Posts by aksak_maboul

    Hallo, und auch von meiner Seite ein Willkommen hier im Forum.

    Darf ich Dir einen Rat geben: lass die Intrepid. Wenn Du Nikon und Leica gewohnt bist, ist die Intrepid zu fummelig. Die Sachen sind 3d-gedruckt und angeklebt. Der Wiederverkaufswert ist zu niedrig, die Präzision zu gering. Das 90er wirst Du nur sehr schlecht shiften können, wegen des starren Balgens. Die Intrepid ist keine Einsteigerkamera. Sie ist für Leute, die wissen, was sie wollen: geringes Gewicht, was für den Regen oder Schnee, etwas, was kaputt gehen darf und trotzdem noch - bei richtiger Technik - gute Bilder machen kann.

    Nimm nur mal die Nullstellungen: die gibt es gar nicht. Wenn Du hinten die Rückwand abklappst: hat die dann einen Winkel, der sich vorne an der Frontstandarte reproduzieren lässt, damit beides planparallel ist? Nein - das haben aber fast alle Metallkameras wie Wista 45 N, D, RF, die Horseman 45FA, die Toyo meines Wissens, die Technikas erst recht.

    Wenn es was günstiges sein soll, rate ich Dir zu einer Wista 45 N, VX, SP oder D, oder einer Technika IV folgende, oder einer Horseman 45 FA oder 45 HD, oder im Studio zu einer Sinar.

    Falls Du Schweizer Connections hast: hier ist eine Linhof Kardan ST-E mit Wechselschlitten für 250 CHF, das sind 250 Euro! https://www.tutti.ch/de/vi/solothur…kamera/65851375 Dafür nach Basel zu fahren: das könnte sich lohnen. Das ist DIE Maschine für George-Hurrell-Bilder. Den Laborator würde ich dann auch gleich mitnehmen: https://www.tutti.ch/de/vi/solothur…ensors/65820163 - beides zum Preis einer Intrepid ...

    Frohes Schaffen!

    Hat er Dich wenigstens noch ganz gestresst gefragt, ob man etwas sieht? Das passiert mir immer - ich antworte dann, ja, der Deckel ist ab vom Objektiv.

    Manchmal fragen die Leute mich, welchen Vogel man entdeckt hat - als ob man mit der GF-Kamera Wildtierfotografie betriebe ... - obwohl, Eliot Porter ...

    Oder war das so ein Idiot, der dachte, schau mal, Du zurückgebliebener Dinosaurier, heute macht man das so ...

    Hallo,

    vielleicht darf ich Dir noch ein paar Ratschläge geben, ich habe diese Tips aus Jim Stone: A User's Guide to the View Camera, 1987. Für mich funktioniert das alles sehr zufriedenstellend.

    1. Wenn Du die Negative aus den Kassetten nimmst, lege sie mit der Schicht nach unten in eine Schachtel ab, und zwar quer, so dass der ganze Stapel an der rechten Seite aus der Schachtel herausschaut. Die Schachtel muss dazu kleiner sein als die Langseite der Negative. Ich nehme einfach eine Filmschachtel, in der ich den Stapel quer ablege.

    Dadurch kannst Du nachher die Negative mit der linken trockenen Hand vom Stapel nehmen und mit der rechten nassen Hand in das Vorwässerungsbad legen. Wenn beide Hände nass sind, verklebst Du die Filme unrettbar. Sollte das passieren, musst Du die Filme im Vorwässerungsbad sehr vorsichtig auseinander nehmen.

    2. Das oberste Negativ des trockenen Stapels rotierst Du um 180 Grad, immer Schicht nach unten, so dass die Filmmarkierung an der anderen Seite ist. Dadurch hast Du einen Hinweis auf das erste Negativ, das Du in den Entwickler überführst. Das wird später wichtig sein beim Bewegungsrhythmus, denn der richtet sich immer nach einem jeweiligen vollen Durchlauf des Stapels in der Rotation von unten nach oben. Ich merke, dass jetzt wieder das erste Negativ des Stapels vorliegt, weil ich die Kerbe mit dem Zeigefinger spüre. Die anderen Negative haben die Kerbe auf der gegenüberliegenden Seite.

    3. Jetzt kommt der Stapel nacheinander ins Vorwässerungsbad, das gedrehte Negativ zuerst, alles immer mit der Schicht nach unten, um Kratzer zu vermeiden. Nimm Schalen mit Rillen, die nach oben gehen. Sollte es auf einer oder mehreren Rillen Mikrokratzer haben, ist das der GAU. Dann sind Kratzer vorprogrammiert. Ich flamme die Rillen regelmäßig mit dem Campinggaz Lötbrenner ab und singe dabei "Feurio !". Ein Feuerzeug reicht auch.

    4. Sind alle Negative im Wasser, hebst Du den Stapel leicht an - er schwimmt von selbst -, und ziehst das unterste vorsichtig raus, um es immer mit der Schicht nach unten oben auf dem Stapel abzulegen und alles wieder sachte runterzudrücken, damit Entwickler überall dran kommt. Bei 4 Negativen machst Du das so, dass das 30 Sekunden dauert, Du lässt Dir also 7,5 Sekunden Zeit pro Negativ.

    Du darfst mit den Fingern von unten mitten auf die Schicht greifen, kein Problem. Das ist sogar gewünscht, denn dadurch hebst Du den Stapel hoch, weg vom Boden, vermeidest also Kratzer von den Rillen, und außerdem hast Du ja weiche Gummihandschuhe an, aus der 100er-Packung für 10 Euro, Baumarkt, Nitril oder Kautschuk, wie die Spitzenköche im Fernsehen.

    Wenn Du 6 Negative hast, hast Du logischerweise 5 Sekunden Zeit. Ich finde 8 Negative ganz bequem, und es hat dann immer noch genug Entwickler - obwohl 6 Negative eigentlich ideal wären.

    Man muss dazu sagen, dass ich 13x18-Schalen für 13x18-Negative benutze. In diese Schalen gehen 1500 ml Rodinal 1+50 für Fomapan 100.

    Von dem Tip, die Schalen immer eine Nummer größer zu wählen, habe ich bisher noch nicht so profitiert. Wenn ich 4x5 in 13x18-Schalen entwickele, muss ich die Filme immer suchen gehen. Sie rotieren dann auch von selbst, und das alles gibt Kratzer.

    5. Hast Du den Bewegungsrhythmus jetzt 3 Minuten lang geübt, überführst Du das erste - umgedrehte - Negativ in den Entwickler. Die erste halbe Minute sind für das Einlegen. Die Zeit läuft ab dem ersten Negativ, und die anderen folgen im 7,5 Sekundenrhythmus. Idealerweise hast Du jetzt alle 30 Sekunden das Negativ mit der Kerbe in den Fingern, und dann folgt der Rest.

    6. Du entwickelst dannn Deine Zeit, und nach Ablauf der Zeit überführst Du das erste Negativ (das mit der Kerbe) in das Zwischenwässerungsbad (Stoppbad brauchst Du nicht, ich nehme immer das Vorwässerungswasser, wegen Umweltschutz. Da ist nichts anderes drin als die aufgelösten Reste der Lichthofschicht. Und zu viele Schalen machen einen nur kirre im Dunkeln). Mit einer Wässerung stoppst Du die Entwicklung. Für Fomapan wird beispielsweise abgeraten, ein Stoppbad zu nehmen, weil das Spuren hinterlässt. Ilford ist da sicher etwas weniger prätentiös.

    7. Anschiessend dasselbe mit der Fixiererei. Nach 1 bis 2 Minuten kannst Du das Licht anmachen und den ganzen Bewegungsrhythmus noch einmal bei Licht durchschauen. Ich kenne niemanden, der es prozessspezifikationsgemäß länger aushälten würde ...

    8. Wässern in fliessendem Wasser, 10 Minuten bei dauernder Rotation, immer im gleichen Bewegungsrhythmus, der Dir dann irgendwann eh in Fleisch und Blut über geht. Ein leichter Wasserfluss reicht. Es ist ja nur dünner Film, kein dickes Baryt. Am Ende Netzmittel. Nur 1 Tropfen, und 1 Minute schlussrotieren.

    9. Entwickler: Adonal macht mit HP5 horribles Korn. Die anderen Entwickler kenne ich nicht. Ich mag Adox nicht, egal was, aber das ist subjektiv - also eher Bellini. Für HP5 wäre HC110 eine sehr gute Wahl. Rodinal / Adonal (was irgendwie auf geheimnisvolle Weise aus wohlbekannten Gründen dasselbe ist, aber nicht so heißen darf oder soll) ist gut für Fomapan 100, aber auch das ist meine subjektive Erfahrung.

    10. Zeitnahme: ich nehme eine Armbanduhr mit analogem Zifferblatt. Bei beispielsweise 7 Minuten Entwicklungszeit fange ich bei 0 an, in der Vorwässerung, überführe das erste Negativ in den Entwickler bei Ende von Minute 3, und nehme das dann raus bei Ende von Minute 10. Die Armbanduhr habe ich am linken Handgelenk - die Leuchtziffern zeigen eh vom Film weg. Die Gummihandschuhe, die ich benutze, sind schwarz - viel sieht man da nicht, zumal die Negative ja auch mit der Schicht nach unten in der Schale schwimmen und meine nasse Hand die rechte ist, nicht die linke.

    11. Kautschukhandschuhe sind besser als Nitrilhandschuhe. Beides ist besser als blutte Finger.

    12. Schalenentwicklung ist eine sehr bequeme und intuitive, zuverlässige und niederschwellige Art der Entwicklung, ohne Spiralengefummel, Suche nach verlorenen Negativen im Tank, staubbewehrtem Herausfummeln nasser Filme aus den Spiralen. Man muss es üben, am Anfang gibt's immer Kratzer, aber irgendwann läuft alles wie von selbst.

    Warum wütend?

    Der Typ findet sein Bild noch nicht einmal wieder, weil er seinen damaligen Laptop wegen des defekten Akkus und des verlorenen Ladekabels nicht mehr starten kann.

    Zwar hätte er das Bild noch auf der SD-Karte in der Kamera, aber weil ihm ein Bär drauf geschissen hat, startet die auch nicht mehr. Vielleicht hat er sie einfach auf dem Armaturenbrett gelassen, und die Feuchtigkeit korrodierte die Lötstellen des Chips, wie das bei einem sehr namhaften Hersteller mal vorkam.

    Dein mit der Seal auf Museumskarton aufgezogene Bild strahlt dagegen jeden Tag aufs Neue.

    Es kann vieles sein:

    Stockflecken, wenn an einem feuchten Tag in einem feichten Raum in einem feuchten Rahmen gerahmt wurde.

    Genau der fehlende Archivkarton.

    Zu altes, verbrauchtes Fixierbad, zu kurze Fixage, kein Hypo bei der Wässerung, zu kaltes Wasser, zu kurze Wässerung, schlechtes Strömungsverhalten im Archivwascher?

    Ist das Baryt? PE? Tintenstrahlpapier? Irgendein namhafter Hersteller oder Subprimeware?

    Natürlich sind solche Flecken der Alptraum keine Frage.

    Ich habe solche Flecken auf 30 Jahre überlagertem PE von Ilford, mit dem ich mit den Kindern eyperimentiert habe (Hände unterm Vergrößerer aufs Blatt legen). Das hatte ich mit altem Bad zu lange fixiert und zu kurz gewässert.

    Ich kaufe die Filter als Occasion. Nur weil da 20 Bilder mit gemacht wurden, sinkt da ja nicht die Bildqualität.

    Produziert eigentlich noch irgendjemand SW-Einschraubfilter? Digital braucht man die ja eher weniger, oder?