Posts by Kurt

    Es geht mir einzig und allein um das Trocknen.

    Meine Erfahrungen/Erinnerungen dazu sind: Früher war alles besser :) ! Da gab es noch Formalin(?) auf dem Papier, und man konnte die Büscher-Presse hochheizen und gut war's. Dann bemerkte ich, dass sich das Muster des Leinentuchs auf der Baryt-Oberfläche abzeichnete, stöberte im Internet und las über hohe Hitze und das EU-Formalin-Verbot , und dass man dem wohl über den Aquarienhandel mit Pilzschutzmittel für Fische begegnen könne. Stattdessen trockne ich seither meine Baryts auf Fliegengitter fast trocken, bei Eile mit Unterstützung durch ein Warmluftgebläse, dann das krumme Papier zwischen zwei PAT-geprüfte Kartonblätter in die Büscher-Presse, mit halber Temperatur(!), dann sind sie nach 15 Minuten trocken und spiegelglatt.

    Ist ein Passfoto eine Abbildung eines Menschen oder ein Bild eines Menschen?

    Meine spontane Antwort dazu: das zu bestimmen, liegt an der jeweiligen Person.


    Der Fotograf, der das Passfoto gemacht hat, sieht es sicherlich als reine Abbildung; Der Polizist, der Dich kontrolliert, ebenso.


    Du selbst, bei Betrachten Deines Passfotos, siehst es vermutlich als Bild. Wie sehen es Nachbarn, Familie, Freunde, Feinde? Ich schrieb ja schon weiter oben, dass der visuelle Eindruck nur ein Teil der Geschichte ist, der (überwiegende?) Rest kommt aus dem eigenen Kopf des Betrachters dazu, und macht die Abbildung gegebenenfalls zum Bild.


    In dem kurzen Film "Karambolage", auf den aksak aufmerksam machte, wird gesagt: "...Bedeutung hinter dem Sichtbaren..."

    Ein Foto wäre idealerweise ja auch ein Abbild des Urbildes im Kopf.

    Meiner Ansicht nach kein direktes Abbild, sondern lediglich der visuelle Faktor, der neben anderen (Wissen, Vorurteile, gute/schlechte Erfahrungen etc.) zum Entstehen eines "Bildes" im Kopf des Betrachters beiträgt.

    Und eine Abbildung sollte durchaus auch durchdacht sein und unterliegt gewiss auch einem Konzept.

    Einverstanden! Ich will auch Abbildungen überhaupt nicht abqualifizieren. Als Reportage-Foto z.B. sind sie sehr wertvoll. Ich sehe aber einen deutlichen Unterschied zwischen der rein informativen Dokumentation (=Abbildung) eines Autounfalls für die Versicherung und z.B. "Diving suits drying" (=Bild) von Paul Nash.

    Ich fürchte, der Anspruch auf geistige Bilder ist nur ein Vehikel, um die eigene Bilderproduktion zu nobilitieren, edel zu reden.

    Im Grunde einverstanden, wobei ich hier noch "sehr häufig" einfügen würde. Das Bestreben, " die eigene Bilderproduktion zu nobilitieren" findet sich ebenso bei Bildern, die technisch perfekt sind, aber total langweilig. Auch da müsste ich nicht lange suchen.

    Wie oft ergibt sich die Bildaussage oder der anschauliche Charakter, ein Strukturgesetz des Bildes, erst sukzessive, im Zug der Bildwerdung im Labor!

    Das ist aber ein neues Fass, was Du da aufmachst, oder?

    Bild ist der allgemeinere Begriff, steht für Verschiedenes im Deutschen. engl image, von lat. imago, früher wahrschl auch für Abbilder (von Göttern)

    Dieser gedankliche Ansatz gefällt mir. Die Gegenüberstellung von "Bild" und "Abbild" mit jeweiligem Blick auf verwandte Wortverwendungen. Zu "Bild" fallen mir sofort ein: Bildung, bilden, Imagination (s.o. imago), sich ein Bild machen, Bildhauer;

    zu "Abbild" eher wenig: eben ein Abbild von etwas.

    Daraus kann ich für mich schließen: Bild ist etwas, was zu großen Teilen dadurch entsteht, dass der Betrachter einen Beitrag leisten kann/soll/muss, damit dieses Bild in seinem Kopf entsteht, also mit Kreativität verknüpft ist, während ein Abbild hauptsächlich eine Information übermittelt.

    Das stelle ich ja auch fest, wenn ich meine Bilder präsentiere, und dabei ganz unterschiedliche Reaktionen erfahre:

    Nimmt der Betrachter mein Bild als Bild wahr, dann sagt er z.B.:"Oh, so habe ich das ja noch nie gesehen, da stellen sich die Nackenhaare auf", während bei der Wahrnehmung desselben Bildes als Abbild:"Achja, der Eiffelturm, da müsste auch wieder mal Rostschutz drauf".

    wer schafft gute Betrachter für das Bild?

    Mein Ansatz dazu (s.a. #66) geht weiter zurück: "Für wen mache ich das überhaupt?". Ich sehe mich selbst als die wesentliche Zielperson. Ich möchte wissen, wie die Dinge als Fotografie aussehen, so ähnlich hat es ja schon mal jemand formuliert. Dadurch intensiviere ich mein Empfinden für meine Umgebung, werde aufmerksamer, werde empathischer (auch im kleinen Blätterhaufen am Wegrand geht die Post ab). Ob es darüber hinaus "gute Betrachter" meiner Bilder gibt, ist mir weniger wichtig.

    Machst du deine Bilder nur für dich und zeigst sie niemandem? Das wäre doch schade. Wenn sie gut oder interessant sind, machst du anderen doch auch eine Freude, wenn sie die Bilder betrachten können.

    Das ist ein Thema für eine "echte" Gesprächsrunde, wo man zusammensitzt, ggf. auch nonverbal sich beteiligt, einander ins Wort fällt, zustimmend grunzt oder leicht genervt tief ein- und ausatmet; via online-Bildschirm fällt das schwer, bzw. ist nicht möglich. Es gibt daher nur eine Handvoll Menschen, denen ich meine Bilder gerne zeige, weil sie sich Zeit nehmen und Mühe geben für fundiertes Lob und Kritik. (Das funktioniert dann auch vice versa.)

    Pro Woche mache ich als bekennender Dilettant ("delectare") allerhöchstens 1 - 2 Bilder, deren Aufnahme und Ausarbeitung dann jeweils mehrere Tage/DuKa-Abende in Anspruch nehmen. Sämtliche Bilder, bei denen ich dann anfange, für Schwachpunkte Entschuldigungen/Erklärungen zu formulieren ("...bei dem Licht da ging es nicht besser... /... man soll es auch nicht aus der Nähe betrachten.../...usw...) wandern in die Tonne.

    So, und am Bildschirm gefallen mir meine Bilder überhaupt nicht! Weder im Format, noch in den Ton- und Grauwerten, noch in der Oberfläche, von Haptik kann ja sowieso keine Rede sein.

    Wenn ich an frühere Ausstellungen zurückdenke, war meine größte Freude eigentlich die intensive Vorbereitung mit Auswahl, Passepartoutschneiden, Einrahmen, Gruppierung und finaler Hängung, um dann meine DuKa-Sprösslinge nebeneinander an der Wand zu sehen. Will sagen, die Präsentation habe ich im Grunde für mich persönlich gemacht, was sich über die letzten Jahre dadurch bestätigt, dass ich mit Genuss in meinen Bilderarchiven blättere, sowie mit großer Begeisterung neue Bilder mache, ohne die Resonanz eines größeren Publikums zu vermissen.

    Äh...dann schwingt das Brett vom rechts nach links?!

    Das wird dann voraussichtlich so sein, wenn Du es in diese Richtung hin und her bewegst, wobei eine Kamera ja normalerweise nicht bewusst seitlich hin und her geschüttelt wird (obwohl, der Wind, der Wind, das himmlische Kind...), aber senkrechte Schwingungen werden wohl wirksamer unterbunden.

    Aber dafür braucht man doch keine Kamera auf die Seite zu legen

    Doch doch! War mir bisher noch gar nicht bewusst, leuchtet mir aber spontan ein. Ich stelle mir dazu gerade ein dünnes Brett vor, das ich an einem Ende halte und auf und ab bewege. Halte ich das flach, dann schwingt das andere Ende kräftig rauf und runter, halte ich es hochkant, drehe es also um 90°, dann ist es deutlich weniger schwingungsfreundlich.(ersetze "Brett" mit "Laufboden")

    Mal ne Frage nebenbei, wobei soll sich eigentlich eine GF Kamera um die
    Hochachse verdrehen?

    Aus meiner Erfahrung dann, wenn die Hochachse zur Querachse wird, d.h. wenn man aus bestimmten Gründen die Kamera um 90° seitlich abkippt, um das Objekt vor der Kamera mit dem nötigen Swing aufnehmen zu können. Durch das Abkippen wird ja das Tilten um die Querachse zum Swingen um die Hochachse, und verwandelt so den bei meiner (und vermutlich vielen anderen GF-Kameras?) manchmal zu geringen seitlichen Swing-Bereich bei normaler, aufrechter Kameraposition in einen entsprechend größeren "Swing-ehem.-Tilt"-Bereich. Bei längeren Auszügen kann das dann schon mal zum vorderen Absacken/Verdrehen führen, wenn die Friktion der Befestigung nicht ausreicht. Außerdem soll wohl dadurch das Torkeln unterbunden werden (da wissen SINAR-Besitzer aber Genaueres...).

    warum schaust du nicht nach einem richtig hohem Stativ ... alt und gebraucht ... sehr günstig

    Oder so!

    Tja, warum eigentlich nicht ... „Sieh, das Gute liegt so nah."


    Also, ich werde mir anhand Eurer zahlreichen Tipps das Ganze in Ruhe überlegen, was daraus geworden ist, kann ich ja dann hier präsentieren; zunächst mal vielen Dank an alle :) :) :) !

    Ries-Tripods Usa bietet die Schraubverlängerung serienmässig an.

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    Ahja! Gefunden! Das sind mir zwar (nur zum mal Ausprobieren) zu viel $$$, gibt mir aber Motivation, selber was zu bauen.

    Danke auch für die warnenden Stimmen von Frank und Jens; ich habe vielleicht durch meine lässige Formulierung ("Basteln") einen irreführenden Eindruck erweckt; nee nee, wenn ich da was mache, dann hält das auch 8)