Posts by jan

    Moin Uli,


    natürlich hast Du recht, wenn Du ein Brillenglas nicht als Objektiv bevorzugst, das wäre ja auch noch schöner. Ich habe auch lediglich von einem sinnvollen Experiment geschrieben, da ich in meinem Beruf einfach im Laufe der Jahre habe lernen müssen, einiges mit unkonventionellen Mitteln zu improvisieren, da im Labor teilweise fotografische Probleme anstehen, die mit landläufigen Mitteln nicht zu bewältigen sind und daher oftmals Lösungen erfordern, die zwar vielleicht nicht zu optimalen, wohl aber zu akzeptablen Ergebnissen führen. Ob dies möglich ist, klärt aber letztlich nur das Experiment, welches selbstverständlich auch mißlingen kann, wie in der Forschung auch. Im Gegensatz dazu sagt die Theorie oft: Geht nich!! "Geht nich!" gibts aber in meinem Beruf nicht.


    Eine essentielle Grundlage hierfür ist aber in jedem Fall die korrekte Durchführung dieses Experiments. D.h. in diesem Falle, daß: Irgendein Brillenglas gekauft, in einem Papprohr befestigt und an eine KB-Kamera "drangeflanscht", sicher kein repräsentatives Ergebnis zu erwarten läßt. Hier ist der Experimentator schon gezwungen, möglichst optimale Verhältnisse zu schaffen, also eine gute Zentrierung und Parallelität herzustellen, damit Fehler auf diesem Gebiet nicht von vornherein ein sachliche Beurteilung des Ergebnisses unmöglich machen. Auch das verwendete Brillenglas sollte so gut sein, wie möglich. Vielleicht kann man ja beim Optiker eines leihen, welches zumindest ungefähr die erforderliche Brennweite hat. Zum zweiten ist eine KB-Kamera hier denkbar unzweckmäßig als Testkamera, weil die erforderliche Nachvergrößerung Fehler zeigt, die beim gewünschten Format 4x5´ 3 1/2fach geringer ausfallen würden und u.U. zwischen brauchbar und unbrauchbar unterscheiden. Zum dritten ist es in der Tat mit dem Brillenglas wie Du sagst: für das Auge bestimmt und eigentlich nicht für das Bild. Aaaber: deswegen ja auch die Beschränkung auf Brennweiten länger 700mm, da die von Dir angeführten Mängel aufgrund der geringen Krümmungsradien nicht mehr so stark zum tragen kommen. Positiv ist an dieser Stelle außerdem, daß der Meniskus weniger an Astigmatismus leidet als die Bi-/Plankonvexlinse (Monokel). Viertens bitte ich Dich, zu berücksichtigen, daß auch der "Schröder" inzwischen nicht mehr ganz jung ist ( meiner ist die 6. Auflage, von `87) und auch bei der Herstellung von Brillengläsern in den dazwischen liegenden Jahren Fortschritten gemacht wurden. Ich glaube, Du würdest bei ZEISS und RODENSTOCK einige Empörung ernten, wenn Du denen heute, im "ZEISSalter" der Gleitsichtbrillen, Schlieren in der Brillenoptik unterstellen würdest.


    Versuche mit Achromaten, z.B. dem erwähnten 64cm Novoflex, sehe ich unter den gleichen Gesichtspunkten. Ich kann Deine Einwände zur nur mäßigen Leistung in den Randbereichen bei KB nur bestätigen. Aber auch hier ist die nun angestrebte Verwendung eine grundsätzlich andere. Bei stärkerer Abblendung der Randbereiche und entschieden geringerer Nachvergrößerung ist auch das Ergebnis u.U. besser als Du unterstellst. Aber hier macht eben nur Versuch klug.


    Den Grünfilter habe ich hier weniger aus genau berechneten optischen Gründen gewählt, sondern mehr aus praktischen Erwägungen: Es erscheint sinnvoll, durch Beschränkung auf einen engeren Wellenlängenbereich die chromatischen Fehler etwas zu mindern. Wichtig ist mir aber vor allem bei der gewünschten Anwendung auch eine leidlich natürliche Grauwertwiedergabe im Bild, und die ist mit einem strengen Grün- oder Gelbgrünfilter eher gegeben, als mit einem Blau- oder gar Blauviolettfilter. Dazu kommt, daß die Grünfilterung, wie Du ganz richtig erwähntest, vorteilhaft für die visuelle Betrachtung ist, weil für unser Auge kontrastreicher. In Folge dessen fällt z.B. die Scharfeinstellung leichter als bei einem blauen Bild.


    So, und jetzt denke ich, sollten wir den Spaß beenden (wir kommen so oder so nicht wirklich zusammen), sonst lachen sich die anderen Forenten über uns noch tot und ich möchte keinesfalls schuldig am Ableben eines Teils der heute selten gewordenen Spezies GF-Fotograf/gräfin werden.


    Armin
    Ich nicht, s.o. meine Preise in DM. Du bestätigst meine Meinung aber, mit Verlaub, mich reizt halt oft der ungerade Weg.


    Mit freundlichem Gruß aus der Lüneburger Heide, es ist eine Freude mit Euch zu diskutieren.


    Jan

    Moin Thomas,


    zu der Verwendung von Brillengläsern kann ich sagen, daß ein Bekannter von mir derartige Experimente im KB-Format und mit Brennweiten um 300 - 400mm gemacht hat und zu verblüffend guten Ergebnissen kam. Nun kann man zwar einschränken, daß man im KB-Format nur ein kleines Zentrum des Bildfeldes ausnutzt, aber die Ansprüche sind wegen der nötigen Nachvergrößerung ja ungleich höher. Das soll nun nicht heißen, daß man auf gute Optik verzichten kann, aber ich denke, wenn man ein solches hochwertiges Brillenglas von z.B. 900mm (es waren eingangs 600 - 1200mm gewünscht) auf einen freien Durchmesser von 20mm abblendet (f/45) oder auch noch etwas stärker und evtl. zusätzlich ein Grünfilter benutzt, sind Ergebnisse zu erwarten, die zumindest das nicht übermäßig aufwendige Experiment rechtfertigen. Auf eine Abblendung würde ich auch nicht verzichten wollen. Selbst Deine vorgeschlagene 70mm-Linse ergibt bei 2m Brennweite ca. Blende 32, blendet man auf optisch sinnvolle f/64 ab, so erreicht man wohl bei 100 ASA und leidlich Sonne Zeiten von 1/8 - 2 sec. Dies sollte bei Architektur kein Problem darstellen, auch nicht bei funktionierenden Wasserspeiern.


    Ich selbst habe mit ELPRO-Vorsätzen der Firma LEITZ sowie mit Vorsatzachromaten für ZEISS-Operationsmikroskope (gab es bis 2000mm Brennweite) gearbeitet und habe damit projektionsfähige KB-Dias erreicht, denen man in der Vortragsprojektion vor anspruchvollem Publikum das verwendete Objektiv nicht unbedingt gleich ansah. In sofern gebe ich Dir recht: bei kleinem Geldbeutel sollte man zumindest einmal den Versuch wagen.


    Zur Verwendung der Apo-Ronare: ich habe mir vor etlichen Jahren über die "PHOTOPRESSE" Apo-Ronare 240 / 300 / 480 mm ohne Verschlüsse für je etwa 250,- bis 300,- DM beschafft. Diese Objektive wurden von mir ohne jede Modifikation an der Sinar P mit weit mehr als nur zufriedenstellenden Ergebnissen im Nah- und Fernbereich in den Formaten 9x12 u. 13x18 (ColorDia und S/W) benutzt. Eine Nichtverwendbarkeit wegen Nachlassens der Korrektur konnte ich zumindest bei den von mir benötigten Nachvergrößerungen in keinem Fall feststellen. Man muß auch berücksichtigen, daß z.B. daß 1:9/600mm bereits für ein Format von 60x80cm bei Blende 22 ausgelegt ist, also bei der Verwendung mit 9x12/4x5´ auch bei moderatem Verstellen und Abblendung wiederum nur das Zentrum des Bildfeldes genutzt wird.


    Übrigens hab ich mal wieder was gelernt: ich hab nachgeschaut und in der Tat sind die Apo-Ronare mit 1000mm und 1200mm 6-Linser. Nur bis 890mm bzw. 1070mm bestehen sie aus der mir bislang nur bekannten 4-linsigen Konstruktion. Also danke fürs darauf aufmerksam machen.


    Die in der Reprotechnik angestrebte Apochromasie ist ja im wesentlichen erforderlich um Passerungenauigkeiten der Farbauszüge zu vermeiden und ein Nachlassen dieser Apochromasie sollte sich in der "normalen" Photographie in erster Linie an sehr kontrastreich beleuchteten Kanten und Gittern zeigen und die sind bei der Mehrzahl der gestellten Aufgaben nicht gar so häufig. In der S/W-Photographie könnte man dies u.U. auch noch durch Grünfilterung mildern, sollte es denn wirklich eine Rolle spielen, was ich aber nach meiner Erfahrung nicht glaube.


    Ich würde auch die technischen Anforderungen nicht allzu hoch stecken wollen, denn gesucht war ja ein Kompromiss zwischen Qualität und Geldbeutel und da muß man eben auch schon mal Zugeständnisse machen und/oder sich etwas einfallen lassen müssen. Reicht der Durchlaß des Sinarverschlusses nicht mehr bei zu langen Brennweiten, so besteht, wie bereits hier erwähnt die Möglichkeit, einen Verschluß vor die Optik zu bauen, z.B. einen alten Schlitzverschluß (evtl. könnte ich einen solchen, allerdings nicht sehr großen Verschluß abgeben, Abdeckbreite ca. 8cm, müsste nachmessen) oder man baut sich einen einfachen Klappverschluß. Das geht mit etwas Bastlergeschick und Nachdenken sogar aus Pappe oder mit dem Metallbaukasten. Ich würde bei den langen Auszügen diesen Verschluß auch nicht unbedingt ans Objektiv hängen, sondern über ein Kompendium o.ä. an der Bank befestigen. Schlimmstenfalls tut es bei langen Zeiten auch mal ein Hut.


    Allerdings will ich nicht recht glauben, daß der Sinar-Verschluß nicht reicht, da auch beim 1:14/890mm der freie Durchmesser ca. 65mm betragen dürfte. Es ist zwar einige Jahre her, daß ich die o.a. Sinar fortgegeben habe, aber ich meine mich entsinnen zu können, daß der Verschluß den dafür erforderlichen Durchlaß hat. Bin da aber durchaus lernfähig.


    Selbstmurmelnd benötigt man bei den langen Brennweiten einen soliden Unterbau. Man sehe sich mal die "Making of" Bilder zur New York - Photographie von o.a. Reinhard Wolf an. Oftmals ist ein solides Stativ und das Abwarten eines windstillen Augenblicks der Bildschärfe zuträglicher als eine höchstkorrigierte Optik. (Binsenweisheit, Entschuldigung!)


    @ Uli: Ich kann Deinem Vorschlag, "frühe Konverter" zu benutzen, nicht so unbedingt zustimmen. Ich habe zwar nur einmal so ein Ding an der Kamera gehabt (unvergütete Vorkriegsware), aber das hat mich damals schon auf der Mattscheibe nicht vom Stuhl gerissen. Vor allem hat mich die resultierende Verzeichnung gestört. Aber vielleicht gibt es ja da auch besseres als diese Gurke.


    Gruß Jan

    Moin fourbyfive,


    ich denke, Thomas rät, die (positiven) Vorsatzlinsen, gleich welcher Art, ihrer langen Brennweite wegen als alleinige Optik nutzen. Bei dem gewünschten schlanken Bildwinkel in Verbindung mit einem kleinem Blendendurchmesser sicherlich eine überlegenswerte, wenngleich nicht optimale Lösung.


    Gruß Jan

    Moin Cp,


    zu dem Tip von Thomas möchte ich noch ergänzend anfügen, daß, wenn Du eine einzelne meniskenförmige Linse (o.a. Brillenglas) zur Abbildung verwendest, diese mit der konkaven Seite zur Objektebene gerichtet verwenden sollte um die optische Leistung der Linse maximal auszunutzen. Eine Blende sollte dann davor angebracht werden, in diesem Fall ist die Blende dort am besten angebracht, wenn man Verzeichnung (tonnen- bzw. kissenförmig) minimieren will.


    Du wirst aber allen Hoffnungen zum Trotz die Leistung eines apochromatisch korrigierten Tele-Xenars doch nicht wirklich erreichen (wollen???!)


    Deshalb würde ich Dir aus eigenen, überaus guten Erfahrungen zu einem Apo-Ronar von Rodenstock raten (z.B. 1:9/600mm, gibt es aber auch kürzer und länger) Eigentlich als Reproobjektive gedacht und gerechnet, sind diese Vierlinser aber absolut symmetrisch aufgebaut und so auch mit vorzüglichem Ergebnis für Landschaft und bei dieser Brennweite auch für Architektur (-details) geeignet. Da sie meist ohne Verschluß geliefert wurden (brauchst Du mit dem Sinar-Hinterlinsenverschluß ja auch nicht) und Du ohne Einschränkungen ein 40 Jahre altes Schätzchen kaufen kannst, halte ich dies mit Abstand für das bessere Preis / Leistungsverhältnis.


    Gruß Jan

    Moin canoman,


    vielleicht liegt der Film doch verkehrt herum, d.h. Rückseite zum Objektiv??!


    Wenn Du einen Planfilm mit der rechten Hand an einer Ecke zwischen Daumen und Mittelfinger fasst, musst Du mit dem Zeigefinger die Markierungskerbe tasten können und dann blickst Du auf die Schichtseite.


    Nicht traurig sein, passierte schon in den besten Familien


    Gruß Jan

    Hallo tabit,


    mit meinen etwas ausführlichen Beschreibungen zum "abnegern" bin ich vielleicht über das eigentliche Ziel hinausgeschossen. Wir kennen uns ja nicht, und ich kann darum Deine "Vorbildung" nicht abschätzen.


    Zu Deinem Manipulator: Ich würde meinen, daß ein Blatt 100er Diamaterial sicherlich nicht länger als 15 - 20 Minuten im äußerlich stark beleuchteten Kasten bleiben muß. Ich würde das Blatt hinein und einen lichtundurchlässigen Gegenstand darauf legen. An dann evtl. entstehenden Konturen läßt sich am ehesten erkennen ob einfallendes Licht die Ursache ist. Ich würde auch zunächst die Kassette unbedingt aus dem Procedere heraushalten. Entnimm das Blatt einer (idealerweise frischen) Verpackung und bringe dieses Blatt anschließend auch in einer Filmschachtel ordnungsgemäß verpackt zur Entwicklung. Erst wenn die Lichtdichtigkeit des Manipulators einwandfrei feststeht, würde ich eine Kassette ins Spiel bringen. Berücksichtige auch, daß u.U. der Lichteinfall bei ganz viel Pech beim Dienstleister produziert wird. Ich denke Du wirst hier um einen systematischen Test letztlich nicht herumkommen.


    Deine Speisekammer möchte ich eigentlich auch als Ursache ausschließen, weil der Schleier so erheblich ist, daß eine Belichtung dort meiner Meinung nach zumindest bei raschem routiniertem Arbeiten nicht dieses Ausmaß erreichen sollte. Außerdem ergäben farbige LEDs auch höchstwahrscheinlich farbige Schleier und eine diffuse Aufhellung des Raumes keine partitielle, nahezu gerichtete Aufhellung des Films.


    Ich werde noch einmal nachdenken


    Gruß Jan

    Moin tabit,


    1. Wäre es denkbar, daß Dein Kamerabalgen oder dessen Befestigung an unglücklicher Stelle ein Loch hat, welches nur bei einer bestimmten Lampenstellung / Kameraverstellung eine Rolle spielt? Ich hatte einen solchen Fall mal bei meiner Technika 6x9 und habe lange danach gesucht, zumal das Loch nur klein war, an blöder Stelle saß und dann der Lichteinfall nur manchmal stattfand. Unterschiedliche Stärke des Lichteinfalls könnte dann auf die Zeit, die der Film bei gezogenem Kassettenschieber freiliegt (i.d.R. bis zur Verschlußauslösung, danach wird sie ja gewöhnlich gleich entnommen) zurückzuführen sein. Auch scheint die Richtung des Lichteinfalls jeweils die gleiche zu sein. Lege doch mal probeweise Dein Kameratuch nach dem Einschieben der Kassette, aber vor dem Ziehen des Schiebers so auf die Kamera, das sie möglichst eingehüllt ist. Einen Aufnahmefehler möchte ich, so wie die Ränder der Bilder aussehen, ausschließen.


    2. Die sogenannten "Neger", mit einem Standfuß oder einer entsprechenden Halterung versehene schwarze Fächen, die man so, wie man sie benötigt, in einem kürzeren oder weiteren Abstand von der Seite oder von oben / unten soweit in Richtung Aufnahmenbereich rückt, daß die Frontlinse sorgfältig abgeschattet ist, heißen wohl schon seit Bestehen des Fotografenhandwerks so. Ich habe den Ausdruck vor 30 Jahren in meiner Ausbildung mitbekommen und mein Ausbilder war damals auch nicht gerade jugendlich. Ich denke, Verwechselungen, gleich welcher Art, sind unter vernünftigen Menschen sowieso ausgeschlossen.


    Zum Einstellen eines solchen: Meist sind die Ecken der Mattscheiben in ihrem Rahmen frei, d.h. Du kannst dort von jeder Ecke der Mattscheibe auf die Austrittspupille Deines Objektivs schauen. Hier kannst Du sofort sehen, wenn Dir ein "Neger" in den Bildwinkel ragt. Sollte dies so nicht möglich sein, mußt Du eben die Mattscheibe kurz abnehmen und dann über die Ecken peilen. Schaust Du anschließend von vorn auf Deine Optik, so sollte dort kein Reflex einer Lichtquelle auf der Frontlinse zu sehen sein. Möglichst auch kein, bei stark glänzenden Motivteilen, Reflex eines Reflexes. Ansonsten kommst Du nicht umhin die Lampenstellung zu verändern. Die vergleichsweise alten Objektive, die wir meist verwenden, reagieren aufgrund ihrer älteren Vergütungen leider empfindlicher als moderne KB-Optik mit Mehrfachschichtvergütungen. Auf diese Weise störende Reflexe lassen sich auch manchmal - leider nicht immer - mit Hilfe von Polfilterfolie (B&W, Schneider/Bad Kreuznach) vor der Lichtquelle und Polfilter vor dem Objektiv beseitigen oder zumindest mildern. Diese verursachen aber manchmal auch einen geringen Farbstich.


    Vielleicht hilft´s ?


    Gruß Jan

    Moin Wolf,


    es gibt wohl inzwischen, wahrscheinlich im Zusammenhang mit der "ich verkauf ALLES bei ebay"-Hysterie, eine ganze Reihe "Kenntnisreicher Geschäftemacher" die sich auf dem Foto/Filmgebrauchtmarkt tummeln. Ich habe jedenfalls den Eindruck, daß das seriöse Selbstverständnis auf diesem Gebiet gehörig nachgelassen hat.


    Viel Glück beim überzeugen!


    Gruß Jan

    Moin Wolf,


    könnte es vielleicht sein, daß Du eine Rollex 6x9 für 6x9 erstanden hast? Klingt blöd - weiß ich - ist es aber nicht.


    Es gibt bei den Rollex-Kassetten von Linhof 2 verschiedene Rückteilanschlüsse: für Super-Technika/Technika/T-70/Technikardan 6x9 zum einsetzen in den Drehrahmen des Kamerarückteils (erkennbar bei der Kassette an dem Drehkranz rund um das Filmfenster) und zum zweiten die technisch identische Kassette für das internationale Rückteil der "großen" Technikas und auch der meisten Bankkameras im Format 9X12. Dort hakt man den Mattscheibenrahmen aus und befestigt die dort anstelle einer - normalerweise ja unter die Mattscheibe eingeschobene - Planfilmkassette angelegte Rollex/Super-Rollex mittels zweier jeweils rechts und links vorschiebbarer Riegel.


    Die Kassetten waren vor Zeiten auch mal umbaubar. Daß dürfte, obschon sicherlich problemlos machbar, heute aber teuerer sein als sich eine passende gebrauchte in gutem Zustand zur kaufen.


    Gruß Jan

    Moin Leute.


    ich habe den BW 400CN seit einiger Zeit mit relativ großer Begeisterung als KB- und Rollfilm benutzt. Vor allem, weil er vergleichsweise sehr gut zu scannen, sehr feinkörnig ist und bei konstrastreichen Szenerien im Schatten nicht so leicht absäuft. Die manchmal zu weiche Wiedergabe lässt sich ja dann auch gut korrigieren.


    Ich habe meine Filme bislang, wie auch seit Jahren eigentlich alle meine C-41 Filme, in einem Minilab in Hannover entwickeln lassen, weil dieses ein paar kundige Menschen bedienen, die mir nicht nur (für ein auf Amateure ausgerichtetes Labor) außerordentlich gute Ergebnisse zu moderaten Preisen liefern, sondern auch die Filme staub- und kratzerfrei zurückgeben UND JETZT LESE ICH ZU MEINEM ENTSETZEN ÜBER MANGELHAFTE LANGZEITSTBILITÄT IM MINILAB!!?? Wie, bitte, darf ich das verstehen? Liegen da irgendwem von Euch Testergebnisse oder gar schadhafte Negative vor? In welchen Zeiträumen denkt ihr da? Ich konnte bislang bei meinen C-41 Negativen (6-8 Jahre zurück) noch nichts feststellen was auf Beschädigung hinweist. Kann gegebenfalls eine Nachwässerung helfen?


    Ich würde mich sehr über tiefergehende Information freuen.


    Gruß Jan


    Übrigens bin ich jetzt ganz beruhigt, daß es außer mir offensichtlich noch mehr rheinische Exilanten gibt. "Mein" Rheinland liegt aber knapp 100km abwärts.

    Moin Mentor,


    versuchs mal bei Fotomechanik Reinhard, Hannover. Herr Reinhard hat umfangreiche Erfahrungen mit Compur-Verschlüssen. Keine Garantie, aber einen Anruf wäre es, meine ich, wert.


    Gruß Jan

    Hallo digimassa,


    da hast Du voll ins Schwarze getroffen. Dies ist seit langer Zeit ein Vorhaben, welches ich im GF noch nicht umsetzen konnte. Obschon ich seit langem die Materialien dafür liegen habe ( ich habe dazu schon etwas unter "Christoph, Hamburg, noch keinen GF... geschrieben) bin ich aus Zeitgründen bisher über MF- und 3-D- Projektionen - hier kann man die Projektoren ja kaufen oder leihen - selbst noch nicht hinausgekommen, da der Projektor selbst zu bauen wäre. Aber vielleicht, wenn ich in 20 Jahren Rentner bin??!! Was ich mir in der Vergangenheit dazu habe anschauen können ist jedoch derart mit AAAH!s und OOH!s behaftet, daß ich diese Technik als sehr anstrebenswert sehe.


    MFG Jan

    Moin Leute,


    eigentlich treibe ich mich nicht schreibend in irgendwelchen Foren herum, lese eher interessiert hier und da mit, wohl in den letzten Monaten vor allem hier. Konnte nicht nur einiges für mich wissenswerte erfahren, sondern ich bin vor allem auch die Art des Umgangs der Forenten untereinander beeindruckt. Unbedarfte Fragen werden meist sachlich beantwortet, blöde Antworten bleiben meistens aus und auch auch scherzhafte Bemerkungen blieben oberhalb der Gürtellinie,jedenfalls habe ich bislang nichts anderes gefunden. Scheinen also nur nette Menschen hier zu verkehren, was leider bei anderen Foren durchaus nicht immer der Fall ist.


    Kurz, ich freue mich, Euch gefunden zu haben, hoffe, den ein oder anderen Beitrag leisten zu können und Antworten auf meine Fragen zu erhalten. Ich fotografiere seit langem in KB und seit reichlich 20 Jahren phasenweise auch immer mal wieder im GF, in der letzten Zeit gerade wieder vorzugsweise im Mikro-und Makrobereich (Kardan-Bi u. Leitz u. Zeiss Mikrokameras), wobei ich im Moment allerdings aus Materialgründen (400ASA-Material E-6 ist in 9x12/4x5´wohl nicht mehr zu bekommen) zu 6x12 Rollfilm tendiere. Selbstverarbeitung ist wieder angestrebt, im Moment aber nicht möglich. Ferner gehören 3-DFotografie und Diaprojektion in möglichst perfekter Form seit langen Jahren zu meinen Interessen. Ich bin sehr gespannt, was die Zukunft uns "Handwerkern" unter den Fotografen so beschert.


    Jan

    Moin,


    ...die Lamellen zumindest älterer Irisblenden sind i.d.R. aus brüniertem, sehr dünnen Stahlblech, können darum auch rosten, wenn sie feucht werden. In die Stahlblättchen sind senkrecht zur Fläche zwei Lagerstifte (oft aus Messing) eingesetzt. Diese selbst haltbar und ohne aufbördeln und verknicken der Stahllamellen anzubringen dürfte am schwierigsten sein. Die Blendenlamellen laufen normalerweise trocken, nur der außen laufende Ring zur Einstellung der Blende läuft in einem Fettfilm. Die Viskosität des verwendeten Fettes macht den leichten/schwereren, sämigen Gang der Blendeneinstellung aus. Wenn keine Kugelrasten wie z. B. bei KB-Objektiven vorhanden sind, hält dieses Fett auch die Blende in ihrer gewählten Stellung. Blutet dieses Fett aus, d. h., daß das Fett"gerüst" das enthaltene Öl im Laufe der Zeit verliert, wandert dieses auch auf die Blendenlamellen, welche daraufhin verkleben können, wenn dieses Öl wiederum verharzt. Die Folge ist, das beim betätigen der Blende die Lamellen verbiegen und die o.a. Stifte ausbrechen können.... die Blende ist im Eimer!


    Ich denke auch, eine fertige Blende zu beschaffen ist sicher einfacher. Willst Du aber etwas über die grundsätzliche Funktion lernen und die Blende muß nicht ewig halten, dann würde ich mir eine z.B. aus schwarzem Karton (Fotokarton oder besser noch Lederkarton) und Modellbausperrholz (1-2mm stark) selbst bauen. Klingt zwar etwas unglaubwürdig ist aber auch in der gewünschten Größe bei sorgfältiger Arbeit durchaus machbar. Nièpce hat um ca. 1825 für seine ersten Irisblenden auch keinen Industriebetrieb mit Serienfertigung zur Seite gehabt.


    Im Falle weiterer Fragen...


    Jan

    Hallo Leute,


    ich bitte um Entschuldigung, daß ich so unangemeldet in diese Diskussion platze, aber nach einigen Monaten des nichtregistrierten Mitlesens bin ich über das Thema Großbildprojektion gestolpert, da ich vor längerer Zeit mal ähnliche Pläne hatte und sie aus Zeitgründen nicht ausgeführt habe. Habe mich also registriert und eingeloggt und hoffe ein paar positive Sätze beitragen zu können.


    Also, wer auch in einem noch so teuren Beamer die Lösung für gute Projektionen sucht, hat meiner Meinung nach noch nie eine wirklich perfekte Diaprojektion im Mittelformat gesehen, hier muß ich Jochen Kunze vorbehaltlos zustimmen. Aufgrund der u.U. großen Projektionsentfernung ist der ernorme Schärfeverlust gegenüber dem Dia nicht so augenfällig, vor allem weil im Moment der Betrachtung der Vergleich fehlt, man das Bild im dunklen Raum isoliert sieht. Aber der Tonwertreichtum ist im Vergleich zum (vor allem großen!) Dia schlechter. In Universitätshörsälen ist man nach meiner Erfahrung vor allem aus Gründen der Problemlosigkeit (ich muß keine Diakästen mit z.T. uralten, schmutzigen Dias mit mir herumtragen, die zu allem Unglück auch noch`runterfallen können, kann den Vortrag zu Hause am Schlepptop in Powerpoint gestalten und auf eine CD/DVD geschrieben in der Jackentasche um die halbe Welt tragen) zur Beamerprojektion übergegangen, was ja auch verständlich ist. Bei der projizierten Qualität braucht man garnicht so kritisch sein, da man ja nicht selbst betrachtet sondern betrachten lässt. Anders kann man oftmals die gebotene Darbietung wohl nicht erklären und die Kundschaft hat hier meist anspruchlos zu sein. Ich habe jedenfalls noch keinen Studenten oder auch Schüler wegen zu schlechter Projektion meutern hören. Hingegen ist die hohe Lichtleistung von Vorteil, da der Hörsaal meist nicht richtig abgedunkelt wird, da das Publikum ja Notizen machen will, was bei unseren Projektionen eher nicht notwendig ist.


    Legt man aber die Projektion so an, daß man relativ dicht vor einer großen Projektionsfläche sitzt und einen Betrachtungswinkel von mehr als 70° erziehlt, sodaß man beim Geradeaussehen den Bildrand nur gerade eben erfasst, dann sitzt man "im" Bild, dann ist jedes Quentchen mehr an Schärfe, Tonwertreichtum und Feinkörnigkeit wichtig und erst dann macht Projektion richtig Spaß weil man mit den Augen im Bild spazierengehen kann.


    Hier brächte 9x12 gegenüber 6x7 im Götschmannprojektor nochmals eine Vergrößerung der Fläche um das 2,5fache ein, was sich vor allem auch in der Ausnutzung der zur Verfügung stehenden Lichtenergie niederschlägt, d.h. die Projektion würde bei gleicher Projektionsfläche heller und damit knackiger, subjektiv auch schärfer. Herr Götschmann hat vor etwa 20 Jahren sogar einmal einen solchen Projektor gebaut, der aber wohl schon lange aus dem Programm gestrichen ist. Übrigens hat der "normale" Götschmann auch bereits einen Nutzlichtstrom von 6000 Lumen, wenn ich mich recht entsinne und die reichen für 7m+ Projektionsdiagonale dicke aus. Nicht vergessen sollte man in diesem Zusammenhang auch die Ausführung der Bildwand.


    Hier einen zweckentfremdeten Overhead-Projektor als aussagefähigen Ersatz heranzuziehen, ist auch nicht wirklich gut. Erstens wird aufgrund des nur kleinen ausgenutzten Flächenanteils wiederum die zur Verfügung gestellte Lichtmenge nicht richtig ausgenutzt - bei älteren Geräten sind dazu die einzelnen optischen Komponenten noch nicht vergütet und die Lichtquellen vergleichsweise schwach - und die Umlenkung in die Waagerechte bringt weiteren Verlust ein. Darüber hinaus ist die hier verwendete Projektionsoptik, da für den angestrebten Zweck nicht gedacht, i.d.R. weder sonderlich scharfzeichnend noch verzeichnungsfrei noch wirklich kontrastreich und farbfehlerarm, weil nicht erforderlich. Auch müsste das gerade beim Overhead-Projektor entstehende Streulicht gut (!) maskiert werden, da jede Aufhellung des Raumes bei der geringen Helligkeit drastisch Kontrast kostet.


    Generell sollte man aber bitte nicht einen vielleicht 25+ Jahre alten konventionellen Projektor mit einem modernen Beamer der letzten Modellreihe vergleichen, denn hier ist nicht unbedingt die eigentliche Beamertechnologie an der großen Helligkeit schuld sondern die moderneren Lichtquellen (z.B.HTI), die ich bei Bedarf auch in einen Diaprojektor einbauen kann und dann die besseren Resultate erziele.


    Wenn also jemand in diese Geschichte, von der ich selbst sehr überzeugt bin, etwas mehr Zeit investieren will und kann als es mir mittelfristig möglich ist, so wäre ich in der Lage, demjenigen mit einer Reihe von Einzelkomponenten, die ich mir vor einiger Zeit eigens dafür beschafft habe, günstig auszuhelfen. Besser es macht jemand etwas sinnvolles daraus anstatt daß die Teile bei mir liegen und - ... naja, schimmelig werden sie wohl eher nicht, aber... . Es existieren 1000/2000W Halogenlichtbirnen 220V, Kondensorlinsen asphärisch/sphärisch und groß genug für 9x12, Projektionsobjektiv, Wärmeschutzfilter, Reflektorhohlspiegel, Lüfterkomponenten u.a.m.


    Bei Interesse bitte melden, ansonsten Grüße und viel Spaß beim experimentieren.


    Jan


    P.S. Mir fällt noch ein, daß auch Liesegang vor etlichen Jahren einen einigermaßen leistungsfähigen 9x12 Projektor - der Modellnahme ist mir leider im Moment entfallen - im Programm hatte. Ich habe mir seinerzeit von einem verständnisvollen Kundendienstler von Liesegang eine Konstruktionszeichnung von diesem Gerät beschaffen können. Bei Bedarf stelle ich diese gerne zu Verfügung.