Posts by Lichtbildner

    Genau. Und die wenigen Regeln kann man vereinfachen, indem man generell etwas überbelichtet und unterentwickelt (Schnappschussmethode). Dann reicht sehr oft die einfache Lichtmessung, und den Rest erledigt dann Splitgrade.

    Was sehr viele FotografInnen auszeichnet: dass sie stunden-, tage- und wochenlang in ihrer Dunkelkammer stehen und das eine Negativ in mühevoller Kärrnerarbeit ausarbeiten. Das ist Fleiß, und das nimmt einem ein Computer mit Leichtigkeit ab.

    Wir sehen das ja täglich, wie einfach und billig es ist, eine Ebenenmaske über ein Bild zu legen und dann partielle Kontraste im Bild zu steuern. Gefällt es uns nicht, schmeißen wir die Ebene in den virtuellen Mülleimer.

    In der Dunkelkammer geht das richtig ins Geld, und am Ende ist man körperlich und psychisch bisweilen richtig ausgelaugt. Und ich spreche nur von SW ...

    Midjourney ist schon ziemlich nah dran an AA. Und die Reise hat ja gerade eben erst begonnen. Es rechnet der Intention des Nutzers motivisch und tonal durchaus entsprechend um. Jedenfalls wenn es um Dateien fürs Web geht, wie hier in PP. Man müsste so etwas mal 40x50 cm mit UltraChrometinten geprintet auf einem Fina-Art-Baryta begutachten können:

    aus dem Newsletter:

    Monochrom-Kassel hört auf

    Der Monochrom-Shop bleibt

    Nach 33 Jahren schließt Monochrom-Kassel seine Pforten. Der Monochrom-Shop mit dem bekannten Sortiment wechselt im Sommer nach Süddeutschland zum rennomierten Anbieter PHOTOLUX in Schwabach. Gleichzeitig mit dem Wechsel zu PHOTOLUX wird es einen neuen Monochrom-Shop geben mit dem bekannten einzigartigen Sortiment an Spezialprodukten rund um die Präsentation und Bestandserhaltung von Fotografie. Das Monochrom-Motto „Für die Fotografie“ umschreibt seit jeher das Bestreben, wertvolle fotografische Originale für die Nachwelt erhalten zu helfen. Dazu braucht es das entsprechend zertifizierte Material, welches hilft, dass diese Originale bei Präsentation und Aufbewahrung keinen Schaden nehmen. Im Monochrom-Sortiment findet sich genau dieses: von FineArt-Papieren über P.A.T.-zertifizierte Kartons, Boxen und Portfolio-Mappen bis hin zu chemisch neutralen, alterungsbeständigen Papier- und Klarsichthüllen sowie Restaurierungsmaterialien. Mit PHOTOLUX haben wir einen kompetenten Partner gefunden, der unseren Ansprüchen voll und ganz gerecht wird und sehr gut dafür geeignet ist, das Monochrom-Sortiment für die Zukunft zu erhalten und auszubauen.

    Für Sie als Kundin und Kunde ändert sich fast nichts. Sie müssen sich lediglich aus datenschutzrechtlichen Gründen im dann neuen Monochrom-Shop neu anmelden und registrieren. Wir bedanken uns bei allen Kunden für ihr Vertrauen, vor allem bei jenen, die uns all die Jahre begleitet haben. Halten Sie Monochrom by PHOTOLUX die Treue!

    Mit den besten Wünschen, Ihr Monochrom-Kassel-Team.

    Sagt er. Aber ich will´s ihm glauben. Engländer sind ehrliche Leute. So lange sie nicht in doe Politik wechseln.

    Nur manchmal habe ich mir beim Betrachten so gedacht: Hm, 20 bis 40 Kilometer am Tag zu Fuß durch unebenes Terrain und dann trifft man auf ein wirklich tolles Sujet und hat schon wieder so ein unverschämtes Glück was Licht, Wind und Wetter angeht, man muss nicht noch einmal und noch einmal und noch einmal zurückkommen weil jetzt passt dann endlich mal alles: Foto im Kasten.

    Aber, selbst wenn er ein bisschen geschummelt hätte, wäre mir das auch egal, ist ja keine Dissertation, sondern Kunst. Hier überzeugen Konzept und Umsetzung.

    Einerseits die Bilddatendusche, die flutsch von vorn aus dem Bildschirm auf die Sehzäpfchen prasselt, und von der das kategoriale Dafürhalten (Husserl) meint, dem sei nicht zu trauen, wie schön es auch aussehen mag.

    Gutes Stichwort:

    Wäre sicher unterhaltsam zu sehen, was diesen ganzen alten Schlachtrösser wie der Husserl oder eben auch Descartes, Leibniz, Spinoza, Kant, Hegel, Wittgenstein bis hin zu Merleau-Ponty, Barthes oder Foucault reagieren würden, wenn man ihnen diese Sora-Filme zeigte und ihnen erklärte, dass die in - gewisser Weise - ohne menschliches Zutun entstanden sind. Und trotzdem auf Hermeneutik basieren.

    Andererseits die leibliche Erfahrung im Umgang mit Bildern auf physischem Bildträgern, Ikonen, Tafelbildern, zu denen man sich begibt, mit deren UrheberInnen man sich austauscht, über die man mit anderen spricht, deren Dafürhalten intersubjektiv geklärt werden kann/soll/darf, über die man das Prozessuale weiß, wie sie entstehen, und welchen Sinn ihnen die AutorInnen unterlegen möchten. Bilder mit einer viel ganzheitlicheren Teilhabe. Die natürlich auch mit KI oder Photoshop entstanden sein können, was aber einsichtig gemacht wird.

    Wie "erfährt/erlebt" man denn - ich nenn das mal provokant: die bisherige - Leiblichkeit? Stecken dahinter letztlich nicht dieselben - in elektromagentische Impulse zerlegte - Daten, wie sie auch eine perfekte, KI-generierte und mittels Human Interface "ästhetisch" "erfahrbare" "künstliche" "Realität" benutzt (man landet immer wieder bei Signifikaten und Signifikanten, toll). Braucht unser Gehirn Merleau-Pontys "corps propre" überhaupt? Oder lässt sich Intersubjektivität, Performativität, Phänomenalität und damit letztlich eine Sinnhaftigkeit auch künstlich erzeugen, die für die meisten, die diese "erleben" so überzeugend ist, dass ihnen das "einsichtig machen" - ich interpretiere dich hier so: offenlegen der Genese - am Ende als überflüssig erscheint?

    Vielleicht müsen wir nicht nur KI entwickeln, sondern parallel dazu - besser noch ihr vorausgehend - eine Rückkehr des Misstrauens entwickeln, wie das Paul Ricoeur mit seiner "Hermeneutik des Verdachts" umschrieben hat.

    Ich könnt das aber auch abkürzen:

    Display Spoiler

    Willkommen in der Matrix

    :mrgreen:

    Bei uns in Bern wollen sie jetzt Werbung im öffentlichen Raum verbieten.

    Beneidenswert. Aber nicht auch illusorisch? Wie definieren die denn "Werbung"? Muss man seinen Mercedesstern abschrauben?

    Grossformatfotografie hilft mir dabei. Heute habe ich endlich Schalenentwicklung von 13x18-Negativen OHNE jeglichen Kratzer hingekriegt, auf sechs Negativen! Hey, das war eine sehr intensive Zeit mit Bildern und deren Prozessen, ohne KI, deren Fixfertig! da keinerlei Rolle spielt.

    Hast du die sechs Negative gleichzeitig in einer Schale entwickelt oder was war das Problem?

    Ich denke, irgendwann sollten die Verantwortlichen Geld zahlen, dass ich mir ihre Sachen anschaue. Müssten die wirklich was abdrücken dafür, dass sie unsere visuelle Welt jetzt auch noch mit KI zumüllen, löste sich das Problem von selber.

    Wer sind denn die "Verantwortlichen"? So wie es jetzt aussieht, sind das in gewisser Weise ja auch wir alle. Jedenfalls alle die, die digital aufbereiteten Content erzeugen und posten, hochladen, verbreiten. Egal ob Bilder, Videos, Töne. Mit unseren maschinenlesbar aufbereiteten Informationen wird KI ja erst möglich.

    Vielleicht wird irgendwann einmal nur noch Flüchtiges, Transitorisches, "Verderbliches" als "echt" angesehen werden?

    Stand jetzt sehe ich die Kunst durch KI nicht gefährdet. Im Gegenteil: Viele Künstler werden sich ihrer als ganz normales Werkzeug bedienen.

    Problematisch dürfte vielmehr sein, ob all die Menschen, die jetzt wie selbstverständlich davon ausgehen, dass das, was sie medial und social-medial präsentiert bekommen objektiv real war/ist, lernen und verstehen, dass diese Selbstverständlichkeit zunehmend hinterfragt werden muss. Wenn nicht dauerhaft gesichert ist, das KI dabei hilft, möglichst einfach und in Echtzeit herauszufinden zu können, was ein KI-Deepfake ist, wird es über kurz oder lang dazu führen, dass unsere jetzigen Kommunikationsmittel zur Meinungs- und Willensbildung - vor allem auch im vorpolitischen Raum - nutzlos werden.

    Danke, sehr interessant. Kanst Du näher erläutern, was bei den beiden Belichtungszeiten genau passiert? Werden die helleren Anteile im Motiv während einer Belichtung quasi erst einmal verworfen und erst dann zum RAW "hinzugefügt" (ich formulier das mal so amateurhaft), wenn die Schatten ausreichend durchtzeichnet sind?

    Habe das Teil mal gegoogelt: Muss man sich leisten können...

    Aber darum wird es dem Beitragsersteller nicht gehen, sondern vermutlich erstmal um die primäre Aufzeichnung eines großen Tonwertumfangs, oder?

    In gewisser Weise ja. Eigentlich wollte ich einfach mal nur generell wissen, wie der Stand der Technik da mittlerweile ist. Mich hat es nur gewundert, dass die Verfügbarkeit an Sensoren auf dem Markt diesbezüglich scheinbar an eine gläserne Decke zu stoßen scheint, entweder eine technisch begründete (mehr als x Blenden geht nicht) oder eine betriebswirtschaftliche (jetzt machen wir erst einmal mit max. 15 Blenden-Sensoren Kasse).

    HDR wirkt meistens fürchterlich auf mich, die Leute übertreiben es einfach. Häufig wird dabei versucht, konzeptionelle/gestalterische Mängel durch einen optischen Knalleffekt ausgleichen zu wollen. Zudem bin ich auch nicht der Meinung, das 20-23 Blenden - also der ungefähre Dynamikumfang des menschlichen Auges - schon HDR ist.

    Man fragt nach Daten und Fakten und bekommt Gerauntes und Impressioniertes. Das gerade die Information über die Möglichkeiten und Limitierungen der Technik genau die angezweifelte Beschäftigung im Umgang mit Darstellungsvariablen sein könnte, die vermisst wird: Egal, wozu innehalten und erst einmal drüber nachdenken? Hauptsache man hat spontan seiner persönlichen Betroffenheit Ausdruck verliehen.