Posts by thomas_schertel

    In der letzten Zeit habe ich etwas gebastelt. Das Objektivbrett war einfach. Zuerst war ich mit Aufsteckverschluß unterwegs, aber das ist eine ziemlich labile Geschichte. Also wurde der Schlitzverschluß befestigt und lichtdicht verschmiert. Für die Objektive habe ich jeweils einen einfachen Steckadapter gebaut, Leider konnte ich trotz Lehre die Gewinde der Anschraubringe nicht ausmessen. Aber wenn der Aufbau so funktioniert, kenne ich jemand der mir einen Einsatz für den Anschraubring des dickeren macht. Dann ist der dünnere Satz verwendbar.

    Für die Plaubel gibt es verschiedene Rückteile. Das für internat. Kassetten hat eine anhebbare Mattscheibe; da paßt die Rollfilmkassette nicht drunter; außer die von Linhof (nicht die bekannte Super Rollex, sondern die flache) vielleicht.

    Aber Plaubel hatte auch ein Graflockrückteil, bei dem man die Mattscheibe aushängen kann; dammit geht die Kassette.

    Während des Urlaubs in Tübingen ist mir diese Kamera zugelaufen: Bildformat 13x18, Satzobjektiv von ca 7 bis 45 cm. Allerdinsg vignettiert der aufgesteckte Verschluß bei 7 cm. Das Objektivbrett kann man senkrecht und waagerecht verstellen, die Rückwand etwas kippen. So hat man alles, was man unterwegs braucht. Für moderne Objektive hab ich mir ein Objektivbrett gebastelt. Die Ausrüstung paßt in meinen Wanderrucksack.

    Die Verstellbarkeiten einer Großformatkamera wollte ich nicht als Spielerei abtun. Nur ist ja die Frage, wie man sie beherrschen soll, wenn man nicht mit der Kamera herumspielt (ohne Film, nur Mattscheibe und Lupe).

    Im Freien brauche zumindest ich überwiegend die Hoch- und Seitverstellung. Es gibt bei meinen Vorlieben relativ selten Motive, bei denen ich die Standarten schwenken muß. Da reichen mir Uraltkameras völlig. Mehr wollte ich damit nicht sagen.

    bei mir ist es eher andersrum. Ich fotografiere viel mit Kleinbild, aber momentan bin ich gerne mit 9x12, oder 13x18 unterwegs. Man muß manchmal eine Zeitlang etwas anderes machen.
    Am Großformat faszinieren mich weniger die Verstellungen. Sicher, das ist manchmal recht nützlich und man kann damit spielen. Es sind mehr die Kontaktabzüge, die mich umhauen. yEndlich mal Tonwertabstufungen und kornlose Schärfe :)

    @ Guadarmar

    Das hängt auch an meinen Urlaubsgewohnheiten. Ich laufe viel herum, in einer Stadt, oder in der Landschaft. Und der Hund ist auch meistens dabei. Das ist dann einfacher, wenn die Kamera leicht ist. Oft auch nur Kleinbild (Die alten Leicas und ihre Objektive sind schon handlich). Der Anspruch an die Bilder ist derselbe, wie daheim.

    Unter "daheim" verstehe ich auch, daß ich etwas Bestimmtes aufnehmen will und gezielt ansteuere. Da ist mir der Umfang und das Gewicht egal.

    Uff.

    Ich war mal mit der Technika auf Bergwanderung. das war mühsam.

    Unterwegs brauche ich fast nur Parallelverstellungen: Die sind bei den alten Kameras beschränkt. Leichtes Weitwinkel geht mit Vorsatzlinse und lange Brennweiten, je nach dem mit einer Zerstreuungslinse, oder mit dem Vorderglied.

    Nochmal zum Begriff "Reisekamera":

    Ludwig David beschreibt sie in seinem "Ratgeber im Photographieren" (Halle, 1915, 258.Tsd.).

    Er unterscheidet davon Handkameras, also etwas zum Klappen mit Laufboden und Atelierkameras (auf einem tischförmigen Stativ).

    Was ich meinte, ist also eine Hand- oder Universalkamera.

    Die beiden schönen Kameras von Cambo und Gandolfi würde er evtl. so klassifizieren.

    handcamera (Cambo)

    Reisekamera (Gandolfi)

    9x12:

    von links: Voigtländer Klappkaera mit Kollinear II 13, 5 cm f: 5,4 (etwa 1910); leider ist der Schlitzverschluß zerbröckelt und kein Reparateur traut sich dran.

    Ernemann HEAG XII, Doppel-Anastigmat 5,4 No 1, 13,5 cm (etwa 1919)

    Zeiss Ikon Favorit 266/1, mit Tessar 4,5/150 mm (etwa 1925)

    Linhof Super Technaika IV mit Symmar 5,6/150 mm (ca 1965)

    dahinter: Plaubel Peco Universal III (etwa 1960) mit Apo Symmar 5,6/150 mm

    Man sieht, daß mit der Vielseitigkeit die Größe wächst.

    Die Bilder mit der Ernemann machen Mut, aber ich muß die Kamera entstauben und den Lichteinfall wegbekommen. Ich weiß noch nicht, ob er von den Kassetten kommt, oder dem Samt an der Kamera.

    Seit gestern bin ich stolzer Besitzer dieser Kamera. Anscheinend die Auführung c.

    Allerdings würde ich gerne mehr wissen, als ich im Internet gefunden habe. Z. B. Herstellungsjahr, Objektivkonstruktion usw.

    Hier ein Bild und weitere Angaben:
    Seriennummer: 168375

    Objektiv: Doppel-Anastigat = 5,4 No 1, F: 135 mm, No 20190