiv, das ich bei Regen einsetze, weil es ein wenig den Schleier hat, aber das kann auch vom Putzen durch den Vorgänger kommen. Die Seiko-Linie ist einfachvergütet und hat bis 135 noch 46 mm Filtergewinde. Sie kosten gar nicht viel. Seiko-Verschlüsse sind auch gar nicht schlecht. Das ist einfach eine kompakte, verlässliche Linse für die Jackentasche.