Posts by wwelti

    Hallo Renate,


    Mit diesen 2 mm wäre ich etwas vorsichtig... das bezieht sich nämlich sozusagen auf den gesamten Informationsgehalt, der ungefähr bei einer Normalbrennweite durchs Objektiv kommt. D.h, sobald man nicht mehr mit einer Normalbrennweite arbeitet, stimmt die Abschätzung nicht mehr.

    Beispiel: Verwendung eines Apo-Ronar 800 als "Fernobjektiv" an einer 4x5"-Sinar. (Absolut machbar...) Man kann an diesem Objektiv abenteuerlich hohe Blendenzahlen einstellen, bis zu f/260. Da beträgt der Durchmesser der Blende immerhin noch mehr als 3 mm.


    Die Auflösung beim Fotografieren mit dieser Blendenzahl wird auf 4x5"-Film deutlich zu wünschen übrig lassen, damit erzielt man (bei Einstellung auf Unendlich) ca. 5,5 lp/mm. Das ist schon arg wenig. Natürlich ist der Bildkreis eines Apo-Ronar 800 riesig. Wenn man den voll ausnutzt, hat man selbst bei dieser Blendenzahl noch ein brauchbares Bild. Das kann man zwar nicht weiter vergrößern, muß man aber auch nicht. Das macht natürlich für das Apo-Ronar schon einen gewissen Sinn, es war ja als Repro-Objektiv für ziemlich große Formate konzipiert.

    Viele Grüße
    Wilfried

    Die 2 mm Blende ist keine These. Sie ist ein Fakt. Die Formeln dazu lassen sich in jedem guten Physikbuch finden. Die Beugung des Lichtes hängt nur von dem Durchmesser der Blende und von der Wellenlänge des Lichtes ab.

    Diese Aussage ist zutreffend bezogen auf die Winkelauflösung des durch die Blende hindurchtretenden Lichts. Die Ortsauflösung auf dem Film ist jedoch zusätzlich abhängig von der Entfernung zwischen Blende und Film. Sprich: Ist der Film doppelt so weit weg, ist die resultierende Auflösung auf dem Film nur noch halb so groß, bei gleichem Durchmesser der Blende. Daher macht die Verwendung der sogenannten Blendenzahl auch für die Abschätzung der Beugungsunschärfe deutlich mehr Sinn als der Durchmesser der Blende.

    Insgesamt gesehen wird aber der Einfluss der Beugungsunschärfe auf die Qualität des Bildes meist überschätzt. Ansel Adams hat bei seinen frühen Fotografien immer die Blende 64 eingestellt und diese Bilder sind trotzdem von hervorragender Qualität.

    So ist es. Das Großformat hat eine Menge Reserven, die normalerweise gar nicht genutzt werden.

    Meine theoretischen und in der Praxis verifizierten Erfahrungen, kurz gesagt:


    Wieviel Auflösung an einem Ort auf dem Film ankommt, hängt (bei einem beugungsbegrenzten Objektv) allein vom Raumwinkel des einfallenden Lichtbüschels für diesen Ort ab. Das ergibt sich aus dem Quotienten aus Blendendurchmesser und Abstand zur Blende -- sprich: Der effektiven Blendenzahl. (Bei Makrofotografie ist diese allerdings deutlich höher als der am Objektiv eingestellte Blendenwert.) Die folgenden Aussagen beziehen sich auf diese effektive Blendenzahl.


    Schon bei Blende 22 arbeiten fast alle Großformat-Objektive beugungsbegrenzt. D.h. das Luftbild erreicht, gemessen am Rayleigh-Kriterium, eine Auflösung von ca. 65 lp/mm. Auf dem Film bleiben (je nach Typ etwas mehr oder weniger) davon etwas mehr als 50 lp/mm übrig. Wollte man das Ganze in "digitale Auflösungswerte" umrechnen, benötigt man ca. 100 Bildpunkte pro Millimeter, um dies abzubilden. Das entspricht dann ganz grob 12000 x 9000 Bildpunkten mit einer 4x5"-Kamera. Also mehr als 100 Megapixel.


    Blendet man auf Blende 32 ab, sinkt die Luftbild-Auflösung auf ca. 46 lp/mm, auf dem Film hat man dann in der Regel immer noch mehr als 40 lp/mm. Entspricht digital knapp 70 Megapixeln.


    Bei Blende 45 sind es 33 lp/mm, bleiben ca. 30 lp/mm auf dem Film, entspricht ca. 39 Megapixeln.


    Bei Blende 64 sind es immerhin noch 23 lp/mm, und man kommt auf ca. 20 Megapixel. Damit kann man immer noch anständige Bilder machen!


    Nur als grober Anhaltspunkt. Das Ganze ist natürlich etwas vereinfacht, und stimmt so in der Bildmitte. Zum Bildrand hin sinkt die Auflösung etwas -- auch abhängig von der Konstruktion des Objektives! "Moderne" Objektiv-Konstruktionen (dazu gehören auch schon Objektive wie das z.B. Super-Angulon oder Nikkor-SW) kompensieren da allerdings einiges durch optische Tricks.


    Fazit: Beugungsunschärfe wird überbewertet. In der Praxis gibt es zahlreiche andere Gründe, die dafür sorgen, daß man deutlich weniger Auflösung auf dem Film abbekommt, als die Objektive liefern könnten. Man sollte also bei Bedarf ruhig abblenden "bis der Arzt kommt".
    Nur wenn man wirklich sehr große Ausbelichtungen machen will, also z.B. 60x50 cm und mehr, sollte man vielleicht schauen, ob es auch ein wenig weiter offen sein darf. Dann sollte aber auch der Rest der fotografischen Technik tiptop sein, sonst bringt das auch nicht viel.

    Viele Grüße
    Wilfried

    Ich habe in letzter Zeit viel Gefallen am 13x18-Format gefunden. Zur Zeit verwende ich eine Sinar P/X dafür.

    Was mir noch fehlt, wäre eine passende Fresnel-Scheibe. Sowas gibt's ja scheinbar auch von Sinar, ist aber wohl nicht so häufig wie die verbreitete Sinar-Fresnelscheibe für 4x5"... diese kommt ja in einem praktischen kleinen Rahmen, der genau ins Rückteil passt, somit kann die Scheibe jederzeit mit einem Handgriff entfernt oder eingesetzt werden.


    Etwas in dieser Art fände ich natürlich optimal, kann's aber nicht finden... vielleicht muß da der 3D-Drucker angeworfen werden. Die Fresnel-Scheibe selbst muß ich dann aber immerhin noch irgendwo bestellen. Ideen? Empfehlungen? Intrepid wäre interessant, aber im Moment haben wir wohl die unpraktische Lage, daß das aufgrund der Brexit-Situation unangenehm teuer werden könnte.


    Viele Grüße
    Wilfried

    Hallo,


    Ich habe eine gute Menge an 13x18-Film 2nd Hand gekauft. Klein schneiden wäre wohl teurer geworden. Ich benutze zur Zeit Sinar (P/X) für 13x18.

    Vielleicht finde ich irgendwann die Muße mir selbst eine Kamera zu basteln. Die Sinar ist schon ein bisschen sperrig und schwer.


    Viele Grüße und auch frohe Ostern,

    Wilfried

    Ich habe inzwischen auch mit 13x18 angefangen. Kein Aprilscherz (ist ja auch schon der 2. April). Mit Diafilm übrigens, Provia 100F zur Zeit.

    Gefällt mir bislang sehr gut. Nicht so verhungert wie 4x5" und weeeeesentlich handlicher als 8x10". Ich finde, das Handling ist ausgesprochen angenehm.


    Viele Grüße

    Wilfried

    Wenn Du mit Deiner Lupe wirklich ein scharfes und helles Bild der Mattscheibe bekommst, ist alles gut. Es sollte allerdings auch einigermaßen entspannt sein.
    Die Parallelität der Standarten brauche ich nicht zu kontrollieren, da ich über mehrere Meßpunkte im Bild fokussiere*. Allerdings muß die Registrierung zwischen Mattscheibe und Filmlage der Kassetten präzise stimmen. Wenn's drauf ankommt verwende ich eine Adhäsivkassette, die ist gut. Wenn ich sowieso abblenden muß bis der Arzt kommt, kommt's auf kleinere Abweichungen allerdings auch nicht so sehr an. Die Fresnellinse ist wichtig, damit man genug Licht abseits der Bildmitte hat. Das ist unverzichtbar. Die Fresnellinse ist HINTER der Mattscheibe, wirkt sich also nicht auf die Fokussierung der Kamera aus, sondern auf die Fokussierung der Lupe. Muß man halt richtig einstellen, so daß man die Körnung der Mattscheibe scharf sieht. Klar können die konzentrischen Kreise der Fresnel-Linse etwas irritieren, man muß halt lernen damit umzugehen. Man sieht trotzdem noch das Bild auf der Mattscheibe und kann es trotzdem korrekt scharfstellen.


    *Beim Fokussieren über mehrere Meßpunkte stelle ich durch Einstellung der Feintriebe der Frontstandarte (Tilt/Swing) sicher, daß ich eine möglichst gleichmäßig übers Bild verteilte hohe Schärfe erziele. Damit kann ich auch leichte Ungenauigkeiten der Montierung des Objektivs, und der Parallelität der Standarten ausgleichen. Diese leichten Ungenauigkeiten gibt es übrigens immer, sie sind praktisch unvermeidbar. Je nach Anspruch kann man sie entweder ignorieren oder sie durch präzises Fokussieren über mehrere Meßpunkte korrigieren. Oder Abblenden, bis der Arzt kommt... ;)

    Ach Du meine Güte...

    Wenn Du keinen großen Wert darauf legst, wirklich präzise scharfzustellen, dann kannst Du natürlich überall fünfe gerade sein lassen. Und klar, man kann auch ganz ohne Lupe fotografieren. Ich habe das Gefühl, manchen Leuten kommt es sowieso nicht drauf an, die Schärfe wirklich 100% auf den Punkt zu treffen.

    Denn Tatsache ist, daß man mit Großformat viel Reserven hat. Sehr viel Reserven. Eine hochwertige 8x10"-Ausrüstung ist bei konsequentem Vorgehen dazu geeignet, knackscharfe Bilder in Tapetengröße zu produzieren. Aber den meisten Leuten reicht es ja, wenn ihre Kontakte brauchbar aussehen. Für letzteres braucht man diese Reserven ja bei weitem nicht auszuschöpfen... und kann auch beim Fokussieren deutlich schlampiger sein.

    Falls man jedoch das Potential von Großformat wirklich ausschöpfen will -- NATÜRLICH braucht man dann eine Lupe, mit der man die raue Seite der Mattscheibe knackscharf sieht. Außerdem braucht man eine anständige Mattscheibe, eine Fresnel-Linse, ein wirklich dicht abschließendes Dunkeltuch, und auch sonst insgesamt solide fotografische Technik.

    Was man nun wirklich erreichen will und was nicht, muß letztendlich jeder selbst entscheiden. Aber zu glauben, daß man mit einer unscharfen Lupenansicht vernünftig scharfstellen könnte, finde ich schon spannend... Ich habe in Experimenten festgestellt, daß selbst gegenüber einer hervorragenden Lupe noch Steigerungen möglich sind, dies jedoch dann mit stark erhöhtem Aufwand. Hochwertige Großformat-Objektive leisten mehr, als viele sich vorstellen können.


    Viele Grüße
    Wilfried

    Ich wäre an Filmen verwendbar mit dem Polaroid 8x10"-System interessiert, egal ob Farbe oder S/W, gerne auch Reste mit geringer Stückzahl. Über Angebote per PN würde ich mich freuen.

    Viele Grüße
    Wilfried

    Das mit dem schwarzen Textilband ist schon ein guter Ansatz, ich verwende eine Einlage aus schwarzem Fotokarton. Eine 2x-Lupe wäre für meine Ansprüche ungenügend für solides Scharfstellen. Wichtig ist mir auch daß die Lupe nicht zu "düster" ist. Bei der Macromax geht mir persönlich ein bisschen zu viel Licht verloren... ich würde mal sagen, da wurde viel Wert auf die Korrektur von Abbildungsfehlern gelegt, was aber ein bisschen auf Kosten der Helligkeit geht. Das ist kein Problem bei der Diabetrachtung, bei der Anwendung als Fokuslupe jedoch schon. Für kleine Kameras verwende ich gern ich die Peak-Lupe, da sie eine kleine Auflagefläche hat. Bei größeren Kameras (8x10") ist das aber kein Thema mehr. Die extralangen Lupen sagen mir persönlich von der Abbildungsqualität nicht so sehr zu, vielleicht habe ich da auch noch nicht das richtige Exemplar in der Hand gehabt. Sehr schön (aber teuer) ist die Schneider 4x-Lupe, weil sie superhell ist und von sich aus schon eine schwarze Schürze mitbringt.

    Ja, ein fokussierbares Modell macht sicher mehr Sinn. Die interessante Frage dabei ist, ob der Fokusbereich ausreichend ist.
    Es ist ja bei jeder Kamera die Mattscheibe ein wenig unterschiedlich dick, manche Kameras haben Fresnel-Scheiben, andere nicht... es ist unpraktisch, wenn man für jede Kamera oder jede Änderung an seiner Mattscheibe eine Lupe speziell anpassen muß.


    Beispielsweise die hier finde ich nicht schlecht, hat auch schön stabile Aufhängungen aus Metall für eine Kordel o.ä. zum Umhängen.
    https://www.ebay.de/itm/Loupe-…-small-words/133652103172

    Praktischer für die Ecken sind freilich Lupen mit kleinerer Auflagefläche, wie z.B. die bekannte Peak 7x-Lupe.

    "PEAK 1975 Mess- und Kontrolllupe, fokussierbar, 7x"
    Verwende ich auch sehr gerne, hat nur leider keine Ösen o.ä. für eine Kordel.


    Viele Grüße

    Wilfried

    Wichtig ist halt, daß sich die Fokussierung der Lupe so einstellen lässt, daß man die raue Seite der Mattscheibe bei aufgesetzter Lupe knackscharf sieht. Diese raue Seite ist in der Regel die dem Objektiv zugewandte Seite der Mattscheibe. Somit muß die Lupe anders fokussiert werden, als wenn man z.B. ein Dia auf einer Leuchtplatte betrachten wollte.

    Es ist also wichtig, daß die Lupe selbst fokussierbar ist. Ich selbst habe u.A. ein paar Lupen von Horizon preisgünstig erworben, diese sind für diesen Zweck recht ordentlich.


    Viele Grüße
    Wilfried

    Danke, auch ich wünsche schöne Festtage.


    Ich hatte irgendwie die ganze Zeit auf eine Gelegenheit gewartet, zumindest noch einen weiteren Film zu belichten. Ist jedesmal was dazwischengekommen. Aber irgendwann wird's.


    Und ich hoffe auch sehr daß es nächstes Jahr wieder Treffen geben wird!


    Viele Grüße
    Wilfried