Posts by rawitz

    Ich nehme mal Micha beim Wort, aber von hinten nach vorn, und soweit ich ihn richtig verstehe.

    Er macht(e) Grossformat Film, weil er Grossprint ab 90x120 will - und zwar in Farbe. Und hat jetzt festgestellt, dass er diese mit Digitalkameras auch und sogar besser bekommt.


    Richtig! Und das merkt er erst jetzt? Unser lieber Andreas Gurski fotografiert schon lange nicht mehr mit 4x5 Film (nur wenn Reporter kommen), sondern mit Phase One 150 MPixel digital (oder glaubt jemand, für die Japanserie aus dem Zugfenster hätte er in der Zugkabine Grossformat aufgebaut). Damit ist er auflösungstechnisch bei 13x18 bis 20x25 cm Grossformat.

    Hab ich selbst ausprobiert - stimmt also wirklich.


    4x5 Film ist dann wirklich zu klein für die Ansprüche an Grossprints, die du hast.


    Ich habe mit Trommelscannern schon vor 25 Jahren gearbeitet. Wenn dein Scannerservice aus seinem Trommelscanner nicht die von dir gewünschte Gradation und Farbwiedergabe liefern kann, ist er m.eE. das Geld nicht wert. Ein guter Scanneroperator kann dir jeden gewünschten "Filmlook" von jedem Film (!) liefern. Aber ok, selber Trommelscannern willst du nicht, und die einfacheren Epsons und Co. sind für 4x5 und Grossprints schon knapp (obwohl die 2400 dpi des Epson schon in die Grenze des Filmkorns hinreichen).


    An den Filmpreisen wird sich nichts ändern, aber durch Selbstentwickeln und Selbstscannen kann man eine Menge Geld sparen. Ausserdem dürften die Kosten eines professionellen Grossprints in Farbe schon die Kosten für Film, Entwicklung und Scan übersteigen. Und derselbe Print ist von der Digitalkamera nicht billiger.


    Und zum Schluss: Wenn du mit einer Digitalkamera qualitativ deutlich über 4x5 Film hinausgehen willst, musstest du schon einiges Geld hinlegen. Was für eine Digi hast du denn oder soll es ein Geheimnis bleiben. Aber ich will dir deinen Schritt nicht vermiesen, kein Fotograf kann heute einen professionellen Auftrag noch rationell mit Film ausführen, und wenn das dein Ziel ist, ist deine Entscheidung richtig.


    Gruesse

    Rainer

    Die Beugung des Lichtes hängt nur von dem Durchmesser der Blende und von der Wellenlänge des Lichtes ab.

    Richtig! Aber der für den Fotografen relevante Betrag der Beugung auf dem Film wird auch durch die Länge des Wegs (Bildweite) von der Beugungsquelle (Blende) zum Film definiert. Einfach gesagt: ein längerer Weg fächert die Beugung umsomehr auf.

    Deshalb ist auch die Beugung auf dem Film bei einem Teleobjektiv mit Blende 32 gleich (!) mit einem Weitwinkel mit Blende 32.

    Die (fotografisch relevante) Beugung ist unabhängig vom Objektiv, Brennweite oder Filmformat bei gegebener Blende immer gleich.

    Es reicht wenn man für die kritische und die förderliche Blende die Blendenzahl errechnet ohne sich um Brennweite und Objektivtyp zu kümmern.

    Kritisch wird es allerdings bei der Definition des maximal zulässigen Unschärfekreises, mit dem die (physikalische) kritische Blende auf die (konventionell definierte) förferliche Blende umgerechnet wird. Ich hab mal nachgeschaut: fotoschulmässig wird für das Kleinbild ein Unschärfekreis von 1/30mm, für 4x5 von 1/10 und für 8x10 von 1/5 angegeben und damit die jeweils förderliche Blende errechnet. Das ist natürlich schon für die modernen Filme und Hochleistungsobjektive viel zu wenig. 1/30 mm sind ein Auflösungsvermögen von 15 lp/mm, wobei moderne Objektive gut 100 lp/mm und moderne Filme 50 lp/mm schaffen.

    Schon früher vor der Digitalfotografie hiess es, man solle bei Kleinbild für kritische Fotografie die Schärfetiefetabellen der Objektive halbieren. Und während die 5 lp/mm und weniger dann für die Grossformatfotografie früher noch hinhauten, da maximal 50x60 cm vergrössert wurde, werden heute auch Grossformatfilme in Hochleistungsscannern mit 2000 dpi und mehr abgescannt und entsprechende Filmqualität erwartet : 2000 dpi sind immerhin 40 lp/mm !!!

    Wie sieht es bei GF, 4x5" aus?!

    Wovon kann/muss man ausgehen?

    Bis zu welcher Blende habe ich optimale Schärfe/Tiefenschärfe und

    ab welcher Blende setzt bei diesem Format die Beugungsunschärfe ein?

    Streng genommen hat das mit dem Filmformat und Tiefenschärfe nichts zu tun. Die Unschärfe durch Beugung nimmt bei jedem Objektiv mit Abblenden schon bei der ersten Stufe zu, die optische Schärfe des Objektivs wird erst durch Abblenden verbessert. Die förderliche Blende ist dann die Blende, ab der der optische Schärfegewinn durch Abblenden durch den Schärfeverlust durch Beugung übertroffen wird.

    Wichtig ist dann nicht das Filmformat, sondern der verwendete Film, dessen höchstes Auflösungvermögen/Schärfe je nach Filmsorte bekanntlich unterschiedlich sind. Wenn ich mal für einen modernen Farbfilm ein Auflösungsvermögen von maximal

    50 lp/mm annehme, so ist die förderliche Blende hier erreicht, wenn der Unschärfekreis durch Beugung grösser als !/100 mm ist.


    Es ist klar, dass das Filmformat und auch die Optik und Brennweite hier keine Rolle spielt. Tatsächlich ist es aber in der Fotopraxis so, dass aufgrund der ansteigenden Fehlertoleranzen mit grösseren Formaten, man zb. für das 8x10" Format einen maximal tolerablen Unschärfekreis von (glaube ich) 1/10mm angesetzt hat, der zuerst die Schärfetiefewerte, aber ebenso die förderliche Blende definiert. Während die an der maximalen Filmschärfe definierten förderlichen Blende praktisch nie erreicht wird (höchstens ab Bl. 64), ändert sich die praktische förderliche Blende je nach Filmformat tatsächlich, da für 4x5" Format eine geringere Unschärfetoleranz als für 8x10 vorgegeben ist, ich glaube 1/20 mm.

    Schon klar, deine Hoffnung ist, dass wenn ein 240 Heliar auf eine Kamera mit 26cm Auszug passt, dann könnte auch ein 250 Heliar in Effektstellung noch auf einen Auszug von 27/28cm passen.

    Ich könnte dir zusätzlich noch die Hoffnung geben, dass wie oben erklärt die 250 Effektstellung nicht unbedingt 5cm kürzer ist als die 300 Normalstellung. Denn Zoomobjektive tendieren durch ihre Konstruktion zur Bildweitenkonstanz, dh. der Kameraauszug

    verändert sich nicht im gleichen Verhältnis wie die Brennweitenänderungen.

    Ich sehe also schon eine gewisse Chance für dich, mit deinem Setup gerade noch hinzukommen. Aber genau weiss man es nur durch ausprobieren.

    Jetzt weiß ich, wo ich mich im Kreis gedreht habe, mir ging es ja beim Erwähnen des 24ers eigentlich um was ganz anderes:

    Wenn ein 24er für eine Kamera mit 26 cm Gehäuselänge vom Hersteller empfohlen wird, passt 1. ein 30er auch, und 2. müsste dann doch eigentlich eine 25er Brennweite (30er auf 25 durch Softfocus verstellt) passen.

    Ich kenne jetzt die Kamera nicht, auf die du dich beziehst. Wie ich dich eingangs verstanden habe, hast du ein Kameragehäuse mit 27/28 cm Mindestauszug (Max. dann jedensfalls länger) und möchtest wissen, ob das UHeliar 300 bei der Effektbrennweite von 250

    noch an die Kamera passt, oder der Auszug dann zu kurz wird.

    Mit dem normalen 240 Heliar wird es sicher nicht gehen. Da bei der 250 Effektstellung des 300 aber nicht notwendigerweise der Kameraauszug um genau 5 cm kürzer wird (aufgrund der eigenartigen Konstruktion, die "Zoomfahrt" einer Linse zur Weichzeichnung zu verwenden), und wohl auch keine Dokumentation existiert, muss man es:

    PRAKTISCH AUSPROBIEREN.

    Soweit sind wir doch jetzt gekommen und müssen das nicht wieder zerpflücken.

    Nein, das UHeliar 300 ist nur in der Normalstellung baugleich mit dem normalen Heliar 300. In der Effektstellung ist die Mittellinse nach vorne verschoben und damit nicht baugleich dem 240er normalen Heliar, und es hat damit auch nicht unbedingt den gleichen Balgenauszug.

    Du selbst hast kein Objektiv zum nachmessen, wissen wir, aber Karsten hat hier doch eins. Selbst wenn es kein 300er ist könnte man die Ergebnisse relativ umrechnen.

    Das Normalheliar wird dir auch nicht weiterhelfen, denn das Universalheliar ist eine Objektivkonstruktion, bei dem ein Weichzeichnereffekt durch Veränderung der Brennweite von 30cm auf 24cm erzielt wird. Es ist also nicht mit den üblichen Weichzeichnervorsatzlinsen und Weichzeichnerobjektiven zu vergleichen, die man erst fokussiert und dann den Weichzeichner setzt.

    Beim Universal-Heliar muss (!) erst der Weichzeichnereffekt eingestellt und dann fokussiert werden, weil ...siehe oben.

    Auch wenn man davon Kopfschmerzen bekommt, ist es wichtig das zu verstehen, sonst dreht sich die Diskussion wie hier im Kreis.

    Die eigentliche Frage ist ja nicht beantwortet:

    Wie gross ist und um wieviel verändert sich der Balgenauszug (wenn man das Wort Bildweite nicht mag), wenn man das UHeliar in Normalstellung und Effektstellung auf OO fokussiert.

    Ein einfacher Versuch:

    Du misst mit einer Messlehre die Gesamtlänge des Objektives im bisherigen, defekten Verschluss. Danach schraubst Du das Objektiv in den neuen Verschluss und misst wieder die Länge. Stimmen beide Maße überein, ist höchstwahrscheinlich alles o.k. Ansonsten wird es schwierig...

    Das ist es auch, was die Fachbetriebe bei der Montierung der Objektive in die Verschlüsse machen. Die Gesamtlänge des Objektivs im Verschluss von der Kante Vorderfassung zur Hinterkante ist in den Specs vorgegeben. Ich habe das mal bei Plaubel gesehen. Nur haben diese Leute genauere Messvorrichtungen. Ohne Verkanten wird man es selber mit einem Messschieber kaum machen können.


    Falls man diese Zwischenringe mal verliert oder vergisst, wird dadurch die Optik auch nicht unbrauchbar. Das "Spacing" der Vorder- und Hinterlinse ist für die Randauflösung und Bildfeldwölbung relevant.

    Wenn mans ganz genau wissen will, ein Versuch: Objektiv im neuen Verschluss einmal mit und ohne Distanzscheiben testen und und auf einen eventuellen Abfall der Randschärfe zur MIttenschärfe untersuchen. Natürlich bei Offenblende, abgeblendet wird man da keinen Unterschied mehr finden.

    Jetzt wirds spannend, tatsächlich ist die klassische Cook-Triplet Konstruktion auch der unbekannte Urtyp des Zoomobjektivs.

    Ich hab hier in meinem Archivmaterial gefunden, dass "eine Bewegung des Mittelelements näher zur Vorder- oder Hinterlinse den Bildwinkel vergrössert oder verkleinert. Diese Fähigkeit des Triplets führte eventuell zur Entwicklung der Zoomobjektive" (sinngemäss von mir übersetzt).

    Zitiert nach: Lens Genealogy Part 1, Roger Cicala, hab leider keinen direkten Link.



    Das geht in die Richtung der Hoffnungen von Scharzweisseher. Müsste man wirklich mal verifizieren. Dann wäre das Universal-Heliar ein Zoomobjektiv mit einem vollkorrigierten Bild bei Stellung des Mittelgliedes hinten und zunehmend unkorrigierten Bild mit Verstellung nach vorne. Aber ob damit die Bildweite immer (fast) gleich bleibt, wie bei modernen Zoomobjektiven, ich damit noch nicht gesagt.

    nur als Gedankenexperiment:

    Wenn das 300Heliar in der Normalstellung eine Telekonstruktion wäre, also die Bildweite kürzer als die Brennweite, wäre es tatsächlich vorstellbar, das der Teleeffekt durch Verschiebund der (negativen) Linsenkonstruktion sich verändert. Oder auch umgekehrt. Das wäre dann aber schon ein Zoomobjektiv mit konstanter Bildweite bei veränderlicher Brennweite. Das ist wohl das was die erhoffst.

    Was ich mich halt frage ist, ob allein die Verschiebung der einzelne Linse im Objektiv schon die Verschiebung um 5 cm bringt (könnte doch sein), oder ob man eben zusätzlich noch 5 cm über den Balgen nachfokussieren muss.

    Also die Frage wäre dabei, ob die 25 bzw. 30 cm ab Objektivhinterkante gemessen werden oder ab Blende oder ab verschiebbarer Linse oder ab Objektivmitte. Bei so einem großen Objektiv ist das durchaus ein beachtlicher Unterschied.

    Die Verschiebung der einzelnen Linse im Objektiv ist ja selbst die Ursache der Brennweitenänderung und kann nicht gleichzeitig die Korrektur der Bildweite sein. Unter Bildweite versteht man den Abstand vom Verschlussende zur Mattscheibe und ist nicht unbedingt gleich der optischen Brennweite. Schneider Kreuznach (auch Rodenstock ua.) gibt immer beides an, wobei die Bildweite natürlich wichtig für die Montage des Objektivs ist. So auch bei dir, leider stehen in deinen Specs keine Angaben über die Bildweite des UHeliars und ihre Veränderung beim Soften. Das wäre für deine Frage entscheidend. Die in den Specs angegebenen Brennweiten von 300 und 250 dürften aber auch den Veränderungen der entsprechenden Bildweiten entsprechen, also eine "Selbstkorrektur" durch die Linsenverschiebung ist nicht zu erwarten.

    Eine Frage an die Universal-Heliar-Kenner:

    Muss man die Schärfe nach dem Fokussieren und anschließendem Weichzeichnerreindrehen nochmal nachfokussieren?


    Hintergrund der Frage ist, dass bei meiner 13x18er SLR der Abstand Linse zum Film nicht weniger als so ca 27/28 cm betragen kann. Wenn ich also 25 cm Balgenauszug für unendlich bräuchte, würde es nicht gehen.

    Antwort: Nein

    Ein Weichzeichner ändert im Prinzip nicht die Brennweite eines Objektivs, damit auch nicht den Balgenauszug oder "Abstand der Linse zum Film".

    Ein Weichzeichner ist eine plane Glasscheibe (wie ein UV-Filter), in den kugelformige oder kreisförmige Erhebungen eingefügt/eingeschliffen werden, damit ein Teil (ein Teil!) der optischen Strahlen vor oder hinter dem normalen Linsen-Brennpunkt geführt werden und dadurch eine partielle (!) Unschärfeüberlagerung über das scharfe Kernbild bewirken. Das Kernbild bleibt unverändert zur Brennweite und damit zur Schärfeeinstellung der Objektivs ohne Filter.

    Dabei bleibt unbehandelt, dass man durch geringe Fokuskorrektur auf der Mattscheibe das Verhältnis von scharfen Kernbild und Unschärfeüberlagerung noch fein justieren kann. Nicht verändert sich aber die Brennweite und damit auch nicht "der Abstand der Linse zum Film".


    Gruss

    Rainer

    Die Gewindeaussenmasse 54,84 könnten mit dem Objektivfiltergewinde 55mm übereinstimmen, ich habe hier einen, der 54,5 misst. Falls ja, Filterglas "rausnehmen" und als Konterring verwenden. 55mm Filter war die frühere Standardgrösse für Objektive, gibts also wie Abfall am Markt.

    Der Jona-Tip mit dem selbstschneidenden Sperrholzgewinde ist übrigens garnicht falsch, ich habe damit neulich ein 65mm Heliozidgewinde auf Holzplatte montiert. Ein eingeklebter Stoffstreifen verstärkt die Konstruktion absolut fest.


    Gruss

    Rainer

    1. Vorwässerung

    Eine Vorwässerung ist bei SW in jedem Fall zu empfehlen, um neben der Vortemperierung auch die kritische Erstbenetzung zu optimieren.

    Jobo empfiehlt in der aktuellen Anleitung (im Gegensatz zu früher), bei allen (!) SW und Color (Dia und Neg) Prozessen eine Vorwässerung vorzunehmen.

    Ich vermute aufgrund der regelmässigen Kundenrückfragen, über die es für uns keine Statistik gibt.

    Ich halte das zumindest für Colorneg. für prozesstechnisch fragwürdig und habe dazu auch mal eigene Versuche gemacht, die das bestätigen.

    Prinzipiell aber ist die Erstbenetzung ein kritischer Punkt, weil die Emulsionsschicht(en) erst aufquellen muss und die Rotationstechnik mit ihren Verwirbelungen auch verschiedene Quellzeiten erzeugt, die Schlieren verursachen (können).

    2.Bewegung

    Es ist klar, dass die Rotation mit irgendwelchen Filmspiralen oder -haltern ständig auch Chemieverwirbelungen und damit mögliche Verschlierungen erzeugt, die durch regelmässigen Umkehr der Rotationsrichtung zumindest gemildert und im besten Fall eliminiert werden. Ist die Filmschicht bereits aufgequollen (mit Wasser oder Chemie), ist der Effekt aber wesentlich geringer als bei der Erstbenetzung. Wo dann die optimale Drehgeschindigkeit liegt, schnelle oder langsame Drehung, ist schwer zu generalisieren. Muss man selbst ausprobieren. Die professionelleren Jobomaschinen der ATL-Reihe hatten noch eine automatische Kippmechanik. Meiner Erfahrung nach (ich hatte zwei ATLs) ist der Nutzen allerdings gering, höchstens bei der Erstbenetzung vorhanden.

    3.Chemiemenge und Konzentration

    Da ich selbst kein SW mache, bitte hier die vorhandenen Erfahrungen der Diskutanten lesen. Meine Vermutung wäre, dass mit erhöhter Chemiemenge (bei niedrigerer Konzentration) auch der "Benetzungsschock" abnimmt und durch die höhere Flüssigkeitsträgheit auch die Verwirbelungen tendenziell abnehmen. Durch eine höhere Rotationsgeschwindigkeit würde das aber wieder aufgehoben. Aber ich habe für SW keine eigene verifizierbare Erfahrung.

    4. Durch das Netzmittel kann es keine Verschlierungen geben. Ich mache das seit über 40 Jahren in der Jobomaschine. Eine gründliche (Heisswasser)Reinigung der Trommel und Filmeinsätze ist natürlich notwendig.


    Gruesse

    Rainer

    aber mein Problem mit Schneider-Objektiven im Allgemeinen ist, dass sie zu Kantenabtrennungen und Abblättern der Farbe neigen

    Das Abblättern ist trotz des Namens "Schneideritis" nicht nur ein Problem der Schneider Objektive, sondern zb. auch Fujinone. Soweit ich weiss, betrifft es aber nur die älteren Objektive, alle Schneider MC Objektive sind nicht mehr betroffen. Das Problem eines Super-Angulons MC 210 wäre mE. nicht Abblättern oder Fungus oder Separation, sondern der PREIS: Sie werden übrigens ebenso wie das Grandagon 200 praktisch nicht mehr angeboten. Ein vergleichbares 210 Symmar XL wird zwischen 3500 und 4000 eur angeboten, und ist ohne Centerfilter nicht zu gebrauchen, Preis der kompakten Bauweise. Übrigens ist von der optischen Leistung (MTF-Kurven) her das SA 210 immer noch dem SS XL 210 und dem Grand.200 überlegen.

    Gruss

    Rainer

    Hi Urnes, ich versuche mal deinen Beitrag zuzuordnen. Was mir dazu einfällt, das ist die Düsseldorfer Schule der Bechereheleute, die völlig neutral von Licht und Geometrie und konsequenterweise ohne Farbe Ihre Industrielandschaften fotografiert (oder doch nur dokumentiert ?) haben. Ich habe oft in Museeen ihre Fotografien gesehen und meine Probleme damit gehabt: Was soll das, Gesellenabschlussarbeit mit Nachweis der Beherrschung der schulfotografischen Grundregeln. Erst nachdem ich später Zusammenstellungen dieser Arbeiten gesehen hatte, habe ich gesehen, es ist ein Projekt serieller Fotografie in Perfektion, wie mit der Bildschablone durch die "Industrielandschaft" gezogen und den einen äthetischen Abstraktionsbegriff erarbeitet, für den "Begeisterungen" in Licht, Farbe und Gestaltung nur Ablenkungen sind. Aber andererseits fotografiere ich so ...


    Zurück zu meinem Thema. Vielleiht habe ich gezeigt, dass es spannend ist auch an Nuancen zu arbeiten, die 3 Bilder sind gleich und doch verschieden. Ich hänge mal hier noch ein Foto dran, das zwischendrin entstanden ist.



    Ich bin damals spotan losgezogen, um vielleicht ein völlig versifften Foto zu bekommen, leider hatte das Wetter schon gedreht und es ist wieder ein "schönes" Bild geworden.

    Aber für dieses Projekt ist mir jetzt klar, dass man sogar 4 Bildbereiche zusammenbringen muss: den Vordergrund, das Hauptmotiv (Tankstelle), den Hintergrund und den Himmel. Und je nach Gegebenheiten, die ich nicht aussuchen kann, entstehen jedesmal andere Fotos.


    Zum Schluss noch ein letztes Foto, in der Hoffnung mit der 5x7 vielleicht nochmal besseres Licht zu bekommen, bin ich losgezogen, aber finde die Szene zwischenzeitlich umgebaut. Damit ist das Projekt für mich gestorben, das Bild ist also nur Dokumentation.



    Gruesse

    Rainer


    PS: Wenn jetzt jemand sagt, das letzte gefällt ihm am besten .... lösche ich den ganzen Thread.

    Klar, warum nicht, für mich überraschend, wenn du noch etwas dazu sagen würdest, könnte man auch darüber reden.


    Ich mach trotzdem mal weiter.

    Was für mich jedesmal ein Problem war, wie das Hauptmotiv mit dem Hintergrund abzustimmen. Beim (zeitlich) ersten Foto ist der Versuch, das Motiv mittig zu nehmen, schon misslungen, und der Hintergrund trotzdem nach rechts verschoben. ES war also die Aufgabe, wie beides ins Gleichgewicht zu bringen, dh für mich am besten beide in die Mitte, weil eigentlich gleichgewichtig aber gestalterisch nicht möglich ist (Byzanz lässt grüssen!). Das Endbild zeigt meine Lösung, die aber bei genauen Hinsehen immer noch ein Kompromiss ist.

    Die zwischenzeitlichen Fotos hänge ich hier dran, sie sind ähnlich, aber doch aufgrund der Gegebenheiten etwas verschieden, wenn man genau hinschaut (und will).



    Erstaunlicherweise für mich komme ich immer fast auch den gleichen Aufnahmestandpunkt für das (für mich) beste Foto, obwohl ich niemals irgendwelche "Vorlagen" oder "Skizzen" mitnehme und die Fotos zeitlich mehrere Jahre auseinanderliegen.

    Gruesse

    Rainer

    Wie schon angekündigt hier nochmal das 2 Streetfotografiemotiv als neuer Thread.

    Neu deshalb, weil ich auch zeigen will, wie solche Bilder bei mir entstehen. Wie schon gesagt, mit der Grossbildkamera mache ich keine Zufallsbilder.

    Dieses Foto hier wieder mit der 13x18 Handkamera und 90 mm SAngulon habe ich "Abschlussbild" gemacht, nachdem ich über einen längeren Zeitraum immer mal wieder einen Ausflug zur Location gemacht habe



    Es hat ein bischen Zeit gekostet bis ich auf einer älteren Archivfestplatte ein Foto gefunden habe, dass wahrscheinlich das allererste Foto war, soweit ich weiss mit einer Digitalreflexkamera KB. Bitte jetzt nicht an der falschen Stelle kritisieren, das Foto ist völlig unbearbeitet out of the camera. Ich habe das auch weiter garnicht aufgearbeitet, Licht, Standpunkt, Brennweite, Farbe usw. alles ist falsch und "raw" .

    Aber irgendwie müsste man daraus etwas machen können ... Deshalb wurde es nicht

    gleich weggeworfen.



    Erstmal hier zur Diskussion und Kritik freigegeben.


    Gruesse

    Rainer

    Das Bild gefällt mir sofort gut, und wenn ich überlegen muss warum:

    Die drei "leeren" Flächen Himmel, Vordergrund und Hochbahnbogen bestimmen jede formal und inhaltlich gleichbedeutend den Bildaufbau. Und damit das Auge es sich nicht gleich bequem macht, gibt es dieses Verkehrsgedrängele im Hintergrund, wo man sich erst mühsam durcharbeiten muss. Die Ampel ist natürlich die Pointe, die reinknallt. Ich hätte sogar noch mehr davon ins Bild reingenommen. War es Absicht so oder hat das Weitwinkel nicht gereicht? Ein 90mm oder 75mm, sowas interessiert mich immer als Weitwinkelfanatiker.

    Rainer