Posts by Hei Sluft

    Hi, Sven,


    ich dachte bei der Findung eines Titels tatsächlich an Beides.

    "Bromöldruck" erschien mir für meine ersten Gehversuche doch etwas hochtrabend :)

    Und wenn wir schwarz als Farbe gelten lassen, ist es überhaupt erst die Farbe, die das bleiche Bild zurückholt.


    Jedenfalls ist es durchaus meine Zielsetzung, diesem Thema später auch etwas (bunte) Farbe einzuhauchen.

    Wichtiger scheint mir aber - ich versuche grad durch das Betrachten des Erreichten zu verstehen - grundsätzlich erst mal den Umgang mit dem Medium zu beherrschen.

    Es ist mir schon erkennbar, was über die Beeinflussung der Töne und des Kontrastes bereits bei monochromem Vorgehen machbar ist; den Referenzabzug hatte ich recht weich gehalten, wohingegen der Bromölversuch teils richtig Biß zeigt.

    Was er aber nicht muß, dies hat man ja in der Hand.


    Wirklich irre, dieses Vorgehen :)


    VG,

    Ritchie

    Da hat doch jemand seine Fettfinger reingeätzt.

    Fungus sehe ich jedoch nicht; Kratzerchens, ja..


    Ich glaube, dass diese "Putzspuren" zu "Überstrahlungen und damit zu ärgerlichen Kontrastverlust führen.

    Was heißt denn hier "ärgerlich".

    Das ist ein aestethischer Mildmacher:-)

    Ralf, der Riß ist nicht wichtig.

    Ich war ja nicht explizit hinter einem Wandbild her, sondern bin fleißig am Üben - da interessieren mich ausgefallene Pinselborsten udgl. nicht.


    Krass finde ich allerdings - man sieht es hier wohl nicht so gut - wie das "Positionieren" der Planze mehr zum (weggschnittenen) Bildrand hin, sowie die weggschnippelte Blattspitze das Bild, selbst die Planze, total verändert...


    Interessant finde ich an dem Projekt auch den gesamten Prozeß des Verstehens.

    Meiner bisherigen Meinung nach ist das Bromölen eine Sache, die nach einem sehr individuellen Vorgehen schreit, welches aber erst mal entwickelt werden will.

    Also hab ich noch mal nachgelegt, einen ordentlichen Schwung div. Farbauftragswerkzeuge besorgt, und ich versuche mithilfe von etlichen Platten und Schrauben das Beschichten etwas serieller zu gestalten.

    Ehrlich gesagt glimmt in meinem Hirn schon der Wunsch nach einer Beschichtungsmaschine auf :mrgreen:

    Die Fotografie entwickelt sich weiter, nicht erst seit heute. Zuerst die Daguerrotypie. Unikate, mühsam herzustellen, mit netter Quecksilbervergiftung. Also voller Einsatz des Fotografen. Sind die deshalb jetzt mehr wert als die Talbotypien, also der erste Negativ-/Positivprozess, der mehrere Abzüge von einer Aufnahme erlaubt?

    Voller Einsatz, ja.

    Damit wir heute bequem und allwissend um die Risiken hantieren können.


    Wenn es immer noch um den Wert geht, fände ich folgendes Beispiel sinnvoll, weil ich letztens wieder die sensationellen Bilder der Scott-Expedition sah.

    Ungeachtet etwaiger Erlöse dieser Bilder fällt mir spontan der kulturelle Wert ein.

    Der ist m.E. unbezahlbar.


    Bei dem Projekt zu "Genesis" hat Salgado von analog zu digital gewechselt.


    Verstehe.

    Ein ähnliches Erlebnis wie oben beschrieben hatte ich übrigens beim Corbijn; da hingen schlußendlich noch 2 riesige Farbbilder, deren schlaffer, digitaler Auftritt mir so gar nicht behagte.


    Ich habe schon Farbvergrößerungen im Labor gemacht. Die waren dann ein Grund, auf einen Drucker umzusteigen.

    Das kann ich nachvollziehen.

    Kann man dann sagen, daß die Farbbildgeschichte (C41/RA4) etwas unausgegoren war?

    Ich hatte ja immer nur Farbdias gemacht, mir fehlt also der entsprechende Durchblick.

    Ich bin auch so ein Mattscheibentyp; ich habe zwar auch ein rechteckiges Minischätzeisen, benutze die Waage aber kaum.

    Darüberhinaus kenne ich auch nur eine wirklich ablesbare / präzise Wasserwaage für genaues Einstellen - eine Maschinenwasserwaage.

    und ein Foto auf Nassplatte ist dann zu bejubeln, obwohl es grottig aussieht und technisch einfach nur "nicht gekonnt" daherkommt?


    Das unterstützt lediglich den Prozeß der sozialen Teilhabe, und das zumeist auch noch wortlose Jubilieren ist hierbei nur eine Form des "ich lebe noch!"

    Zumindest wird das Jubeltastendasein wohl als eine Lebensform erachtet, was mich aber nicht so recht überzeugt :mrgreen:



    Zum Wert eines Kauf-Bildes kann ich, wie immer bei einem Kauf, nur sagen:

    Isses mir wert/nicht wert.


    Für den Wert meiner eigenen Bilder habe ich zwei Meßmittel:

    - eine Wand

    - eine Mülltonne.


    Aus meinem sonstigen Leben:

    Ich fand des Herren Salgados Genesis-Bilder im Netz sehr nett - bis ich das Bilderbuch in den Händen hatte.

    Für mich Mülltonne, seelenlos, sichtbar digital.


    Als ich einmal zu einem altertümlichen Spektakel mit meiner aufgebauten 30x40cm Kamera nebst einiger Wandbilder aufschlug, hatte ich Preisanfragen bezüglich "solcher" Portraits.

    Meine Vorstellungen gaben zunächst hüppende Adamsäpfel, aber nach kurzer Zeit bereits Zusagen mit den Worten:

    "Das ist es auch wert".


    Ich glaube, meinen Kumpel mit der Digi hatte nicht mal jemand angesprochen.


    Ich habe aber auch schon mal nette Digibilder an der Wand gesehen.

    Wie sich Dieters Bild da wohl zeigen würde?

    Spannend :)

    Dank Dir, HP.

    Obwohl noch meilenweit vom Vorgestellten entfernt, bin ich für heute mit dem "Werk" hier zufrieden.

    Um dies zu erzielen, hab ich an mehreren möglichen Schwachstellen geschraubt - so hatte ich auch erstmals ein richtiges Relief erzeugen können, was zuvor noch nicht recht gelang.

    Letztlich hatte ich noch das Farbauftragsverfahren modifiziert.

    Das Bild hier ist eigentlich erst der Anfang zu einem Bild, aber ich habs erst mal so belassen, weil mir nach Wochen des Wirkens auch mal etwas Erfolg sichtbar werden wollte:-)


    Morgen werde ich wohl ein neues Teil anfangen, an dem ich mich weiter versuche, was durchaus auch Zerstörung eines Teilerfolges bedeuten kann, auf meinem jetzigen low level .

    Was wiederum Erfahrungszuwachs bedeutet, immerhin...

    Mühsam ernährt sich das Eichhörnchen - aber es geht auch gelegentlich ein Stück voran.

    Das beschichtete, belichtete und gebleichte Papier zeigte sich mir heute dieserart:




    Ich bezeichne dies, nicht gänzlich ohne Schöpferfreude, als meinen ersten Bromöldruck.

    Ja was denn nun, Lomo oder nicht.. :)


    Ich fand den Prozeß bereits unterm Vergrößerer recht stressig, habs dann nicht weiter verfolgt.

    Beim Naßkontakten jedenfalls hatte ich m.M.n. keine gravierenden Schärfeprobleme.

    Man muß halt das auftragende Wasser wegqueteschen; außerdem dient mir solch Vorgehen sporadisch eher dem schnellen Beurteilen als meinem fotografischen Tun.

    Ich habs nicht so mit Zufall und Lomo :)

    Alternativ könnte man ja des Mortensens, von Ihm nicht öffentlich publizierten Naßbelichtens - hier dann mal statt unter dem Vergrößerer direkt in der Kamera belichtet - angehen.


    Mir wäre der Weg über die Kamera zu schleimig, aber Künstler kleckern ja gerne :)

    Und natürlich gibt es dann erst mal ein halbwegs zufälliges Negativ.

    Könntest Du das noch etwas näher beschreiben, zusammen mit den "kleinen Tücken" ?

    Das Kontakten zweier Papiere muß ich wohl nicht weiter beschreiben.

    Die Tücken dabei sind etwaige Luftblasen zwischen den Blättern, die es zu vermeiden gilt.

    Der gute Kontakt wiederum neigt zum Verkleben.


    Viele Zufälle also, die der Kollege hervorragend nutzen kann :mrgreen:

    Mit reichlich Option zur Verbesserung des Ergebnisses, welches gute 15min nach der Belichtung vorliegen kann.

    Ich vermisse einfach die alten SW-Polaroid-Tennbilder.

    Die sind ruckzuck gemacht, man hat ein Unikat und haufenweise Möglichkeiten der Manipulation

    Diesem Traum braucht man wohl nicht mehr nachhängen, und mit Positivpapier kommt man dem Ganzen auch nicht auf die Schliche.

    Deswegen ist mir auch unklar, was Du von dem Normalpapierzupositivpapierprozeß erwartest.


    Meine Empfehlungen bis hierher also erst mal - solange die Geschwindigkeit im Vordergrund steht:

    Das belichtete/entwickelte/fixierte Papier naß in naß kontakten.

    Geht sehr gut, geht ratzfatz, birgt allerdings kleine Tücken, die vermieden werden wollen...

    GF ist trotz einschlägiger Kapitel in der Literatur, z.B. Angewandte Fotografie aus dem Hause Linhof, nicht unbedingt der Goldstandard für Makrofotografie...

    ...ein Bild wie das Gezeigte mit GF/Farbfilmmaterial hinzukriegen, halte ich für extrem schwierig.


    Hier muß ich natürlich mal reingrätschen. Wie auch anders :)


    Vorneweg:


    - hab mal nachgeschaut - "Fujifilm GFX100" ist keine Filmtyp-und Asa-Bezeichnung :mrgreen:


    - Aufgrund der Sache mit den unendlich einsetzbaren Optiken und der Sache mit dem knarzenden Balgen - und nicht zuletzt den Verstellmöglichkeiten halte ich die GF-Kamera für ein excellentes Makrowerkzeug.



    Der dennoch dort äußerst schlappen Tiefenschärfe kann man mit Abstand und langer Optik kleine Schnippchen schlagen.

    Daß die Digifotografie wesentlich praktikabler ist für durchgehend scharfe Bilder, steht außer Frage - aber als es Jene nicht gab, sind die Profis auch mit Film klar gekommen.


    Nicht unerwähnt lassen möchte ich in diesem Zusammenhang, daß mich vor 35 Jahren nicht durchgehend scharfe Bilder, sondern gerade großformatige Profi-Nahaufnahmen ( 8x10" zumeist) mit sensationell verbogener Schärfeebene zum Kauf meiner ersten GF-Kamera inspirierten.


    Schönes Bild, Dieter :thumbup:

    Beschichtet mit eine Haarkamm, aber noch ohne Heizbett - das Thermostat ist noch unterwegs, und ich muß die allgemeine Handhabung des zu beschichtenden Papieres nach dem ersten Versuch noch mal überdenken, bzw. meine anderen Papiere ausprobieren.

    Entwickelt in der Schale, zur Empfindlichkeit sag ich noch nichts.