Posts by rawitz

    Na, auf dem Grundglas doch eher nicht ... Sonst bräuchte es ja auch keinen Halter, der den Film auf Abstand vom Grundglas hält. Ich bin bei meinem V800 im Fokus, wenn ich eine 2mm Glasscheibe zwischen Grundglas und Negativ lege. Damit sich das Negativ nicht wölbt, fixiere ich den Planfilm an den kurzen Kanten mit etwas Tesafilm. Anders als Epson das in der Anleitung empfiehlt, platziere ich den Film mit der Schichtseite nach unten. Dann gibts an der Stelle auch keine Newtonringe.
    Noch bessere Planlage erreicht man natürlich mit der erwähnten zweiten Scheibe oben drauf. Daher interessieren mich eure Wetscan-Erfahrungen. Obwohl ich den Eindruck habe, dass Filme wie der FP4 an der Filmträgerseite heute nicht mehr so glänzend sind wie früher. Evtl. um den Newton-Effekt zu mildern.

    Ja doch, beim Epson gibt es zwei voreingestellte Fokusebenen. Die eine ist direkt auch dem Grundglas (mit Filmrückseite, was aber praktisch nichts ausmacht) und die andere ist auf die Filmhalterebene, wenn man einen solchen benutzt, was der Scanner automatisch erkennt.


    Den Film mit der Schicht direkt aufs Glas und ein Antinewtonglas direkt darüber auf die Filmrückseite zu legen, funktioniert zumindest bei mir nicht immer. Da das ANGlas den Film doch stark aufs Scannerglas drückt, habe ich machmal trotz matter Filmschicht von Grundglas her Newtonringe.
    Deshalb meine Lösung s.o. mit 1mm dicken Filzunterlagen an den Ecken des AN-Glases. Das nimmt den Druck von oben aus dem Film-Glas-Paket.


    Gruss
    Rainer

    Du kannst dir einen Wetmount Halter einfach selbst bauen: zwei entspiegelte Glasscheiben in entsprechender Größe, eine liegt direkt auf dem Scanner, dann das Negativ mit Wetmount Fluid, alternativ Waschbenzin, aufbringen und von oben dann die zweite Scheibe. Fertig!

    Das dürfte beim Epson 700/800 nicht funktionieren, da der Film entweder genau auf dem Grundglas oder im Filmhalter(-abstand) liegen muss, nicht irgendwo zwischen 2 Glasplatten.
    Ausserdem darf ein Antinewtonglas (wenn du das mit "entspiegelt" meinst) niemals zwischen Scanneroptik und Film liegen, nur über dem Film zum Beleuchtungsteil.


    Bei Gelegenheit auch noch:
    Ich benutze den Epson Fluid-Mont auch trocken, also ohne Montageflüssigkeit. Der Film wird einfach aufs Glas gelegt (Schicht nach unten) und bei grossen Planfilmen ein Antinewtonglas darüber, das sicherheitshalber noch an den Ecken ca.1 mm dicke kleine Distanzscheiben (Filz oä) hat. Damit bekomme ich sicher keine Newtonringe und der Film bleibt plan innerhalb des ca. 1mm grossen (Tiefen-)Schärfebereichs. Als Antinewtonglas bitte keine matten Bilderrahmengläser verwenden, die sind zu grob und geben dem Filmscan noch einen "schönen" zusätzlichen Korneffekt.


    Mit dem Fluid-Mount Rahmen (auch dem Betterscanning Mount) kann man maximal ca. 13x18 Film scannen, aber mit dem grossen Vorteil, dass wie bei allen Epson-Filmhaltern auch die ICE-Staubentfernung benutzt werden kann. Ein riesiger Vorteil gegenüber dem Scannen direkt auf dem Scannerglas, und für mich auch schon vor langem der Grund, vom Trommelscanner weg auf den Epson zu gehen.


    Bei grösserem Film als 13x18 kann man mit dem Fluid Mount auch stitchen, ich mache das mit meinen 9x15 inch (22x37cm) Filmen mit drei Teilscans.


    Bei 4x5 inch halte ich den neuen Epson-Glasfilmhalter für optimal. Im Gegensatz zum den anderen Glashaltern liegt unten (zum Scanner) kein Glas, nur darüber zur Filmplanlage ein Antinewtonglas zur Beleuchtung hin. So sollte es idealerweise sein. Der Fluidmount hat ja nochmal ein eigenes Filmhalter-Grundglas, das ScannerGrundglas kommt noch dazu, ziemlich viel Glas zwischen Film und der Scanneroptik.
    Blöd bei 9x12 Filmen, denn die fallen ohne Glas im Halter wohl einfach durch. Fast ein Grund auf 4x5 zu wechseln.


    Aber trotzdem komme ich mit meiner Methode s.o. und 2400dpi-Scanning auf eine Nettoauflösung von ca.2200 dpi, das reicht mir für alle Grossformatfilme. 2400 dpi sind immerhin 50 Linienpaare pro mm auf dem Film, das ist ziemlich viel und wird meiner Erfahrung nach bei den Toleranzen in der der Grossbildfotografie sowieso nie erreicht So misst zb. Schneider-Kreuznach die MTF-Leistung seiner Grossformatobjektive mit 5, 10 und maximal 20 lp/mm.


    Gruss
    Rainer

    Hm, es gibt doch offensichtlich zwei Bilder.


    Das erste und wichtigste ist das Orginal-SW-Negativ 8X10.
    Das zweite ist der Scan, der hier vorliegt (und nur das liegt vor!), der vom Autor wohl "ohne Anspruch auf Perfektion" erstellt wurde, um eine Diskussion hier zu ermöglichen. Soweit ich sehe,dreht sich diese heftige Diskussion ausschliesslich um das Scanfoto, das man hätte heller oder dunkler oder mit anderem Gamma hätte präsentieren können. Was solls, ich dachte wir sind hier Analogies.
    Deshalb interessiert mich hier nur das Orginalnegativ, das ich natürlich hier nicht einsehen kann.
    Da man aber schon am Scan wie geo prächtig rumfummeln kann, gehe ich davon aus, das auch das in Ordnung ist. Glückwunsch, denn mit diesen einfachen Sachen kann soviel schiefgehen, was hier auch schon gesagt wurde. Und das noch mit dem 8x10Format mit Selbstauslöser und einer Riesenmenge (doppelt?) angeheiterter Leute - Chapeau! Das hätte ich in meiner besten analogen Profizeit nicht riskiert.


    Aber gut, soweit ich dich verstanden habe, möchtest du als Highlight alle Teilnehmer mit einem grossformatigen Analogprint beglücken. SUPER IDEE!


    Kein Foto ist perfekt, du hast selbst gesehen, dass der Turm etwas perspektivisch kippt. Ich finde es nicht so schlimm, vor allem was man heute im Internet an angeblich professionellen Architekturfotos sieht, wo die Bauwerke geradezu implosonsartig ineinanderfallen.


    Wenn du aber für deine Analogprints das Bestmögliche erreichen willst:
    Geringe perspektivische Entzerrung kann man auch unter dem Vergrösserungsgerät erzielen, indem man
    den Papierrahmen kippt und dann den Objektivhalter korrekturkippt, bis wieder die beste Tiefenschärfe erreicht ist. Wenn nicht möglich, wird die notwendige Tiefenschärfe auch durch grösstmögliches Abblenden des V-Objektivs verbessert. Auch die Zeichnung der Baumes rechts oben ist ziemlich dunkel. Das kann durch Abwedeln (also kürzere Belichtung) beim Vergrössern auch einfach verbessert werden.


    Ich sehe also alle Chancen, dass du eine tolle Überraschung für deine Hochzeitsgäste erstellen wirst, wo man dich noch nach Jahren fragen wird, Papa, Opa oder sonstwer: wie hast du das damals gemacht!


    Gruesse
    Rainer

    wenn der Film links auch ein korrekt entwickelter Diafilm ist, hat er vermutlich mal im Licht gelegen.
    Oder es ist gar kein E-6 kompatibler Diafilm, vielleicht ein ganz alter Agfachrome oder ORWO.
    Das Bleich- und Fixierbad haben zwar das Silber-SW rausgeholt, aber es wurde keine Farbe angekuppelt.
    Oder ...

    Hallo Kadosh,
    du redest von von "einem solchen Empfindlichkeitsverlust", dass die Filme "nur einen minimalen Hauch Zeichnung haben oder fast leer sind". Was heisst "leer"? Sind die Filme tendenziell schwarz oder weiss?


    Wenn ich jetzt Jokel123 ergänzend lese, "ausser einem kaum erkennbaren magentafarbenem Bild war da nichts zu erkennen. Sah aus wie komplett überbelichtet".


    Aber wir reden von Diafilmen. Da Diafilme einen doppelten Negativ/Positiv-Entwicklung erfordern, äussert sich ein "Empfindlichkeitsverlust" in tendenziell schwarzen Filmen. Ist das bei dir der Fall?



    Wenn nicht, also wenn deine Filme "wie komplett überbelichtet" aussehen, kann es kein Empfindlichkeitsverlust durch Lagerung/-sfehler sein!



    Was sonst? Ich kann hier nur einige grundsätzliche Überlegungen abgeben:


    Der Diaentwicklungsprozess besteht aus zwei Stufen: Zuerst wird ein SW-Negativ auf normaler Silberemulsionbasis entwickelt, die im Unterschied zum klassischen SW-Film aus 3 SW-Schichten bestehen, die auf die 3 Grundfarben RBG-gefiltert sind und denen entsprechende YMC-Farbkuppler beigefügt werden.


    Nach dem Erstentwickler sieht ein Diafilme wie ein normaler SW-Negativfilm aus! Nachdem der Erstentwickler vollständig ausgewaschen ist, wurden früher die (nicht erstentwickelten) noch lichtempfindlichen Filmteile entweder direkt künstlich unter der Lampe zwischenbelichtet, oder im separaten Umkehrbad chemisch, oder wie heute ist dem Farbentwickler eine Umkehrbelichtungschemie beigemischt.


    Dadurch entsteht das Negativ vom Negativ , oder der eigentliche SW-Diafilm, dem jetzt die Farbbestandsteile über die Farbkuppler anentwicklelt werden. Im Bleichbad werden die beiden (!) SW-Bestandteile "zurückentwickelt" also wieder "weiss" und im Fixierbad vollständig entfernt, sodass nur noch das Farbbild negativ oder positv (Dia) aus dem Prozess zurückbleibt.



    Die Folgerungen daraus, was in der Dia-Entwicklung passiert: Auch ein Farbnegativ- und Diafilm besteht erstmal aus ganz normalen für die 3 Grundfarben gefilterten SW-Filmemulsionen.
    Eine "Alterung" dieser Grundemulsion ist also ebenso tolerant wir bei jedem SW-Film, also eher unkritisch! Kritisch wird es erst bei den Farbkupplern, die das eigentliche Farbbild machen. Die können wohl altern. Da aber jeder Farbkuppler anders altert, entstehen dann die Dias oder Farbnegative mit den typischen Farbstichen, die man vielleicht noch ausfiltern kann (zumindest beim Scannen, einen Farbkippstich kann kein Laborant mehr korrigieren).


    Ich habe früher noch manuell umkehrbelichtet, dh. nachdem der Erstentwickler ausgewaschen war, die Filmdose aufgemacht und unters Licht gehalten. Die modernen chemischen Umkehrentwickler sind intergriert in die Farbentwicklung und müssen und können nur kurz vor dem Beginn der Farbentwicklung wirken. Sonst verfälschen sie die eigentliche Farbentwicklung!
    Sind die Farbkuppler überaltert und springen nicht sofort an, wird dann auch keine Farbe angelagert und dann bleibt der Diafilm am Ende der Entwicklung: weiss mit schwachen Farben und das auch noch mit Farbstich!


    Wen es das ist, was du hast, dann versucht doch mal Folgendes: Wässere den Erstentwickler gründlich aus, und belichte den Film bei offener Entwicklungsdose unter einer Lampe ordentlich neu. Keine Angst du kannst nichts zu viel machen. Das hilft vielleicht den Farbkupplern auf die Sprünge.
    Einen Versuch sollte es wert sein.


    Gruesse
    Rainer

    Heil Lutz, ein Glaubensbruder im Atl-Himmelreich!
    Aber um jetzt von unseren "alten Weltkriegsgeschichten" zum Forenthema zurückzukommen:


    Ich entwickele heute "alles" mit einer CPE2, für die ich mir eine grosse Papiertrommel selbst gekürzt habe, dass ich 2Blatt von meinem aufgebohrten Lieblingskleinbild 9x15/22x37cm auf einmal entwickeln kann.


    Seit einiger Zeit mache ich nur noch C-41, da die Negative in keinem Labor verarbeitet werden können, also gescannt werden müssen. Bei 2400 dpi im Epson 700 (den ich seit 15Jahren habe) bekomme ich dann eine 3,5 GByte Datei, die einer mehr als 1k-Megapixelkamera entspricht. Damit fühle ich mich im Megapixelrennen der Digitalkameras noch locker ein paar Jahre im Vorteil.


    Bei der Entwicklung von E6 und C41 gehe ich so vor:
    Ich kaufe 5l-Kits (wegen dem Preis), setzte immer 1 Liter an (bei kleineren Ansätzen werden die winzigen Farbentwickler-Konzentratentnahmen ungenau), den ich im Kühlschrank (nicht Tiefkühler!) mit Protectan aufbewahre. Der hält dann frisch gut 2 Monate, für mich genug.


    Ich entnehme nur die Teilmengen, die ich sofort verbrauche in der CPE2.


    Für die Ergiebigkeit der Chemie gibt es zwei Strategien. Früher, als ich noch viele Colorprints (R14) gemacht habe, wurde nach jedem Durchgang die Hälfte der Chemie weggeschüttet und mit der Hälfte frischer aufgefüllt. So bleibt die Chemie immer gleich. Das lohnt sich aber mE. nur, wenn man viele Prozesse hintereinanderfährt (Ich habe damals 1 Liter R14 für 8 Trommeldurchgänge verbraucht).


    Die zweite Möglichkeit besteht darin, die gebrauchte Chemie mehrmals hintereinander zu verwenden.
    Man muss dann aber eine zunehmende Verlängerungszeit je Durchgang berechnen.
    Das mache ich heute mit meiner Filmentwicklung. Ich mache aber möglichst nur 1 Wiederholungsgang, für einen "Restfilm" auch mal einen 2. Je mehr Durchgänge, desto unberechenbarer wird die Sache.


    Nicht empfehle ich, die gebrauchte Chemie für "später" wieder einzulagern. Im Vergleich zum Frischansatz verfällt gebrauchte Chemie rapide, jedenfalls Farbchemie E6 oder C41. Mehr als 1 oder 2 Tage würde ich das auch im Kühlschrank nicht machen. Bei SW ist alles viel lockerer, klar. ..


    Nun wieder zur Filmkäserei: Wenn der entwickelte Diafilm bläuliche Schwärzen und/oder rosa Schleier in den Lichtern hat, ist der Käse sauer geworden. Beim Negativ kippen die Farben, was man aber bei der starken Orangemaske nicht gleich sieht, erst beim Printen.


    Aber ein lausiger Laborant ist vielleicht ein smarter Scanneroperator, dann kann er das noch einigermassen beim Scannen hinbiegen.


    Gruss
    Rainer

    Bei den Durchlaufmaschinen kann man das vielleicht machen. Aber eine Colenta habe ich in meiner Zeit
    in keinem Profilabor gesehen, so eine gab es bei meinem Fotokollegen und war ständig defekt. Ich hatte damals eine ATL2, die von den Kollegen als Amateurmaschinchen verlacht noch heute ihren Dienst tut (nein, nicht bei mir).
    Die Profilabore hatten Hängermaschinen, die für einen grossen und täglichen Durchsatz gedacht waren.
    Die verschiedenen Filmrahmen waren codiert, und bei jedem durchlaufenden Filmrahmen wurde eine definierte Menge Regenerator eingebracht, ob der Hänger voll oder fast leer war.
    In der Filmzeit der 80er und 90er war es üblich, dass die Profifotografen oft die letzten ca. 10 cm des Films vorweg als Testclip entwickeln liessen, damit sie bei Belichtungsfehlern noch durch eine Push/Pullentwicklung korrigert werden konnten.
    Die Labore haben geflucht, weil oft ein Stückchen Film im Rahmen hing und jedesmal für einen mit 3 KB oder RF gefüllten Film regeneriert wurde, was nicht nur teuer war, sondern den Entwickler überkonzentrierte.


    Es sei wie es wolle, nach 40 Jahren Laborerfahrung mit allen Prozessen und Filmsorten, gilt für mich:
    ein erfahreren Laborant geht ähnlich vor wie ein erfahrener Käsemeister. Der rührt in der Molke, riecht daran, rührt gefühlvoll um und prüft das Wetter draussen, und dann weiss er wie er den Käse richtig machen muss. Und der Laborant schaut sich die Farbe des Entwicklers an, schaut nach, wie lange er als Ansatz gelagert war im Kühlschrank oder sonstwo, eventuell schonmal gebraucht, und weiss dann wie er vorzugehen hat. Oder auch nicht ...


    Rainer

    OK, klar mein Fehler!
    Also dann 125 cm2 zu 580 cm2 - dann kommt 4x 4x5 auf 1 KB hin.


    33ml pro 4x5 Film nehmen wir mal als Standard wofür? Für Ergiebigkeit wohl.
    Für das Fachlabor mit EHängermaschine ist dann klar: pro 4x5 gibt es 33 ml von der Regenerierung,
    pro KB dann 4x33 ml oder wieviel? Soweit ich noch weiss, regeneriert die Maschine aber nicht pro Filmtyp,
    sondern pro Durchgang und Filmhängertyp, egal wieviel drinhängt. Oder?
    Für den Selbstentwickler muss aber noch die Mindestfüllmenge der ETrommel beachtet werden.
    Mit 125ml für KB kommt man auch nicht mit der engen Jobotrommel hin - dann kann man bei zb. 330 ml
    Mindestfüllmenge also ca. 3 Durchgänge entwickeln.
    Ich entwickle meine Filme 13x18 bis 24x37 cm in einer Jobo 45xx Trommel, die eigentlich als Papiertrommel gedacht ist. Die Füllmenge Filme wird durch die Trommelgrösse definiert zb. 2 x 8x10,
    als Füllmenge nehme ich die Standardmenge für die Trommelgrösse 250 ml.
    Das sind Filmfläche 8x 4x5 = EMenge 8x33 ml = 264 ml, kommt also rechnerisch gut hin.


    Hm, aber ich mache mit diesem Setting locker 2 Entwicklungsgänge.
    Mach ich was falsch?

    Hat das nicht aussschliesslich mit der Filmfläche zu tun:


    1KB = 165 cm x 3,5 = 58 cm2
    1 4x5 = 10 x 12,5 = 125 cm2


    Gut, die Perforationslöcher hab ich nicht eingerechnet, aber wie man auf 1 KB = 3 oder 4 4x5 kommt, ist
    mir nicht klar. Doch wohl eher 2x.

    Hi Roland,
    wichtig ist, dass du den genauen Bildausschnitt festlegst, BEVOR der Scanner anfängt, automatisch
    den Scan zu "berechnen", dh hellste und dunkelste Bildstelle festzulegen. Denn wenn der schwarze oder weisse Filmrand oder sogar die hellen Scannerglasstellen noch mitberechnet werden, bleiben für deinen späteren Nutzscan nicht mehr viel übrig. Die einfacheren Scanner wie deiner können leider nur mit 8-Bit scannen, bei Farbe sind das meist genug 16Millionen Helligkeits- und Farbabstufungen, bei SW leider nur
    256. Wenn du dann noch durch falsches Messen am Weiss- und Schwarzwert einen ganzen Bereich verschenkst, bleibt nicht mehr viel übrig.
    Versuche mal, im Negativ den hellsten und dunkelsten Punkt zu finden und dem Scanner vorzugeben.
    Leider kenne ich Vuescan nicht mehr gut, die Software ist für Farbe nicht sehr leistungsfähig, dürfte aber für SW reichen.


    Warum fotografiert man analog, und scannt dann digital, anstatt in die Dunkelkammer zu gehen?
    Frage zurück: warum fotografiert man überhaupt noch analog? Weil es Spass macht!
    Aber für die meisten Leute hört der Spass dann bei der Dunkelkammer auf, vor allem wenn man Farbe und dann noch Grossformat macht. Finde ich völlig legitim.


    Gruss
    Rainer

    Auch ich fahre meine Laborprozesse mit Jobomaschinen, nicht mehr wie früher automatisch in den ATLs, sondern manuell mit den CPE und CPA. Das Prinzip ist dasselbe.
    Die Verbrauchsmengen und Verlängerungsfaktoren sind eigentlich gut dokumentiert in den Bedienungsanleitungen.
    Meine Vorgehensweise ist: Ich setze immer 1 Liter C-41 (aber auch andere) an, und befülle den Prozessor nur mit der Menge, die ich auch verbrauche, wobei ich nur bis zu 3 Durchgänge mache. Mehr Filme habe ich sowieso nicht belichtet.
    Den gebrauchten Ansatz bewahre ich nicht auf (höchstens 1 oder 2 Tage), Den restlichen frischen Ansatz bewahre ich mit Protectan behandelt im Kühlschrank auf (nicht Tiefkühltruhe).
    Die Praxis von ekech finde ich recht sportlich, aber kann man so machen. Denn irgendwas ist immer auf dem entwickelten Film, ob es "typgerecht" ist, wie unser "Photofreund" oben aus seiner Praxis als Laborleiter gesagt hat, ist eine andere Frage. Und bei C-41 kann man durch Filterung oder beim Scannen noch viel "Enticklungsshift" korrigieren.
    Wenn man unbedingt bei der Entwicklung sparen "sparen" will, dann empfehle ich, statt der 1Liter Packs die grossen 5 Liter von Fuji oder Rollei zu kaufen und immer nur 1 Liter anzusetzen, kostet dann nicht mal die Hälfte. Die angebrochenen Konzentrate halten gut 1 Jahr.


    Gruesse
    Rainer

    Da ich in meiner Profizeit auch ein eigenes Labor geführt habe und früh in die digitale Bildbearbeitung eingestiegen bin, erlaube ich mir einige Bemerkungen zum Thema.


    1.Eine kritische Aufnahme vor allem auf Diafilm doppelt zu belichten und einen Film als Korrekturreserve zu behalten, ist die korrekte Vorgehensweise der Profifotografen seit ewigen Zeiten. Korrekturentwicklung beim Dia +1 Blende ist unproblematisch, bis 2 Blenden möglich bei ansteigendem Kontrast. Bei richtiger Belichtung hat man einen Reservefilm fürs Archiv.
    Was macht man bei Belichtungsreihen mit den anderen Filmen? Wegschmeissen?


    2.Die meisten Fehler bzw. verpasste Korrekturgelegenheiten werden heute immer noch beim Scannen gemacht. Der Hauptübeltäter ist der "Automaktikknopf" beim Scannen, der zwar (fast) immer ein schönes "knackiges" Resultat produziert, dafür aber gnadenlos in den Schatten und Lichter abschneidet.
    Ein idealer Scan ist im Gegenteil eher flau, wie eine digitale Rawdatei, weil manuell der Schwarzpunkt möglichst niedrig (also hell) gesetzt und die Schatten in der Gradationskurve aufgehellt wurden. Bei den Lichtern umgekehrt. In der EBV wird dann das Foto erst richtig "entwickelt".


    3.Ein Diafilm hat wie hier schon gesagt einen logarithmischen Dichteumfang von ca. 4 D, das sind ungefähr 10 Blendenstufen. Damit hat man in der normalen Fotopraxis gut +/-1Blende Belichtungsspielraum, nur bei extremen Lichtverhältnissen (Gegenlicht) wird es knapp.


    4.Die modernen Scanner, auch Flachbettscanner wie der Epson 700/800 erreichen sehr wohl eine Scandichte von 4 D, sind also auch den kontrastkritischen Diafilmen gewachsen. Eine "Belichtungskorrektur" von 1 Blende und auch mehr kann man sehr gut auch beim Scannen erzielen.
    Aber nicht mit dem Automatikknopf. Sondern manuell sieh oben.
    Wenn man ein Dia mal gegen eine helle Lampe hält, sieht man Dinge, die man auf dem (Norm)Leuchtpult nicht sieht! Aber der Scanner sieht sie auch.


    5.Wenn der Foto-Workflow sowieso in der Digitalisierung der analogen Filme besteht, dann kann man tatsächlich auch auf Farbnegativfilm arbeiten. Dieser hat 15 Blenden und mehr Belichtungsspielraum.
    So gehe ich seit langem vor. Einen 2.Film belichte ich dann höchsten noch als Reserve für Laborfehler.
    Nur ist leider ein perfekter Scan vom Farbnegativ noch viel schwieriger als vom Dia. Der Automatikknopf ist noch unbrauchbarer, und leider sind die Scanprogramme zb. von Epson aber auch Silverfast nicht auf komfortable Farbnegativscans ausgelegt, sie haben fehlende und disfunktionale Werkzeuge.


    Frühling kommt und Corona bleibt.
    Was nun, Kamera raus oder wieder rein?


    Gruesse
    Rainer

    Die Push-Entwicklung ist eigentlich ein alter Hut. Zwangsläufig (wenig Licht) oder absichtlich unterbelichtete Filme (bis zu 2 Blenden) konnten duch verlängerte Entwicklung normalisiert werden. Dabei steigt aber der Kontrast und die Filmkörnigkeit stark an, die Farbbalance bei Farbfilmen verschiebt sich (vor allem bräunliche Schwärzen bei Diafilmen). Während man bei Schwarzweiss durch Gradation des Fotopaiers das ganz gut beherrschen kann, deshalb man generell bei SW "reichlich" belichten sollte, ist es beim Farbvergrössern nicht möglich, da es keine Gradationspapiere gibt, weshalb man Farbfilme "korrekt" belichten sollte. Soweit die klassische Lehrmeinung.


    Umgekehrt bei der Pull-Entwicklung. Reichliches Belichten und (!) Unterentwickleln verflacht den Kontrast und ergibt bei Farbfilmen tendenziell einen eigenartigen Effekt pastellartiger Farbe, mit gedämpftem Weiss und untergesättigten Farben. Ab den 70er Jahren wurde dieser Effekt bei einer neuen Generation von Fotografen wie Meyerowitz, Shore, Sternfeld auch zusammen mit dem von Eggleston eingeführten Dyetransfer-Prints als neue künstlerische Farbfotografie erhoben. Auch die Becher-Schüler siehe anderen Thrad haben in ihren Filmzeit bis in die 90er damit hantiert.


    Ab Mitte der 90er veränderte sich alles radikal insofern, dass durch die hochwertigen digitalen Trommelscanner Filme in unerreichter Qualität digitatisiert, farblich beliebig bearbeitet und dann wieder digital auf Fotopapier ausbelichtet werden konnten. Jeder computerversierte Fotograf kann die Geheimrezeptur der frühen Fotokünstler nun in der eigenen Bildbearbeitung kontrolliert durchspielen.
    Und auch die Farbzauberer von einst lassen heute ihre Filme standardentwickeln, digital scannen und "zaubern" nur noch in der Bildbearbeitung. Auch das Dyetransfer ist obsolet, da seine "Effekte" auch im Digitalprint erzeugt werden können, nämlich selektive Farbverschiebung und erhöhte Farbsättigung. Und noch viel mehr ...


    Aufs Thema bezogen heisst das: Eine Pullentwicklung ist schon bei SW-Filmen wegen der Gradationspapiere nicht sehr aufregend, bei Farbdiafilmen unkontrollierbar weil auch durch Bildbearbeitung nicht mehr korrigierbar, bei Farbnegativfilmen wird das richtige Scannen, das für Laien sowieso die Schwierigkeitshürde bei Farbnegativ ist, zur Quälerei.


    Ein richtig belichtetes und entwickeltes Farbnegativ hat auch so schon einen Dichteumfang von ca. 15 Blenden, mindestens so viel wie jede RAW-Datei der besten Digitalkameras. es gibt also keinen technischen Grund und auch keine technische Möglichkeit, das durch Pullentwicklung "zu steigern". Die einzige "interessante" Anwendung wäre das Farbvergrössern im eigenen Labor. Aber wer kann das schon noch heute im normalen Prozess, geschweige denn mit den Farbzaubereien der früheren "Farbfotokünstler", denen das heute sebst zu kompliziert geworden ist.

    Ich bin mit allem einverstanden. Ich hätte die Sache mit den WA Claron
    auch nach 1Minute weggelegt, wenn ich nicht auf die oben beschriebene
    interessante Erkenntnis gekommen wäre, das man mit Spacingvariation
    möglicherweise auf den Nahbereich gerechnete Prozesslinsen auf den
    Fernbereich optimieren kann.
    Das ist keine Gedankenspinnerei, sondern das hat sich mir praktisch
    bewiesen. Inwieweit das generalisierbar ist, weiss ich natürlich nicht.


    Die mechanische Durchführung ist schwierig, für diesen Hinweis danke ich
    hier. Genau das wollte ich wissen, und keine allgemeine Diskussion über
    Gott und die Fotografie anstossen.


    Denn dieser Fotogott würde uns beweisen, dass Fotografie garnicht möglich
    ist. Wenn wir die (amtlichen) Toleranzen für Film (1/5 Blende), Verschlusszeit (1/3),
    Kameramechanik, Schärfekreis 0,1-0,2mm, Filmlage in der Kassette und
    dann noch im Entwicklungsprozess mal aufaddieren, ist ein richtig belichteter
    und scharfer Film theoretisch garnicht möglich. Umso mehr Grund haben wir, uns über einen
    praktisch gut belichteten und scharfen Film zu freuen.


    Gruesse
    Rainer

    Ausser einem Computar 9/240 gibt noch ein Wide Field Ektar 6,3/250 und das ältere Fujinon 6,7/250, das vom Bildkreis her infrage käme. Aber das Risiko, viel Geld zu verbrennen, ist mir zu gross. Vor allem weil immer wieder dieselben Dinger durch die Auktionen geistern, möglicherweise also nicht in Ordnung sind.
    Die Fotowerkstätten von früher sind in Fankfurt alle ausgestorben. Naja, man sollte ja auch im Leben immer noch ein Projekt offen haben. Danke jedenfalls für deinen fachlichen Rat.
    Hab dir auch mal eine private Nachricht gesendet.
    Rainer