Posts by emax

    Ich hab jetzt meine Walker.


    Erst mal das hier:


    > Wie sieht es eigentlich mit der Stabilität der Standarten (bzw. Rückteile aus)?
    > Anders formuliert: können diese auch schwerere Objektive -
    > wie z. B. das Super Angulon 165, ein wahrer Glasklotz - aufnehmen,
    > ohne daß die Parallelität in Mitleidenschaft gezogen wird.


    Jain.


    Stabil ist das alles, sehr solide gebaut. Die Kamera ist insgesamt eine Freude.


    Aber es ist eben wie es ist: Da gibt es keine gefrästen Führungen, keine feinmechanischen Präzisionsgelenke u.dgl. Trotzdem: Wenn man eine Einstellung vornimmt, dann geht das alles recht gut. Die Kamera hat viel Platz rundherum, Verstellungen gehen bis zum Abwinken. Einmal festgestellt, bleibt alles an seinem Platz.


    Aber da liegt dann doch das Problem: Man muss es hinbekommen, dass sich während des Feststellens nichts verschiebt, und das ist nicht ganz trivial. Vor und zurück geht ohne Probleme. Aber Tilt/Shift/Rise/Fall/Swing, da ist im nicht festgezogenem Zustand viel undefiniertes Spiel vorhanden.


    Ich kenne keine andere 4x5 in so einer Bauart. Vergleiche ich mit meiner Technika, liegen Welten dazwischen. Bei dieser ist alles sehr definiert, es gibt Rastungen und präzise Führungen, überhaupt kein Vergleich. Bei der Walker muss man die 'Gesamtstellung' gewissermassen erfühlen. Ohne Übung (und die fehlt mir noch) reagiert immer irgendwas anderes ein wenig mit. Andererseits ist die Walker gerade wegen ihres einfachen Aufbaus auch so robust. Es ist einfach nichts dran, was irgenwie richtig 'kaputt' gehen könnte, wenn man natürlich mal vom Balgen absieht.


    Nun gibt es ja bei Verstellungen ja kaum ein 'richtig' oder 'falsch'. Aber genau die Verstellung hinzubekommen, die man sich nach langem Überlegen nun mal vorgenommen hat, das erfordert mehr Übung als bei einer Linhof. Da kann ich Achse für Achse genau hantieren und auch wieder rückgängig machen. Dafür hat die Walker sagenhaft viel Platz rund um die Standarten, da kann die Linhof nicht mit. Die Walker hat auch keine Referenzrastungen. Wer also exakt parallel ohne Verstellung arbeiten will, muss Gefühl haben. Ich finde das nicht schlimm, aber je nach Anspruch kann das bei anderen anders aussehen.



    Um also die Frage oben zu beantworten: Ja, kann die Walker. Wenn man denn die Einstellung einmal richtig hinbekommen hat, dann hält es auch.

    > Die Linhof Technika ist doch diese Aufklappkamera und hat diese Bänder wie bei einem Klappsekretär.


    Boah! :shock:


    > Im Prinzip kann da überall was verzogen, verstellt oder locker sein.


    Im Prinzip. Aber in der Praxis müsste das Ding dann schon schwer was aufs Gehäuse bekommen haben, und das wäre mit Sicherheit zu sehen. Etwas Haltbareres und Maßhaltigeres als eine Technika hab ich noch nicht gesehen.


    Die Mattscheibenlage mag kritisch sein. Aber der Laufboden, die 'Bänder wie beim Klappsekretär', usw., das ist alles derart solide, dass eigentlich kaum verstellt sein kann. Und wenn, dann müsste es so verbogen sein, dass alles klemmt.

    > Auf meinem Rückteil, drehbar, steht D.B.P


    Die Abkürzung stammt noch aus besseren Zeiten und bedeutet "Deutsches Bundespatent".

    Das habe ich Mike auch gefragt.


    Er hat mir geantwortet, dass die Firma, die die ABS-Teile für die Kamera herstellt, die Spritzformen 'versehentlich' verschrottet hat. Ein vollkommen unfassbarar Vorgang, so eine Form ist irre teuer.


    Er hat mir dann noch erzählt, dass die das wohl auch mit den Formen anderer Kunden so gemacht haben, und angesichts der Regressansprüche einfach Insolvenz angemeldet und danach schlicht unter neuem Namen wieder angefangen haben. So macht man das heute. Und die Versicherungen haben sich laut Mike schlicht wie Verbrecher benommen.


    Meine Rede schon seit langem. Alles Verbrecher.


    Ich hab ihm noch geantwortet, dass er sich nicht wundern soll, wenn die 'versehentlich verschrotteten' Formen irgendwo in China wieder an die Oberfläche kommen, ebenso wie die dazugehörigen Kameras. Anders lässt sich so ein Vorgang nämlich kaum erklären.

    Ich bin zwar kein Zonensystem-Groupie, aber ich denke, dass das Wissen darum eine gute Grundlage für richtiges Belichten und eine Hilfe bereits beim 'Sehen' eines Motivs ist.


    Nun habe ich hier so einen famosen Sekonic 758, der Spotmessung und Messwertspeicherung zusammen mit Mittelwertbildung behrrscht, alles schön und gut.


    Ich mache das dann so, dass ich die hellsten und die dunkelsten noch bildwichtigen Teile anmesse, und so zu meinem Motivkontrast komme. Allerdings könnte ich es vermutlich leichter haben, wenn ich nur wüsste, wie ich den Sekonic als Zonenmeter einsetzen kann. Das sollte mit der einblendbaren EV-Skala kein grosses Ding sein, aber mir fehlt hier ein reproduzierbarer Arbeitsablauf, ich verzettle mich immer wieder in allen möglichen Anzeigen und Knöpfchendrückereien.


    Ich hab das Ding noch nicht so lange, und deshalb würde ich mich freuen, wenn hier ein paar Sekonic-Besitzer (und gerne auch jeder andere) ein bisschen aus dem Nähkästchen plaudern könnten.


    Wie geht Ihr da Schritt für Schritt vor?

    Hat es das schon mal irgendwo gegeben?


    Das Bild auf meiner 4x5 Mattscheibe erscheint manchmal trotz offener Blende ziemlich dunkel. Da frage ich mich, ob man nicht eine DigiKam für eine Art "Mattscheibenbild-Verstärker" nehmen könnte ? Also Digikam irgendwie mit etwas Abstand hinter die Mattscheibe gefrickelt, und das Display als Einstellhilfe missbraucht.


    Ist mehr eine Experimentier-Idee, ich komm auch ohne klar. Aber ich bin neugierig, ob das schon mal jemand versucht hat, zumal digital auch ein aufrecht stehendes, seitenrichtiges Bild grundsätzlich kein Problem wäre.


    Ideen, Vorschläge, Erfahrungen?

    Quote from "johnars"

    Wie wärs mit einer Anfrage bei Linhof oder Schneider Kreuznach oder Rodenstock, ob die Werbung machen wollen und dafür die Kosten übernehmen?


    FG Armin


    +1


    Ich mag Werbung zwar nicht, aber vor allem deshalb, weil sie i.d.R. aufdringlich und völlig Themenfremd ist.


    Aber Linhof, Schneider-Kreuznach oder anderes Werbekasterl oben rechts, das wäre doch ok?


    .. solange es nicht blinkt, spricht oder Musik macht ...

    Ist kein Drama, Hako,


    aber hier standen noch mehr Beiträge, die wohl wieder gelöscht wurden, in denen einen Menge unfreundlicher Hinweise im Sinne von 'schön blöd, so ein Trekkingteil mit Einschlagtüchern, ich hab doch menen tollen Loewpro' oder so ähnlich zu lesen waren. Und bevor sich das zu einem langweiligen haben-wir-alles-doch-schon-probiert' auswächst, hab ich halt mal auf den Sinn dieses Threads hingewisen: _Alternativen_, im Sinne _neuer_ Ideen.


    Zu Deinen Vorschlägen noch ganz kurz:


    > Der Supertrekker läßt sich natürlich auch abspecken. Man kann das
    > gesamte Innenleben entfernen, also das ganze Polsterzeug läßt sich
    > herausnehmen einschließlich des verstärkten Deckels.


    Ich weiss. Nur: Warum sollte man so ein Ding dann überhaupt kaufen?


    > Dann hat man einen ganz normalen Rucksack


    Eben. Und den gibts deutlich billiger.


    > Das Modell Lightwave Ultrahike wiegt weniger als 1,3 kg
    > (ein normaler Trekking-Rucksack ...)


    Einen Trekkingrucksack hab ich ebenfalls schon, einen Gregory, steht aber auch weiter oben schon.


    > Meine Idee ist eigentlich ein solches Gerät mit einer Achse
    > (beziehungsweise nur kurze angeschraubte Bolzen als Achse)
    > auszustatten, so daß man wahlweise Räder (luftbereifte vom
    > Kinderwagen, nicht etwa so dicke und schwere wie beim beach-rolly)
    > aufstecken kann für kurze oder lange Strecken.
    > Man hätte dann nur ein Teil und nicht Rucksack plus Rolly,
    > was natürlich an Gewicht spart, aber den Komfort erhöht.


    Das ist mal eine neue Idee, danke dafür. Das könnte man bei einer selbstgebauten Kraxe berücksichtigen.


    > Ich möchte diesen Umbau demnächst mal angehen und habe
    > in meinem Keller einen solchen Rucksack mit ordentlicher
    > Länge des Gestelles bereits herumliegen.


    Die Ergebnisse würden mich interessieren, vielleicht stellst Du Sie ja hier mal vor wenn es soweit ist?


    Grüße
    Edgar

    Ich befürchte, dass das an mangelnder Zeit scheitert.


    Trotzdem können wir ja mal zusammentragen, was so sinnvoll bzw. machbar wäre.


    Als Baustoff käme z.B. eine Holz/Carbon Sandwichbauweise in Frage. Ich betreibe als weiteres Hobby auch Flugmodellbau. Und dort zählen immer zwei Faktoren: Gewicht und Stabilität. Genau das, was eine Kraxe erfüllen muss, und genau das liefern Holz und Carbon.


    Die Verarbeitung ist zwar nicht trivial, aber mit einfachen Mitteln zu machen. Dazu müsste man sich zunächst gedanklich mal vom Carbon lösen, und ein komplettes Gestell aus leichtem Sperrholz entwerfen und aussägen. Das Holz bräuchte wahrscheinlich nur zwei bis drei Millimeter Stärke zu haben, weil es ja hauptsächlich nur als Gerüststoff dient.


    Auf der Rück(en)seite muss man sich was überlegen, z.B. eine aus leichten Bändern gespannte Rückenauflage. Alles andere, also Bänder, Ösen, Schnallen, Klettband usw., liesse sich leicht anbringen, weil Holz sich wunderbar bohren, sägen und schleifen lässt.


    Alle Einzelteile müssten mit zusammensteckbaren Pass-Verzahnungen (Zinken) ausgesägt werden. Dabei wäre ein Übermass für das Carbonlaminat zu beachten. Taschen und Verschlüsse muss man dann in Auftrag geben, sofern man nicht selber mit Nähmaschine und Täschnerwerkzeug umgehen kann.


    So ein Holzgestell dürfte sehr leicht sein, und könnte auch grösseres Gewicht tragen. Aber es wäre gegen mechanische Kräfte empfindlich. Da kommt das Carbon ins Spiel: Wenn man alle Holzteile im Unterdruckverfahren mit einer Schicht Carbongewebe überlaminiert, dann werden sie richtig steif und widerstandsfähig.


    Das alles machen viele Modellbauer (nicht ich) durchaus zuhause. Carbon-Anfänger müssen i.d.R. aber Lehrgeld bezahlen, nur: Machbar wäre das, und vor allem kann man damit überragende und absolut kompromisslose Lösungen erreichen. Sowas ist nicht käuflich, es wäre viel besser als alles man kaufen.

    Hallo CP,


    keine Sorge, das sind genau die Antworten, die ich suche. Die üblichen Taschen und Rucksackantworten hängen mir dagegen zu den Ohren raus: Es kommen zwar immer neue Modelle, weil man ja was verkaufen will, aber sie sind letzlich alles dasselbe: Überfettete Markenvorsichherträger, sonst nichts. Und viel zu schwer.


    Mein Thinktank ist gut für Flüge, da haben solche Sachen Berechtigung. Aber irgendwie scheint es keinen Markt für wirkliche Alternativen zu geben: Wenn ich zwei, drei Kilometer mit der Ausrüstung zu Fuss gehen muss, dann brauche ich keine minus 50 Grad feste, wasserdichte, 2 Meter absturzsichere, mit Zahlenschloss gesicherte, Lufthansa-Handgepäck-zertifizierte, Tropenfeste und vor allem Markengeadelte Monsterlösung mit über 2Kg Eigengewicht.


    Was Du da vorschägst, eine Kraxe, das geht genau in diese Richtung.


    Wobei auch mein Gregory schon eine akzeptable Lösung ist.