Posts by Thomas Kreil

    Die BASF hatte aber gute Verbindungen zu Orwo in Wolfen. Dort gab es eine sehr große Anzahl von Sondermaterialien schon ab Katalog, zusätzlich dazu welche, die wie beschrieben nicht im Katalog zu finden waren. Ich erinnere an dieser Stelle an die fantastischen Agfa (Orwo) Mikrat-Platten, die es gestatteten, 50 000 Seiten A4 (über Zwischenverkleinerung) auf einer Glasplatte 9x12 gut rückvergrößerungsfähig zu speichern.
    Übrigens waren die von Winfried beschriebenen Eigenschaften der Grund, weshalb in guten Druckereien noch sehr sehr lange mit Collodium-Naßplatten für Repros gearbeitet wurde.


    VG Thomas

    Ich habe übrigens einige meiner (für mich) schönsten Aufnahmen mit "Primitiv-Optiken" gemacht, obwohl ich das besagte Schneider Rückteil mit 20 Kassetten und die entsprechenden Apo-Objektive habe....
    Diese Technik hat natürlich in der GF-Weitwinkelfotografie, vor allem im Bereich der dokumetierenden Architekturfotografie, einen Spitzenplatz, unbenommen. Aber man darf natürlich nicht vergessen, daß jede Objektivkonstruktion ihren persönlichen Charakter und ggf. Charme hat, der sinnvoll verwendet werden will. Und nicht immer stehen eben bei einem guten Bild Verzeichnungsfreiheit, Farbkorrektur und Schärfe / Auflösung an erster Stelle bei der Wahl eines Objektives. Und -um auf das Ausgangsthema zurückzukommen- schon Ansel Adams wies darauf hin, daß man doch das schwerste Stativ nehmen sollte, was man tragen kann. Ich für meinen Teil möchte die schweren Uni 17 (früher Uni 7) von Berlebach nicht missen, habe jedoch die Köpfe gegen Sinar, alte Linhof für 90-er Anschluss oder die schweren Ami-Köpfe getauscht. Auch wenn ich nicht im Erdbebengebiet fotografiere...
    Diese etwas abdriftenden Diskussionen sind für mich leider in der Traditionsreihe solcher Zeitschriften wie Klofoto oder diverser Digitalforen, wo die Leute vor lauter Testorgien keine brauchbaren Bilder vorlegen können. Es gilt immer noch der Satz: Der Amateur sorgt sich um die Technik, der Könner ums Licht!


    Viele Grüße


    Thomas

    Gemäß Deines Fotos fehlt die gesamte hintere Linsengruppe, mache also von Deinem Rücktrittsrecht gebrauch!!!!


    Die Restlinsen sind von negativer Gesamtbrennweite. Wenn Du allerdings exüerimentieren willst, musst Du auch noch das Negativglied (die bikonkave Linse, die der Blende am nächsten ist) entfernen und erhältst ein falsch herum stehendes Monokel-Objektiv.....


    VG Thomas

    Starkes Bild, Gratulation!
    Die sehr dunkle Wiedergabe kann auch an der Sensibilisierung des Filmes liegen. Aber die Tonwertübersetzung bestimmt der Fotograf auf Grund seiner Intention, es geht schließlich um die Interprätation eines Motives und nicht die wissenschaftlich exakte Grauwertumsetzung!


    Sehr gut gelungen!


    Thomas

    Hallo Holger, für derart kontastreiche Motive sind sowohl Dein Film als auch der verwendete Entwickler "suboptimal", wie es heute ausgedrückt wird. Ein wesentlich linearere arbeitender Film mit Belichtung auf die Schatten und ein ausgleichenderer Entwickler wie Rodinal 1:200 wirken da Wunder!
    Schöne Weihnachten!


    Thomas

    Das Objektiv ist halt viel zu kurzbrennweitig, daher die perspektivische Überhöhung. Die angemessene Brennweite dür diese Aufnahme hätte bei ca. 300 mm liegen müssen.


    VG Thomas

    Hallo Ulrich,


    ich selbst bin stark in der Ausbildung engagiert, kann aber Deiner Argumentation nicht so recht folgen. Die Kammern sind nicht Träger der Berufsausbildung! Staatlicherseits gibt es für die Schulen die Schulämter -völlig ausreichend wären die auch für den Bereich der Berufsausbildung, denn diese ist eine duale Ausbildung, findet also in den Berufsschulen und den Betrieben statt. Die Handwerkskammern haben aus ihrer Unfähigkeit, die Betrieb und die Berufsschulen bei der Ausbildung fachgerecht zu beaufsichtigen ein "Geschäftsmodell" entwickelt, welches sich überbetriebliche Ausbildung nennt und teuer zu bezahlen ist. Dort wird der arme Lehrling (diesmal nicht sarkastisch gemeint) mit dem Wissen versorgt, welches er notwendig zum Bestehen der Prüfung braucht, was aber in den meisten Betrieben und vielen Berufsschulen auch nicht annähernd vermittelt wird. Früher ging es übrigens auch sehr gut ohne Ülu, wir hatten vorgeschriebene Mindestausrüstungslisten (die kontolliert wurden!!!) und Ausbildungsberater der Innungen -bitte nicht mit Kammern verwechseln-, die ihrer Bezeichnung mehr als gerecht wurden. Eine Kammer kann Dienstleister sein, den man nutzen kann, aber nicht zwangsweise muss. Ein erpresserisches Taschenentleerungsinstrument ohne Gegenleistung braucht kein Handwerker. Auch nicht zum Führen irgendwelcher Lehrlingsrollen o.ä.
    Das Interesse meiner Zwangsverwaltung am Fotografenberuf ist so groß, daß ich nicht einmal die Fahrtkosten etc. zu den Tagungen des Bundesberufsbildungsausschusses erstattet bekomme (andere Kollegen bekommen Flug-, Fahrt-, Übernachtungs- und Verpflegungskosten erstattet). Die Mitarbeit an Gesellen- und Meisterprüfungsordnungen ist somit für mich reines Privatvergnügen, die Arbeit eines Fotografen für diese Leute sowieso.


    Viele Grüße


    Thomas

    Im Prinzip ja, aber...


    all diese Hilfsmittel sind halt Hilfsmittel und kommen nie an die Wirkung der besagten Objektive heran!


    VG Thomas

    Hallo Winfried,


    mit der Handwerkskammer Halle habe auch immer wieder Probleme, mit der in Gera hingegen nicht. Nachdem die HWK den Fotografenberuf leichtfertig geopfert hat (haben ja sowieso nur die Verwaltung gestört) und man politischerseits denen zugesichert hat, daß sie uns weiterhin unverholen ausbeuten können, sprich die gleichen und höhere Gebühren für nunmehr gar keine Gegenleistung erpressen dürfen, wollen die Dich doch ganz einfach nur um die Beiträge erpressen, damit Ihr denen und dier Berufsgenossenschaft -gleiches Erpressermodell- übertrieben viel Geld für nichts hintragen müsst. Nur darum geht es. Hier erhalten eben ausgelernte Gesellen und Amateure mit Ada-Schein die Möglichkeit, Zwerge auszubilden. Was da rauskommt, sehen wir immer wieder in den Prüfungen.
    Denk bitte auch daran, daß bei einer eventuell doppelten Mitgliedschaft die Beiträge zwischen den beiden Kammern aufgeteilt werden müssen!


    Schade, daß damit qualifizierte Ausbildung wie in Deinem Fall unmöglich gemacht wird -auf dem Rücken der Zwerge.


    armes Deutschland

    Hallo Klemens,


    in der Tat ist der Plasmat den Anastigmaten zugeordnet, nur (und genau das steht auch in dem hervorragenden Windisch-Artikel) nicht mit springender Schärfe, wie sie bei Reproobjektiven nötig ist, sondern mit abklingender Schärfe, die dem Augeneindruck entspricht. Dies haben sehr viele Objektivhersteller versucht, etliche versprochen und doch nur wenige erreicht. Auch gehörte die maximale Sprungschärfe zu den Firmenphilosophien von Firmen wie Zeiss. Dort hat man sich strikt geweigert, in Richtung Weichzeichner Objektive zu entwickeln. Das einzige aus Jena stammende Weichzeichnerobjektiv hat eine kleine Handwerksfirma (Hugo Arnz) in Jena gebaut, nicht Zeiss!. Doch auch die Zeissianer wurden plötzlich "Produzent" von solchen Objektiven wie dem Unar, als sie Goerz in Berlin zukauften. In Jena wurden diese Konstruktionen weiterhin vehement abgelehnt. Als während des Krieges Harry Zöllner von Jena nach Braunschweig abgeordnet wurde, um dort bei Voigtländer eine Luftbildobjektiv-Produktion aufzubauen, kam er mit den Heliaren und ihrer Philosophie in engste Berührung. Da Zeiss aber nach dem Krieg vor allem für die Kleinbild-Fotografie moderne Objektive entwickelte un die herkömmlichen Weichzeichner-Konstruktionen als KB-Objektiv schon keine sinnvollene Vergrößerungen erlaubten, machte Onkel Harry einen Kunstgriff und stimmte die Biotare und Biometare so ab, daß die unerwünschte harte und kratzige Zeichnung der Tessare (die er übrigens auch bis zur Lichtstärke 2,8 verbesserte) bei diesen Neukonstruktionen vermied. Nun musste ein Begriff für diese neue Objektivklasse her, die in der Firma zu verkaufen und gegenüber der Staatsführung zu vertreten war. Die Wortneuschöpfung von ihn und seinem Kollegen Schnabel war der "Sphäroachromat". Heute würde man das einen genialen Marketing-Schachzug nennen...und alle waren glücklich!!!


    Viele Grüße


    Thomas

    Hallo Ritchie,
    das oben ist ja eine Schnittzeichnung! Sie zeigt den Linsenquerschnitt und natürlich den Linsenrand au der nicht weggeschnittenen Seite, das ist kein Glas!!!! Das Mittelglied ist also wirklich bikonkav!
    Im Übrigen Gratulation zum Erwerb! Dieses alte Vorkriegs-Objektiv (Mitte-Ende 20-er Jahre) gehört auch zu meinen Lieblingsobjektive. Das gab es übrigens auch mit verstellbarere Mittellinse wie beim Universal-Heliar, leider ist die Produktion nach dem Krieg eingestellt worden. Die 3,5-er gab es übrigens bis mindestens 480 mm Brennweite!
    VG Thomas

    Hallo Winfried,


    schick doch Deinen Lehrling nach Gera-Aga zur Ülu, Bernd Hecht und ich werden dafür sorgen, daß Großformat und Labor nicht vergessen werden!
    Aber ich weiß nicht, hast Du manchmal eine Erklärung, warum sich unsere Lehrlinge alle (freiwillig!!!!) mit analoger Technik ab Mittelformat aufwärts ausrüsten????? Ich kann das garnicht verstehen.......


    VG Thomas

    Hallo Winfried,


    erst einmal Gratulation zum wiederbelebten Labor! Mediengestalter und Fotografen sind unterschiedliche Berufe!!!! Großformat (Fachkamera) ist nach wie vor Unterrichtsinhalt in der Berufsschule und der Ülu (wobei digital oder Film freigestellt ist). Und für die Pixelzählfetischisten: ein Kleinbild-Negativ erreicht mit Höchstauflösungsfilm in s/w ca 500 Millionen Pixel, 4x5" damit....!!!!!
    In den Gesellenprüfungen ist GF leider kein expliziter Prüfungsteil in der Arbeitsprobe mehr. Die Ignoranz und Bildungsferne von manchen "Fachlehrern", die die Welt zwar nur noch durch ihre selbstgewählte rosarote Digitalbrille sehen, aber nicht mehr verstehen, ist leider exponentiell gewachsen. Zumindest konnte ich verhindern, daß aus den Vorschriften für die Ülu GF gestrichen wurde. Somit ist es für die nächsten Jahre als Ausbildungsschwerpunkt gesichert, und zwar analog und digital!!!
    Aber Du hast recht: weder in der Klofoto noch in anderen Amateur-Mainstream-Zeitschriften (du weist ja: die teuer zu bezahlenden Verkaufshilfen der Industrie vom Kiosk) haben wirklich professionelle Produkte wie Dein Scannrückteil etc. eine Chance wahrgenommen, geschweige denn verstanden zu werden. Und viele dieser sich Redakteure nennenden Hilfsamateure denken immer noch, daß 100 Millionen Pixel der Ablichtung ausdrucksloser Gesichter im Kontext mit den Arbeitsleistungen von Gesichts- und Körperdekorateuren geschuldet sind und man nur mit diesem Zeug das Recht hat, sich "Fotograf" zu nennen. Auf welchem Niveau sind wir angekommen...
    Und wenn Du mal in meiner Nähe bist, komm gerne mal vorbei! Ich zeige Dir dann auch gern mein Labor und die Ausbildungsstätte der HWK im nahegelegenen Gera! (mit sehr viel Großformat)


    Viele Grüße


    Thomas