Posts by becalm

    Ritchie hat, was das Thema Weichzeichnung in der Fotografie angeht, eine sehr dezidierte Haltung

    Die ist mir nicht angeboren, sondern hat sich aus dem entwickelt, was ich zu sehen kam.

    Worauf sich mir in weiterer Folge die Fotografie als auch die physikalische Optik vollkommen neu erschlossen; das Objektiv nur der Brennweite oder des Bildwinkels wegen anzuflanschen, reichte mir nun nicht mehr aus, zumal ich eh immer schon einen Faible für gezielte Unschärfen hatte.



    Ein empfehlenswertes Buch zum Thema: "Praxis der Weichzeichnung" von Michael Neumüller.

    Für den angehenden Imagonfahrer auf jeden Fall.

    Ärgerlicherweise sind die Bilder daherinnen von vorwiegend lascher Weichzeichnung :mrgreen:



    Wenn man beispielsweise das berühmt/berüchtigte scharfe Kernbild des Imagon nicht haben will, baut man sich halt selbst eine Blende, die vorzugsweise die Mitte abdeckt und dafür mehr vom Rand durchlässt.

    Ja aber dann ist die Mitte doch weg?? :mrgreen:


    Des Herren Weichmüllers Empfehlung wäre hier der Bau einer Sternblende, welche die Mitte freiläßt, und die miserablen Randerscheinungen des Meniskus partiell beschneidet.


    Woraus sich meine eigene Empfehlung ableitet, die Siebblende des Imagon abzureißen und durch besagte Sternblende zu ersetzen.

    Dies wäre dann eine Art Paral gegen die Kühnwanzen ;)

    Zum Thema Bildkreis des 200er Imagon spricht Rodenstock überall, je nach Zeit, von bis zu 9x12 oder 4x5.


    Das darf man großzügig vernachlässigen. - sagte ich ja schon.



    ..tatsächlich überzogen als Effekt eingesetzt ... subtil eingesetzt ..


    Das kann man ja handhaben/sehen, wie man möchte.

    Sehen muß man bei dem Thema aber erst mal lernen, hatte ich bei mir festgestellt.


    Hierzulande wurde eine z.B. in den usa gern gesehene, kräftige Weichzeichnung bereits vor 100 Jahren in der Lektüre unschön verbrämt; diese "Sichtweise" wurde dann auch noch viele Jahrzehnte "geschult", und die milde Weichzeichnung wurde als die hohe Kunst der Beherrschung Selbiger deklariert.

    Ein Armutszeugnis nach meinem Dafürhalten, diese gezielte künstlerische Beschneidung.

    Anläßlich deines letzten Beitrages setze ich noch mal nach:


    Kennst Du ... Aber würde ich das jeden Tag haben wollen?

    Es gibt viele Fans, aber ich finde, solche Objektive zeigen etwas, was far nicht vorhanden war.


    Nun, ich verstehe meine Weichzeichner als ganz hervorragende Werkzeuge in meiner Werkzeugkiste.

    Fan hin, Fan her - mit den Dingern gehen Sachen, die auskorrigierte Optiken schlichtweg nicht drauf haben.

    Und ich mag die Idee, bei jedem Einsatz das (mir) geeignete Werkzeug zu verwenden.

    Picklige Modelle finden diese Idee übrigens auch ganz gut :)


    Täte ich die WZ jeden Tag wollen, hätte ich meine anderen Linsen bereits weggeschmissen - aber es darf natürlich auch mal schärfer/klarer sein.

    Sollte ich jemals Linsen wegschmeißen müssen, ja dann jedenfalls würde ein Weichzeichner bei mir bleiben, weil der über seine Fähigkeiten hinaus auch annähernd das kann, was die Weggeworfenen können.

    Was man umgekehrt von denen ja leider nicht sagen kann.


    Das Bild so lange zu verbeuteln, bis es wenig mit dem ehemals Vorhandenen zu tun hat, finde ich gar nicht verwerflich.

    War dies nicht sogar das Kerngeschäft der Pictorialisten?

    Adams? Alles so gezeigt wie vorgefunden?


    Andererseits finde ich es schwierig, eine mystische Lichtstimmung mit einem Scharfzeichner und gruseligem Bokeh zu kreieren.

    Hier schlägt, für mich, die Stunde des Weichzeichners.


    Ich fände es regelrecht erbärmlich, mich mit dem derart facettenreichen Großformat zu befassen und mich dabei selbst um mir wichtige Aspekte zu beschneiden, weil ich nur rattenscharfe f22er in der Tasche habe :)

    Aber gerade den "Mist" wolltest Du doch fotografieren?


    Zum Fujinon abschließend gesagt:

    Ich habe in einschlägigen Foren noch keinen erlebt, der mit dem Ding vor Freude im Achteck gehüppt ist.

    Vielleicht landet man damit eher in der Abteilung "Vaseline auf der Linse" / Vorsatzfilter?

    Mach dich lieber noch mal schlau vorm Kauf.


    Mach mal! Die Lust kommt beim..

    Etwas Muße und Zeit brauche ich schon, sonst wird das nix - ich bin schon froh, den Weg zurück in die Duka, und voraus in die bildschaffende Zukunft geschafft zu haben.

    Knispen braucht noch etwas, aber ein paar Pack 13x18 hab ich mir immerhin schon besorgt...

    Zumindest sind sie aber perfekt belichtet und so scharf wie es nur geht.


    Meines Wissens hat die Inpredid selbst überhaupt gar keinen Einfluß auf die Belichtungsmessung, der Punkt kann also getrost aus dem Protokoll gestrichen werden.


    "So scharf wie es nur geht" ?

    Es geht immer schärfer - mit mechanisch präzisen Kameras, mit Mathematik, mit Glasplatten, mit Vakuumkassetten, ja selbst schon mit anderem Filmmaterial.


    Auch hier, kein Punkt für die I., sondern eine Fehlleitung des weniger erfahrenen Lesers.



    Zurück zur Realität:

    Wenn Du sagst, die Mark V sei nun den Kinderschuhen und ihrer Schwächen entwachsen, dann wird sich dies auf Dauer sicher zeigen.

    Ich hätte es gut gefunden, wenn Du Deine Erfahrungen vermittelt hättest, statt ein Werbevideo ( solche Beiträge schau ich nie, ich such mir mein Fernsehprogramm immer selbst aus) wortlos in den Raum zu schmettern.


    Auf mich kann das nur wie Werbung wirken, die ich hier aber nicht will.

    Es sind nämlich u.A. meine Beiträge, die es dem Chef ermöglichen, das Forum am Laufen zu halten :)

    Hast du mit deinem 200er Imagon mal ein wald und Wiesenbild gemacht?


    Mit dem nun nicht, aber mit dem ollen Meniskus, eine "Landschaftsobjektiv" ehedem, also ursprünglich auf f16 odgl. zugekorkt.

    Ich hatte ihm übrigens in einen alten Compur gesetzt.




    Eigentlich ist das 200er Imagon für die Verwendung an 9x12cm oder 4x5" beschrieben. Habs vergessen, ist eh wurscht :mrgreen:

    Dem wahren Freund des Weichzeichners aber offenbaren sich aber gerade darüberhinaus wundervolle Dinge, weswegen die Werksangaben liebevoll ignoriert werden dürfen.

    Das, was du suchst, die Überlagerungen und Überstrahlungen, findest Du eher nicht in der Bildmitte, sondern zu den Rändern zunehmend hin.

    Und diesen Zauber muß man dort auch "hereinfokussieren", er kann aber auch durch moderates Abblenden abgemildert werden.


    Fast hätte ich Lust, das Imagon mal wieder anzuflanschen und, auf die Tauglichkeit hin untersuchend, in die Ferne diesmal zu fokussieren :)

    Ich möchte diese für richtiges Weichzeichnen Überstrahlen der Lichter

    Dann halt doch einen echten Weichzeichner - das Fujinon zählt nicht wirklich dazu ( vom Hörensagen und von Gesehenem).


    Hier wäre entweder der gezielte WZ- Einkauf gefragt, oder ein seichter Start in die seichte Materie.

    Einfach mal einen Meniskus vor die Kamera bauen, oder noch einfacher - einen Meniskus vor ein normales Objektisch schnallen.

    Dies gäbe z.B. sowas:



    Und noch ein Vergleich scharf gegen weichgezeichnet (oller Meniskus), in gesteigerter Form auch noch im Lith gebadet:


          




    Ein 200er Imagon wäre sicher die optimale Lösung, aber der Bildkreis...?

    Wie, was, Bildkreis.

    Du willst doch nicht gerade die interessanten Randerscheinungen des Weichzeichners ins Nirvana shiften?

    Ohne Verstellung jedenfalls nutze ich das 200er an 13x18cm.

    Das 200er Imagon, ich glaub ich hatte es eventuell schon mal gezeigt :mrgreen: , sieht an der Mattscheibe ohne Siebblenden, also voll offen, so aus:




    Es bedarf beim Weichzeichner allerdings einiger Übung, Gloff (Gloriolen), Futz (fuzz) und Blörr (blur) aufs Papier zu zimmern:


      



    Wie weichzeichnender Nebel mit weichzeichnender Optik aussehen würde, täte mich nun doch interessieren.

    Gute Besserung,

    Ritchie

    was erwartet man für den Preis?

    Wenn mit "dem Preis" Deine Erwartungen an GF-Fotografie bereits gedeckt sind, ist das doch - für Dich - ok.

    Ich erwarte mehr, zahlte allerdings ungern und nur selten mehr, und mache im Übrigen einen großen Bogen um solch Labberzeug.

    Ist das für Dich auch ok?

    Ich finde, daß eine weit offene Blende an einem smooth in die Tiefe zeichnenden Objektiv hier bereits genug zu bieten hat.

    Die Milde des Bildcharakters kommt, so oder so, von überstrahlendem Lichte.


    Ein kleiner zusätzlicher Shake an der Kamera kann auch ohne SF-Optik schon mal sowas geben:




    Durchgehend suppig siehts noch schöner aus:


         



    Und bleibt der Nebel aus, zeichnet allein die Natur schon traumhaft:


    Alles mit nem 2,8/100 Makro gemacht.

    Ich behaupte, daß sich z.B.ein 4,5/210er Xenar im Compund mit etwas Flair auch nicht schlechter schlägt.

    Schließlich geht es um nicht mehr, als das aetherisch suppende Licht einzufangen, wobei der einstige Altvordere den Umgang bei derart weichem Lichte, gepaart mit einem Weichzeichner, sogar als kontraproduktiv beschrieb.

    Man verstand diese Scherben ja auch als kontratsmildernd, bei hartem Kontrast dann.


    Wie auch immer, ich bemühe keinen WZ bei diesigem Geschehen - es ist ja alles da und will nur noch eingefangen werden.

    Dem obigen Winterbild allerdings hätte eine zusätzliche Weichzeichnung sicher gut gestanden.


    Im Prozess wird danach genauso wie mit der Kamera mit einem Filter vor der Linse und einer TTL Punktlicht Messung gearbeitet.

    Das (Messen mit Filter) kann ich mir noch nicht recht vorstellen.

    Hierzu müßte Deine Meßssonde doch in der Lage sein, die Belichtungswerte für Weißlicht, yellow und magenta zu sehen?

    Warum so negativ?


    Nee, Wolfgang, Du verstehst mich falsch.

    Ich bin nicht negativ, ich meditiere auch nicht über meine Arbeit.

    Dies hier ist nämlich richtig Arbeit, und mein Arm fühlt sich an wie Schwarzeneggers Bein :)


    Ich beschreibe lediglich, was man wissen sollte, bevor man sich diesem Prozedere zuwenden will.

    Lässigverspielte Youtubevideos vermitteln nämlich nicht die Realität des ganzen Geschehens.

    Eins ist aber klar, das ist ein krasser Zeitfresser,


    Das sollte man vorher wissen, ja.

    EtlicheTage gehen erst mal weg, bevor man mit dem Farbauftrag anfangen kann.

    Welcher sich dann auch noch über Tage gestalten kann - bis man erste mißratene Ergebnisse vorliegen hat.


    Ich bin übrigens absolut beratungsresistent und mache mein eigen Ding.

    Mit sehr klaren Vorstellungen allerdings.

    Deswegen experimentiere ich auch vorneweg viel herum - so hatte ich z.B.unlängst mit der Verölung meiner Farbe keine guten Ergebnisse erreicht, im Gegenteil.


    Wo kriegt an die Farbe her?

    Beim Farbhändler.


    Wichtiger ist die Frage nach der Tauglichkeit der Farben, und dies herauszufinden, dauert auch seine Zeit.

    Gleiches gilt für die Werkzeuge und die anderen Materialien.

    Dazu muß man dann schauen, ob man die richtige Technik anwendet, und ob alles zueinander paßt.


    Zum ersten Pröbeln hab ich erst mal 600.- vorgelegt, ohne zu wissen, was davon geht oder nicht, und was ich sonst noch so brauchen werde.

    Jetzt mache ich erst mal einen Neustart, weil sich die Dinge grad von mir weg entwickeln.



    Trägt man also solche Farbe auf, kann man das dann als Druckstock benutzen, oder nicht?

    Nein!

    Obwohl, es soll auch Puristen geben, welche auf wirkliche Unikate stehen und das Negativ verdrucken, was aber sehr negativverschleißintensiv sein soll :)


    Oder ersetzt man nur Silber durch Pigmente und druckt überhaupt nicht?

    Sozusagen, ja.

    Wie gesagt ist "Drucken" hier ein allzu großes Wort.