Posts by Ica292

    Vielen Dank, aber dass Rodenstock zwischen 1910 und 1940 nur 900 Objektive gebaut haben soll, ist doch eher unwahrscheinlich.
    Und der für mich interessante Bereich um 38.000 kommt überhaupt nicht vor.

    Die in der angegebenen Tabelle genannten Zahlenwerte vor 1945 sind einfach mit tausend zu multiplizieren, dann stimmen sie mit den bekannten Angaben überein.

    Im übrigen freue ich mich, jetzt Angaben zu nach 1998 gebauten Rodenstock-Objektiven zu haben, die fehlten mir bisher.


    Von Rodenstock kursieren leider nur diese doch recht lückenhaften zeitlichen Angaben.

    Möglicher Grund dafür können allerdings Produktionsbatches sein - diverse Hersteller haben Nummernkontingente für bestimmte Objektivmodelle und/oder bestimmte Großkunden reserviert, das kann genauere Angaben sehr erschweren.

    Solcherlei Angaben sind jedoch immer mit einer gewissen Vorsicht zu betrachten. Einzelne wenige der Nummern zu Compuren und Objektiven in meiner Sammlung passen nicht zu dem Nummernschema der jeweiligen Hersteller. Bis jetzt habe ich immer einen Grund dafür gesehen (nicht geprägte Ziffer; für Voigtländer reservierter Nummernbereich).

    Exakte Zuordnungen bis hin zum Produktionstag erlauben nur Werkbücher - manchmal gibt's eines in der Bucht zu kaufen ... es gibt Fans, die dafür einiges hinblättern ...

    Na gut, es ist kommt vor, dass leere Originalkartons zu Plattenkameras teurer gehandelt werden als eine dazupassende funktionsfähige Plattenkamera ...


    Objektive etwa von Schneider-Kreuznach ermöglichen eine deutlich schärfere zeitliche Einordnung.


    Wieviele Objektive während WK I und WK II gebaut wurden - das ist eine ganz andere Frage.

    Nach WK II haben einige Hersteller neu zu zählen begonnen.

    Bei Rodenstock heißt die Nummer 2.000.000 "erstes 1945 und mit neuer Zählung gebautes Objektiv".

    Auch Compur hat 1945 mit neu aufgesetzter Nummer begonnen.

    Im übrigen hat kaum je ein Hersteller die Produktion mit der Seriennummer 1 begonnen - wer kauft denn gleich ein neues Versuchsobjektiv aus einer als Nullserie erkennbaren Serie? (Klar, einen Sammler würde das später interessieren).

    Die meisten Hersteller haben beim Neuaufsetzen mit einer oft deutlich höheren Nummer begonnen als vor dem Krieg, es gibt aber auch den Fall, dass ein Hersteller dieselbe Seriennummer zweimal verwendet hat ...

    Manche Hersteller haben übrigens anfangs bei unterschiedlichen Objektivtypen neu zu zählen begonnen ...

    Auch ich schleife mit Siliciumkarbid (Glas: nass Vorschleifen mit 400er-Körnung, nass Fertigschleifen mit 600er) wie beschrieben.
    Meine Ausrüstung sieht so aus:

    Glas des Schleifers etwa 5x6cm, da ursprünglich 3mm-Glas war es unaufgeregt mit Silberschnitt-Glasschneider ausschneidbar.
    Abgerundet und seitlich beschliffen mit einer Naßschleifmaschine (ein sich langsam drehender Schleifer, der in ein Wasserbad taucht).
    Der Griff ist ein angeklebter, oben leicht gerundeter Kinderbauklotz.
    Inzwischen ist dieses Glas nur noch 2 mm stark, in absehbarer Zeit ist ein neues fällig.


    Mein Avatar ist eine ICA 292 - Plattenkamera mit dem für eine deutsche Kamera ungewöhnlichen Bildformat 9x14cm (englisches "Postkartenformat" - in Deutschland verwendete man 10x15cm).
    ICA-Kameras und insbesondere ihre Nummern sind eigentlich bestens dokumentiert - aber diese habe ich noch in keinem Katalog gefunden, auch keine andere reine ICA-Plattenkamera dieses Formats.
    Sie stammt nach ihrem Gesamtbild aus der Zeit von WK I. ICA produzierte auch für den Export nach England. Es dürfte sich um kreative Resteverwertung nach Ausrufen der Kontinentalsperre handeln.


    Normalerweise schleife ich 6.5x9cm bis 10x15cm-Scheiben für meine Plattenkameras.
    Die dürfen in der Regel 1 bis 1.5mm dick sein.
    Als Glas verwende ich deshalb alte Glasnegative - ungebraucht (und längst abgelaufen) bzw. mißlungene Negative. Die haben für die meisten Kameras der Formate 6.5x9, 9x12, 10x15 und 13x18cm bereits das passende Maß und sind 1 mm stark.
    Als Unterlage für die Glasplatten verwende ich dünnen Verpackungsschaumstoff (im Bild rechts). Altermativ können ein paar Zeitungspapierblätter verwendet werden. Letzteres hat den Vorzug, dass sich im Zug des Schleifens die Rückseitenbeschichtung des Glasnegativs leichter löst, ist aber eine Schweinerei. Die Beschichtungen sind ggf. natürlich zu entfernen.
    Ecken abschleifen geht gut mit der kleinen (und unaufwendigen) Nassschleifmaschine.


    Für manche Kameras sind allerdings andere Formate nötig als die der Negative.
    Das harte 1 mm-Glas der Negative mit einem "Dünnglas"-schneider zu schneiden ist mir noch nicht gelungen, zumindest längere Schnitte, und auch bei kürzeren ist Bruch fast vorprogrammiert - naja, "dünn" meint ja auch Glas von ca. 3mm (!) Dicke, also schon fast Panzerglas ...
    Glasnegative gibt es aber auch nicht beliebig viele ...
    In solchen Fällen ziehe ich anderes Material vor.
    Die in diesem Forum angegebenen Schleifzeiten reichen mir nicht, etwa 15min setze ich an (manchmal dann nochmal 5 min, wenn die Scheibe unebener war).
    Plexiglas hat den Nachteil, relativ schnell zu vergilben.
    Ich verwende deshalb Lexan - eine mittelgroße Scheibe reicht für hunderte Mattscheiben. Lexan ist auch etwas leichter zu verarbeiten, und zwar mit Holzwerkzeug (Holz- oder auch Eisensäge, Feile, ...).
    Als Stärke empfiehlt sich 1.5mm (2mm ist meist zu dick, 1mm doch etwas sehr biegsam ...).


    Für derartige Scheiben entfällt der Vorschliff mit 400er-Körnung.
    Ist der erste Schliff nicht genug, sollten Werkzeug und Platte sorgfältig gereinigt werden, sonst sind Kratzer und damit deutlich Mehraufwand vorprogrammiert.


    Gruß, Ica292