Posts by fourbyfive

    Hallo 'minimalist',
    du könntest versuchen, die Gravuren einzufärben: entweder, um dann a) wie ein Tiefdrucker einen "Abklatsch" von der Glasscheibe zu machen, der als Vorstufe zur Herstellung der digitalen Schablone verwendet wird, oder b) um von der so vorbereiteten Glasscheibe einen Kontaktabzug auf Fotopapier herzustellen. (Die gravierten Partien sollten dann natürlich kein Licht mehr durchlassen.)


    Schon transparentes Einfärben mit einer Art 'Tinte' gäbe dir vermutlich zusätzliche Möglichkeiten der Ausleuchtung. Die Einrichtung einer Dunkelfeld-Beleuchtung kann ziemlich knifflich sein. Ich hatte das Vergnügen mal für einen Schwenk über eine meterbreite Folie voller Fingerabdrücke von Schimpansen und Gorillas... :smile:


    Frage: Kann dir bei diesem Problem nicht auch ein Hersteller von Gummisandstrahlschablonen weiterhelfen? Die müssten doch wissen, wie man in einem solchen Fall am geschicktesten vorgeht.


    Gruß
    Uli



    Gruß Uli

    Quote from "lindworsky"


    Eine Freundin, sie ist Künstlerin, hat mir heute mit Ideen geholfen: für sie sind Fotos von Menschen heute etwas sehr inflationäres, wohingegen früher viele Menschen vielleicht nur 1 oder 2 mal im Leben abgelichtet wurden, und das musste eine Person dann ganz anders erfassen und würdigen, mehr Gewicht haben und zeitloser sein. Das würde man mit solch altmodischen und aufwändigen Techniken und Stilen wieder betonen, das Bild würdigen und in diese Aura des Besonderen und Zeitlosen rücken.
    Auch wäre es ein Gegentrend zum Mainstream des Lächelns auf Bildern.
    Und ein Gegentrend zum Schnappschuss.


    Den Eindruck dieser Freundin teile ich, und deine Überlegung auch. Was mich an diesen alten Fotos, in denen Leute sich vorzugsweise im Sonntagsstaat und in Pose verewigen ließen, fasziniert, ist ein ganz eigenartiger Reichtum, der vielleicht und in der Hauptsache darin besteht, dass die Fotos ebenso viel zeigen wie verbergen. Sie rücken nicht auf den Pelz, sondern wahren Distanz. Sie versuchen nicht zu entblößen, sondern belassen dem Fotografierten seine persona, die Maske, in der er sich zeigt und gesehen werden will, durch welche dann seine Individualität, seine Besonderheit, durchscheint oder - wie es der Wortursprung von Person andeutet - "durchklingt" (per-sonare). Ein eher verhaltenes Konzept, aber immerhin ein humanes. Sogar dann, wenn hinter der Maske nichts zu sehen wäre, zeigte ein solch "statuarisches" Porträt doch mehr, als es selbst ein Schnappschuss von jemandem, der sich gerade bei halbgeschlossenen Lidern einen Bissen in den weit aufgerissenen Rachen schiebt, je könnte.


    Masken verbergen nicht nur; sie entlarven auch.


    Gruß
    Uli

    Mit einem Einbein-Stativ bist du fast so mobil wie bei Freihand; du schonst damit deine Arme und es ermöglicht auch längere Belichtungszeiten. Hast du keinen gekuppelten Entfernungsmesser, dann stelle halt über die Mattscheibe scharf und benütze für die Ausschnittbestimmung einen Drahtrahmen mit Diopter.

    Danke, Jutta!


    Deine Antwort bringt ja schon etwas Klarheit. Falls zu den Vorschlägen auch die Frage gehört, wie ein - wodurch auch immer verursachter - Totalcrash des Forums samt Verlust aller Beiträge und der Mitgliederkartei vermeiden kann, so schließe ich mich dieser Frage gern an. Ich würde mir zumindest wünschen, dass an einem sicheren Ort eine Art Backup des Bestands hinterlegt wird, so dass im Fall eines Breakdown das Forum wieder "booten" kann.


    Lieben Gruß
    Uli

    Schön, dass das Forum wieder vorhanden ist. Was jedoch fehlt, und vielleicht nicht nur mir, ist ein kurzer Bericht darüber, warum es zeitweilig verschwand und was getan wurde, um es wieder flott zu kriegen.


    Ich denke, ein wenig Analyse täte hier schon gut. Vielleicht hat auch der eine oder die andere einen praktikablen Vorschlag, wie man ins Netz einen leicht auffindbaren Hinweis platzieren könnte, weshalb aufs Forum derzeit kein Zugriff möglich ist (oder war).


    Gruß
    Uli

    Guten Morgen, Jutta,
    mir scheint, du hast das Buch schon (unten rechts, auf deinem Foto), vielleicht aber in einer späteren Ausgabe. Meine ist, wie gesagt, von 1952 und rot gebunden.
    HG
    Uli


    Nachtrag:
    Hans Windisch, der viel mit Entwicklerzusammensetzungen experimentiert hat, gibt in "Die Neue Foto-Schule" Bd. 1 "Die Technik" (1958) das Rezept für einen Brenzkatechin-Entwickler, der - ohne dass Mehrbelichtung erforderlich wäre - "extremste Lichtgegensätze" ausgleicht. Zum Beleg zeigt er die Großaufnahme einer leuchtenden Glühbirne vor gedruckter Schrift, zerschnitten in zwei Teile. Die in Metal-Hydrochinon entwickelte Häfte bietet nur noch "hell", während auf der im Brenzkatechin entwickelten sowohl Glühwendel und Glaskolbenkante wie auch die Schrift dahinter voll erkennbar sind.
    Interessant für deine Zwecke? - Falls du in amerikanischer Online-Literatur suchen willst, findest du dort ähnliche Ansätze. Die Bezeichnung für Brenzkatechin ist da, meine ich, "Catechol".

    Hallo Jutta,
    falls ich damit deiner Experimentierfreude dienen kann, schicke ich dir gern das Agfa-Rezeptbuch von 1952 zu, das - du ahnst es - eine Menge Rezepte für Entwickler und andere Lösungen enthält. Herausgegeben wurde es vom VEB Filmfabrik Agfa Wolfen, wodurch das Büchlein zusätzlich eine hübsche Grundlage für Vergleiche von Agfa- mit späteren ORWO-Rezepturen bietet.


    Zusammengenommen reichen die Ansätze sicher für ein Vollbad! Igitt! :mrgreen::oops:


    Mit herzlichem Gruß
    Uli

    Ich besorgte mir für diesen Zweck (selbstgebautes 8 x 10"-Rückteil) bei einem Stahlhändler gehärtetes Federstahlband in der passenden Breite (16mm ) und mit Stärke 0,5mm. Um auf die richtige Federstärke zu kommen, sind sie wie bei Blattfedern über mehr als der Hälfte der Gesamtlänge (16 von 28cm) aufgedoppelt und durch ein kurzes Deckstück vom selben Material hindurch an den Holzrahmen geschraubt. Keine Ahnung, ob dieses Bauprinzip auch bei deinem Rückteil anwendbar ist. Vorteil jedenfalls: Man kann durch die Anzahl der Federbandlagen übereinander und mit der Abstufung ihrer Längen recht fein die Gesamtspannung abstimmen. Mit einer guten Blechschere ist das "Schneiden" der Stücke kein Problem. Das Bohren der Löcher schon eher. Gut ankörnen, und ein paar Bohrer in Reserve bereitliegen haben!


    Gruß
    Uli

    Es gibt in Auto-Bedarf eine Paste, mit der man die feinen Kratzer auf Acryl-Wohnwagenfenstern füllen kann, die dann wieder etwas klarer aussehen. Ich bin aber skeptisch, ob du damit bei fein zerkratzten Linsen wieder mehr Kontrast gewinnst - ohne zugleich ein Vielfaches an Schärfe einzubüßen. Der richtige Weg wäre wohl ein Auspolieren mit Pariser-Rot oder Ceriumoxid, eine Arbeit, die man aber einer optischen Werkstätte überlassen sollte. Wenn dir das zu teuer ist oder die Linse nicht wert, kannst du das ja mal selbst versuchen. Grundsätzliche Anleitungen findest du dazu wohl am ehesten bei den Spiegelschleifern im Astro-Bereich. Die Gefahr der "Verschlimmbesserung" ist aber groß, und an einer vergüteten Linsenoberfläche solltest du gar nicht erst anfangen.
    Gruß
    Uli

    Hallo Michael,
    klar, das Messen ist wichtig und oft unerlässlich. Aber irgendwann ist der Punkt erreicht, wo man Teile sicher auf Übereinstimmungen und Passungen prüfen will, und dafür benützt man am besten Lehren. Auch der Messschieber ist durch die Feststellschraube eine; daher auch die Bezeichnung "Schieblehre". Wichtig ist's eben, Fehlerquellen beim Vergleich auszuschließen - entweder durchs richtige "Werkzeug" oder mit Hilfe von Erfahrung - oder besser noch: mithilfe von beidem.
    s. auch: http://de.wikipedia.org/wiki/Lehre_%28Technik%29


    Gruß
    Uli

    Die gezeigte Methode halte ich aus zwei Gründen für nicht besonders günstig: Zum einen, weil sie mir Messwerte liefert, die ich gar nicht brauche (gefragt ist ja nur nach der Übereinstimmung von Mattscheiben- und Filmebene, und nicht nach der Millimeterangaben) , zum anderen aber - und das ist hier viel wichtiger - dass zwischen dem quer gelegten "Balken" und dem Messschieber keine feste Verbindung besteht, die garantieren würde, dass der Tiefenfühler immer im gleichen Winkel auf die zu messende Ebene trifft. In praxi erhält man deshalb erstaunlich weit streuende Werte auch bei der "Messung" über ein und demselbem Punkt. (Von der Unsicherheit, ob man den Schieber beim Hochnehmen zum Ablesen vielleicht einen Tick verstellt hat, oder bei der Messung an der leicht gewölbten und federnden Filmfläche den Taster etwas stäker nach unten gedrückt hat als bei der Messung des Abstands von Mattscheinenanlage zum Glas, will ich gar nicht reden.)


    Daher erscheint mir schon eine primitive Lehre um einiges besser, die man sich auch aus einer kurzen Vierkantleiste basteln kann, an die ein Streifen aus dünnem Blech oder festem Papier geklebt wird, der gerade so breit ist, dass er den Film darunter berührt. Damit lässt sich schnell herausfinden, ob alle Kassetten gleiche Filmlage aufweisen, und im zweiten Schritt dann auch, ob und welcher Richtung die Lage der Mattscheibe justiert werden muss.


    Gruß
    Uli

    Wenn es eine Kamera sein soll, die schnell aufnahmebereit ist und so flach, dass man sie bequem am Riemen über die Schulter hängen kann, und die auf gewöhnlichem Rollfilm 120 eine Ausbeute von 6 brillant scharfen Fotos im Breitwandformat 1 : 2 (108 x 55mm) erlaubt - und zudem wenig kostet - wie wäre es dann mit einer Kodak Monitor mit dem Ektar-Vorläufer-Objektiv 4,5 /127mm Anastigmat Special ? Nachteil: Man muss ein wenig basteln, da die Kamera für den etwas breiteren 616-Film gebaut wurde. Sie besitzt übrigens Doppelbelichtungssperre und automatisches Zählwerk. Ein Prachtstück!
    http://camerapedia.wikia.com/wiki/Kodak_Monitor

    Vielleicht hilft es bei der Fehlersuche, mal einen Laserpointer an der Objektivstandarte zu befestigen und in der Dunkelheit bei auf eine entfernte Wand gerichteter Kamera zu beobachten, wie und wie lange der Lichtpunkt bei den einzelnen Verrichtungen tanzt.


    Schau auch einmal in die Foren der Sternfreunde (oft auch "Amateurastronomen" genannt), die mit dem Problem zittriger Bilder bei höheren Vergrößerungen häufiger zu kämpfen haben als Fotografen. Mit 800mm Brennweite liegst du ohnehin schon im Bereich der Teleskopie. Vielleicht kannst du dir bei denen etwas "abgucken".


    Gruß
    Uli

    Ob und wie die von dir genannte Methode fürs Nachmessen des Irisdurchmessers geeignet ist, weiss ich nicht. Fürs Einstellen auf bestimmte Blendenwerte wird sie aber wohl in Frage kommen (können


    Eben weil die Lamellen nicht verbogen, verschoben oder an den Kanten beschädigt werden sollten, halte ich die Methode, einen Zylinder (Bohrer oder ähnliches) als Maß zu verwenden, für behutsamer als das Messen mit der Schieblehre. Mit deren Greifer, Spitzen und Schneiden verhakt man sich allzu leicht an oder zwischen den dünnen Metallplättchen, und wer dann nervös reagiert - Ja, schon passiert!


    Gruß
    Uli

    Wenn du die weiteren Blendenstufen ausrechnen willst, brauchst du als Ausgangspunkt nicht wie sonst den Durchmesser der Eintrittspupille (das durch die Linsen vergrößerte Bild der Iris ) zu nehmen; es genügt,wenn du den mechanischen Durchmesser der Öffnung beim letzten gravierten Blendenwert misst. Dann Berechnung der Durchmesser für halbe, viertel und (falls noch erzielbar) für ein Achtel der Öffnungsfläche - und Übertragung der Werte auf den Verschluss. Statt dort mit der Schieblehre zu "fummeln", kann man dafür gut Bohrer der entsprechenden Durchmesser nehmen, um deren Schaft man vorsichtig die Öffnung schließt, bis die Blenden-Lamellen gerade den Schaft berühren. Wenn kein fein abgestimmter Bohrersatz zur Hand ist, kann man ja vorhandene Bohrer und anderes Rundmaterial zu diesem Behuf mittels Klebeband auf den nötigen Durchmesser bringen.


    Gruß
    Uli

    Wie oben gesagt, kommt das auf deine persönliche Sicht an - sofern dir nicht ein Auftraggeber seine auferlegt. Ein praktisches Hilfsmittel zur Brennweitenwahl ist nach wie vor ein Karton, in den man in Größe des Filmformats ein Fenster schneidet, durch das man Motive betrachtet. Der Abstand zwischen Auge und dieser Maske ist gleich der Brennweite. Welche einem persönlich am ehesten liegen, bekommt man damit recht schnell heraus.


    Gruß
    Uli

    Bis Josef Petzval 1839, unterstützt von ein paar als Rechenknechte abstellten Artilleristen, erstmals ein Objektiv mathematisch e r r e c h n e t e, wurden Objektive hauptsächlich praktisch "erpröbelt", also durch Versuch und Irrtum er-funden. Solange man nichts dabei kaputt macht, spricht eigentlich nichts dagegen, ähnliches spielerisch auch mit der Kombination von fremden Objektivteilen zu probieren. Überragende MTF- Werte sind bei diesen Kreuzungen wohl nicht zu erwarten, aber vielleicht Eigenschaften, die bei bestimmten Motiven, z.B. bei Porträts, dienlich sein könnten.


    Zur Aussagekraft von MTF- Werten gibt's übrigens einen gründlichen Online-Artikel aus dem Hause Zeiss, der sogar die Kurven für das Imagon enthält und vor allem im Schlußteil auch für dieses Thema interssant ist (Stichwort Bokey und Unschärfe ausserhalb der Einstellebene)
    http://www.zeiss.com/C12567A8003B8B6F/EmbedTitelIntern/CLN_30_MTF_de/$File/CLN_MTF_Kurven_DE.pdf


    Gruß
    Uli